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Präsidentschaftswahl in den USA 2012

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von hives, 28. September 2011.

  1. hives

    hives Ehrenmitglied

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    Wer wird wohl in den nächsten US-Präsidentschaftswahlen Obama herausfordern dürfen? Palin und auch Bachman spielen zumindest derzeit keine zentrale Rolle. Der mitunter etwas verpeilt wirkende (aber medial so langsam halbwegs professionalisierte) Ron Paul scheint sich inzwischen mit immerhin ca. 10-15% noch vor Gingrich etabliert zu haben. Die zwischenzeitlichen Favoriten Perry (der auf die Frage nach etwaigen Gewissensbissen wegen möglicher unschuldig zum Tode verurteilter Menschen in Texas verkündete: “No, sir. I’ve never struggled with that at all”) und Romney (der sich für seine Gesundheitspolitik "Romneycare" in Massachusetts aus republikanischer Sicht schämen muss) liegen, wie auch Santorum, aktuell in einer Umfrage in Florida weit hinter Cain...

    Wie seht ihr die Chancen von Cain? Was wird sich noch verändern? Und müssen wir doch noch mit Palin rechnen?
     
  2. wintrow

    wintrow Erleuchteter

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    Meinetwegen könnte man die Spinner von der Tea-Party alle ins Meer werfen. Die würden für Rendite und noch reicher werden ihre eigenen Kinder verkaufen!

    Ich hoffe es gibt noch genügend intelligente Amerikaner die Obama wählen, aus der Vernunft heraus.
     
  3. Mr. Anderson

    Mr. Anderson Ehrenmitglied

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    Man könnte den Eindruck bekommen, dass die Kandidaten sich gar nicht mal so große reale Chancen ausrechnen, sondern den Wahlkampf allenfalls dazu benutzen, sich selbst und die republikanische Partei mal ordentlich zu feiern. Und das Publikum ist auch immer entsprechend aufgelegt. Bei einer Debatte mit Rick Perry hat das Publikum schon wie wild gejubelt, als nur erwähnt wurde, dass er mehr Leute exekutiert hat, als jeder andere Gouverneur der jüngeren Geschichte.
    Bei Rick Santorum wurde auf die Frage eines schwulen Soldaten (per Videoclip) dieser demonstrativ ausgebuht, und Santorum bejubelt, als er ankündigte, die Don't-Ask-Don't-Tell Politik wieder einzuführen. http://www.huffingtonpost.com/2011/09/22/republican-debate-dadt-repeal-rick-santorum_n_977105.html
    Diese und ähnliche Darbietungen wurden ja auch auf Youtube schon entsprechend ausgeschlachtet.

    Was Obama angeht: Ich denke, dass er 2012 quasi definitiv gewinnen wird, und man könnte dazu fast sagen: schade, denn es hat sich in den letzten 2,7 Jahren herausgestellt, dass Barack Obama, um es mal vorsichtig zu formulieren, nicht die Werte vertritt, die ich für wichtig halte und von denen ich gehofft hatte, das er sie teilt. Gefühlsmäßig würde ich sagen, er hat eine Abreibung verdient; und wenn ich ihm nicht wenigstens eine etwas vernünftigere Außenpolitik zutrauen würde als den Republikanern, dann wäre es mir sogar fast egal, wer die nächste Wahl gewinnt.
     
  4. hives

    hives Ehrenmitglied

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    ...und ihre Bücher zu verkaufen...

    Eine weitere interessante Reaktion des Publikums gab es bei Ron Paul. Allerdings kann ich schwer beurteilen, inwieweit sowas überhaupt wirklich als authentisches grassroots-statement betrachtet werden kann und inwiefern es von Interessengruppen inszeniert wird, da es ja jeweils nur ein doch eher kleiner Teil des Publikums war.


    Zwei Gedanken dazu:
    1. Obama wird von den Republikanern und ähnlich gelagerten Kräften in jeder Anstrengung blockiert und schlecht geredet. Das geht so weit, dass selbst eindeutige pro-republikanische Haltungen nicht als Entgegenkommen gewürdigt, sondern mit dem Verweis auf eine gezielte Verwirrungstaktik, um den totalen Sozialismus 2012 einführen zu können, als Indiz für die große Bedrohung gewertet werden (in der Daily Show hat man sich jüngst über ein Beispiel amüsiert). Trotzdem versucht Obama weiterhin, in fast jedem Schritt möglichst entgegenkommend zu bleiben. Ob das allein als Vorbereitung auf 2012 gewertet werden kann, oder ob es auch die wirkliche Haltung zeigt, wage ich derzeit noch nicht abschließend zu beurteilen.
    2. Trotz der genannten Punkte, zahlreicher Enttäuschungen und Beispielen inkompetenter Entscheidungen (von dem Umstand, dass Obamas Politik durch fehlgeleitetes Vertrauen teils auf unterer Ebene verschleppt wurde bis hin zu Fällen wie Solyndra) sehe ich sowohl außen- als auch innenpolitische Unterschiede zwischen Obama und möglichen Kontrahenten, wie auch scheinbare Kompetenz- und Wertegefälle, die es für mich nahezu unmöglich machen, Republikaner derzeit als gleichwertige Alternative zu beurteilen.
     
