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Das Universum ein Computerprogramm?

Dieses Thema im Forum "Weltraum und Raumfahrt" wurde erstellt von Ascarius, 3. Februar 2006.

  1. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Ja das von Außen wird ja in Betracht bezogen, dass das Universum ein Bläschen in einem anderen Universum ist. Von nischt kommt nischt, soll so nicht stimmen, da selbst auf Quantenebene Teilchen ausm nichts erscheinen können, ich glaub unser Genie Stephen Hawking vetritt die Theorie des aus'm nichts kommende Universums, und folgert daraus, dass es keinen Schöpfungsakt bedarf. Das Universum ist eine Simulation seiner selbst
     
  2. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Was ist eigentlich das "Nichts"? Ich würde schließen, dass unser vorhandenes Universum aus Vorbedingungen hervorgegangen sein muss, die dieses Universum ermöglich haben, auch wenn zuvor Materie oder Raum in dem Sinne, wie wir es erfahren, nicht vorhanden war.

    Wie du sagst, auf Quantenebene stellt sich einiges so anders dar, dass es gegen unsere eigenen Vorstellungen geht.
    Theoretiker können nur mutmaßen. Wie kann man sich zum Beispiel vorstellen, dass es keine Materie gibt? Zum Beispiel durch ein Gleichgewicht: Materie und Antimaterie entsteht kurzzeitig und neutralisiert sich wieder. Nur: was passiert, wenn ein Ungleichgewicht entsteht - das kann die Geburt von etwas Dauerhaftem sein. Zum Beispiel ein Universum. :)

    Damit wäre jedoch das Nichts nicht wirklich ein Nichts. Vorausgesetzt würden Quantenfelder.
     
  3. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Hmm was ist das Nichts? Kann man das überhaupt definieren?
     
  4. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Also das Nichts im Weltraum, da ist immerhin noch der Raum...
     
  5. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Gute Frage. Macht zum Beispiel der Satz: "Das Nichts existiert." Sinn?

    Die Vorstellungen vom Nichts gehen auseinander. So sind die Einen noch damit zufrieden, dass einfach nichts im Raum ist, also ein Vakuum besteht, und sie meinen damit, dass keine Materie vorhanden ist.
    Die Anderen würden dann Wellen jeder Art gerne auch noch ausschließen. Und die nächsten lassen höchstens noch Felder zu, müssen aber zugeben, dass auch Felder noch "Etwas" sind.

    Allerdings stellt sich auch die Frage, ob Raum, so wie wir ihn kennen, nicht ein materieabhängiges Phänomen ist. Für ein "Davor" unseres Universums sind ja kaum Worte zu finden, höchstens Umschreibungen, die mutmaßliche Vorgänge als Blasen (wie eine Art Kochvorgang) beschreiben, die jedoch unser Raumzeitgefüge nicht entsprechen. Übrigens auch schon wieder kein Nichts. :illu:
     
  6. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Ein Nichts existiert auch nur, wenn es ein etwas gibt, oder?

    Tja und was es vor dem Universum gab, nach Ursache und Wirkung müsste es davor etwas gegeben haben - ja, es sei denn Ursache und Wirkung gibt's auch nur in unserem Universum oder ist das ein universales Gesetz unabhängig von einem Universum??
     
  7. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Kausalität: wird wohl zumindest eher als unabhängig angenommen.

    Es kann auch nur gemutmaßt werden, dass andere Voraussetzungen (also zum Beispiel andere spontane Ungleichgewichte in den Quantenfeldern) zu anderen Grundkonstanten eines entstehenden Universums führen.
     
  8. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Andere Grundkonstanten, klingt plausibel, Kausalität setzt auch eine Zeitrichtung voraus, den Zeitpfeil. Existiert der aber nicht gibt es gar keine Kausalität oder, schwer zu begreifen - wir sind es gewohnt, dass die Zeit in eine Richtung fließt, ein Universum ohne Zeit wie wir sie kennen ist kaum vorstellbar. Vielleicht übersteigt das unsere Vorstellungskraft, was vorher danach oder nebenher abläuft, schade,dass wie es nicht wissen können, was das Universum verursacht hat.
     
  9. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Die Zeit wird ja auch in Zusammenhang mit der Materie gesehen. Nur warum scheint sie tatsächlich nur in eine Richtung zu laufen (und Zeit sich nicht einfach zurückdrehen)? Warum sind wohl Zeitreisen nicht möglich? Es wird vermutet, dass sich die ständige Entstehung von Raumquanten dem in den Weg stellt.

    Noch ein Gedanke zu dem "Anfang", der auch für das eigentliche Thema interessant ist: Je nach den Anfangsvoraussetzungen wäre festgelegt, was in dem Universum entstehen kann.
     
  10. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Spekuliert und geforscht wird fleißig. Um es wieder auf den Ursprungsgedanken des Computerprogramms zurückzubringen. Es steht mal wieder in Artikel in die Richtung auf telepolis: Kann die Simulationstheorie zur Apokalypse führen?
    Das muss ich mal kommentieren.
    Vielleicht sind sie sich ja auch nicht einig. Oder die Erschaffer der Simulation sind mitnichten auf der höchsten Stufe und können nicht, weil sie nicht dürfen. Nur: warum sollten sie es so unbedingt nicht wollen, dass man ihnen auf die Schliche kommt? Warum sollten sie hinter einem Schleier bleiben wollen und die Menschen auf der anderen Seite hinter dem Schleier des Nichtwissens? Sollte die eigentliche Motivation hinter der Simulation zur primitiv sein, mit niederen Interessen? Wird gezockt? Gefällt es ihnen besser, wenn die Menschen in religiösen Denkkreisen verweilen und nicht fortschreiten in ihrer Entwicklung? Und warum sollten sie den Stecker ziehen, wenn sie nicht genug Mittel für Manipulation hätten. Das ist genug Stoff für Sci-Fi.
     
  11. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Hmm es gibt ja keine Willkür im Universum, Dinge verschwinden nicht einfach oder ähnliches. Oder liege ich falsch.
    Außerdem spricht die Größe des Universums gegen eine Simulation, das kann man nicht simulieren, oder?
    Die, die simulieren, würden nicht eingreifen, weil sie es ja noch nie getan haben, was soll der Zweck sein des ganzen.
    Eine Forschungsarbeit? Eine Studie für KI?
     
  12. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Eine Simulation muss ja irgendwie eine Frequenz haben wie eine Taktung beim PC. Die Taktung des Universums ist ja quasi die Planklänge, und man kann sie nicht simulieren, weil sie die kleinste Einheit schon ist.
     
  13. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Als Hinweise für die Existenz einer Simulation würden Anomalien genommen werden, Abweichungen von Naturgesetzen.
    Wenn allerdings einfach mal so 23 Atome verschwinden würden, ist das praktisch nicht feststellbar.
    Man nimmt für die Simulationshypthese eigentlich Endlichkeit an und dass es für das Universum Rasterpunkte gibt.
    Könnte man nur spekulieren. Aber interessant ist das Universum allemal. Wenn wir uns anschauen: uns fällt es ja schon leicht, einfach mal minutenlang ins Aquarium zu schauen. Neugierde. Wie entwickelt sich etwas unter gegebenen Umständen? Ein großes Experiment, das doch in einem relativ abgeschlossenen Raum stattfindet.

    Andererseits: ein religiös denkender Mensch würde eventuell durchaus argumentieren, dass sein höheres Wesen eingreift. Natürlich stellt sich dann auch die Frage nach einem "Warum?". Zum Beispiel würde sie ein sogenanntes "Wunder" als Eingriff sehen.

    Die Quantlänge wird durchaus als eine Art Taktung gesehen, quantenmechanische Interpretationen flossen in die Simulationshypothese ein. Die Hypothese, dass das Universum als "Rechnender Raum" verstanden werden kann, stammt von Konrad Zuse.
     
  14. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Hmm wie schaut's aus mit schwarzen Löchern, sprengt die Singularität im schwarzen Loch nicht die Simulation?
    Das Universum ist endlich, das wird heutzutage angenommen, aber was für ein Super-Super-Computer wäre von nöten, wenn sic h bei uns ein Supercomputer für Wettersimulationen abmüht...
     
  15. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Den Sci-Fi gibt es bereits und zwar Simulacron-3 (Welt am Draht) von Daniel F. Galouye aus dem Jahr 1964.
    In Galouyes Roman entdeckt ein Forscher (der Leiter einer eigenen Simulation), dass seine Welt eine Simulation ist. Tatsächlich dient sie der Vorhersage der Wirkung von Maßnahmen der "höheren Welt".
    Das Risiko des Abschaltens besteht deshalb, weil man annimmt, die Simulation würde ihren Zweck - politische und soziale Tests - nicht mehr erfüllen, sobald eine Mehrheit der simulierten "Einheiten" weiß, dass sie solche sind.

    Im Übrigen halte ich es nicht für realistisch, dass Menschen einem solchen Beweis auch glauben schenken würden.
     
  16. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Aber verhalten sich nicht sogar schwarze Löcher physikalischen Gesetzen entsprechend? Bislang scheint sich zu erweisen, dass diese Gesetze im ganzen Universum vorzufinden sind. Rechnerisch erweist sich das Universum als kausal, wenn auch im ganz Kleinen als unscharf.
    Das stimmt natürlich: man kann sich nicht ausmalen, wie so ein Ding dann ausschauen sollte, wie groß er ist und auf welcher physikalischen Grundlage er (oder sie - mehrere) er arbeitet. Bei Quantenrechnern sind wir allerdings noch nicht angelangt: die könnten schon mehr und präziser simulieren. Es wurde ungefähr berechnet, auf wie viele Bits Operationen seit Beginn das Universum ungefähr gekommen wäre - magere 10 hoch 120-122 Operationen.
     
  17. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Interessanter Gedanke. Andererseits wäre es natürlich auch für die, die simulieren, interessant, wie die simulierten Einheiten damit umgehen, wenn sie dem auf die Schliche kommen. Gibt es für die simulierten Einheiten die Möglichkeit, der Simulation zu entfliehen?

    Das ist die Frage. Würden es die meisten entschieden ablehnen? Würden sich aufgrund dessen ganz neue Lehren und Denkformen verbreiten. Wie würde man damit umgehen, wenn sich die Hinweise darauf, dass wir doch simuliert verdichten würden? Oder würde man zu dem Schluss kommen, dass es einerlei ist - es würde ja alles so weiter laufen wie bisher. Ich denke nicht. Ich denke, dass daraus auch harte Diskurse entspringen würden.
     
  18. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Wäre ein Leben nach dem Tod bei einer Simulation möglich?
     
  19. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Vergessen wir nicht, es handelt sich um einen Roman.
    Ja, es gibt diese Möglichkeit. Die Akteure in der höheren Ebene können in die Simulation einreisen und übernehmen dann passiv oder aktiv die Identität der simulierten Einheit. Unter bestimmten Bedingungen (i.d.R. der physische "Tod" der Einheit) können die beiden Bewusstseine vertauscht werden und das ehemals simulierte Bewusstsein übernimmt den Körper der höheren Ebene.
    Dem Protagonisten gelingt am Ende des Romans genau das, wobei der Roman allerdings die Frage offen lässt, ob es sich bei der höheren Ebene auch nur um eine Simulation handelt.

    Eine interessante Nebensache ist, dass in der simulierten Welt das Tabakrauchen illegal ist. Allerdings geht der Held immer in eine "Flüsterkneipe" wo er einzelne Zigaretten erwirbt und raucht. In der höheren Ebene angekommen stellt er fest, dass die Leute auf der Straße, in Geschäftsräumen usw. usf. ganz selbstverständlich rauchen: Denn eine der Aufgaben der Simulation ist es herauszufinden, wie sich ein Tabakverbot auswirken würde und ob es wirkungsvoll ist. Das ist es offenbar nicht, denn der Tabakrauch wird nur ins Geheime verlagert.

    Im Roman existieren sogenannte Kontakteinheiten, die wissen, dass ihre Welt eine simulierte ist und die Besuchern "von oben" Bericht erstatten. Bei der Konstruktion der Simulation hielt man sie für unentbehrlich.
    Allerdings kommen die Kontakteinheiten nicht besonders gut mit diesem Wissen klar und haben oft psychische Probleme damit. Immer wieder müssen Kontakteinheiten gelöscht werden, die meistens dann mit einem Unfall o.ä. aus dem Weg geräumt werden.
     
  20. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Diese Frage ist wahrscheinlich nicht zu beantworten, denn sie setzt die Existenz einer unsterblichen und immateriellen Seele voraus. Und die ist ja bisher nicht bewiesen.