  5. hives

    hives Ehrenmitglied

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  6. Mr. Anderson

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  7. hives

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  8. wintrow

    wintrow Erleuchteter

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    Die Kandidaten sind doch keine herausforderung für Obama. Was mich wirklich erschreckt is der mangelnde Inhalt, bzw. der Realitätsverlust der Wahlkampfthemen.
     
  9. Netiw

    Netiw Neuling

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    Ich finde es immer wieder erschreckend, dass die Vorwürfe sexuellen Mißbrauchs keinen Einfluß auf seinen "guten Ruf" hatten, aber eine Affäre schon. Was ist das denn für eine Einstellung?
    Meiner Meinung nach ist bisher keiner der republikanischen Kandidaten qualifiziert für eine Präsidentschaftskandidatur. Man muss allerdings sagen: bei der letzten Wahl war das nicht anders ;)
     
  10. Goatboy

    Goatboy Erleuchteter

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    Ich würde keine der Pflaumen, die diesmal auftreten, mit John McCain vergleichen.
     
  11. Mr. Anderson

    Mr. Anderson Ehrenmitglied

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  12. Mr. Anderson

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    Ein bisschen zum Durchspielen möglicher Wahlergebnisse: http://www.270towin.com/
    (man siehe auch Polls -> 2012 Presidential Election Polls als Hinweis, wo welcher Kandidat vorne liegen könnte)

    Weitere Umfragen für Primaries, Caucuses, General Election etc. u. a. hier: http://www.politico.com/2012-election/presidential-polls/

    Edit: Dabei muss man z. Zt. wohl feststellen, dass es für die Republikaner ziemlich übel aussieht. Ich habe das ganze mal sehr großzügig zugunsten der Republikaner ausgefüllt, und zwar von allen Umfragen diejenige genommen, bei denen zumindest irgendein Republikaner vor (oder gleichauf mit) Obama lag und diesen Staat dann rot (republikanisch) markiert. (Also quasi davon ausgehend, dass sich der republikanische Präsidentschaftskandidat für jeden einzelnen Staat in den jeweils beliebtesten Kandidaten dort "verwandeln" kann).
    Alle Staaten, für die keine Umfragen vorlagen, habe ich anhand der letzten 3 Wahlen (2000, 2004, 2008) "ausgefüllt", und zwar habe ich immer dann einen als "republikanisch" markiert, wenn der Staat zumindest irgendwann mal republikanisch abgestimmt hat.
    Und Obama gewinnt trotzdem 276:262.
     
  13. Mr. Anderson

    Mr. Anderson Ehrenmitglied

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    Am 3. Januar findet der republikanische Caucus in Iowa statt. Ein relativ kleiner Staat, in dem es "nur" 28 der 2288 republikanischen Delegierten zu verteilen gibt, aber ihm kommt insofern eine gewisse Bedeutung zu, dass er der erste auf der Liste von 56 Veranstaltungsorten ist (50 Staaten + D.C. + 5 Überseeterritorien) und dem Gewinner zum Auftakt einen gewissen Schwung verleiht. Auch George W. Bush und Barack Obama hatten 2000 bzw. 2008 zunächst die Abstimmung ihrer jeweiligen Partei in Iowa gewonnen.

    Bis Anfang Dezember lag hier in den Umfragen der inzwischen ausgeschiedene Herman Cain vorne, danach eine Weile lang Newt Gringrich, dessen Popularität inzwischen (in Iowa zumindest) wieder deutlich abgesunken ist.

    Laut den letzten zwei Umfragen hat sich nun der berüchtigte Ron Paul nach vorne gemogelt:

    ISU/Gazette/KCRG Poll
    1) 27,5% : Ron Paul
    2) 25,3% : Newt Gingrich
    3) 17,5% : Mitt Romney
    4) 11,2% : Rick Perry
    5) 7,2% : Michelle Bachmann
    (...)

    Hierbei gilt allerdings zu beachten, dass die Daten vom 6. bis zum 18. Dezember gesammelt wurden, also in einem Zeitraum, in dem z. T. Gingrich noch etwas populärer war.


    Public Policy Polling
    1) 23% : Ron Paul
    2) 20% : Mitt Romney
    3) 14% : Newt Gingrich
    4) 10% : Michele Bachmann
    10 %: Rick Perry
    (...)

    Quelle hier, aber Vorsicht! Das ist ein 313 Seiten langes PDF-Dokument mit etlichen nicht ganz interessanten Tabellen, u. a. auch mit Daten aus dem Jahr 2008.
    http://www.publicpolicypolling.com/pdf/2011/PPP_Release_IA_1218925.pdf

    Interessant allerdings die Frage: Wurde Obama in den USA geboren? Antwort: 47% ja, 31% nein, 21 % weiß nicht. :D
     
  14. hives

    hives Ehrenmitglied

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    Danke für die Infos!

    Hier noch ein paar aktuelle Meldungen:
    http://www.cbsnews.com/8301-250_162-57348112/gingrich-perry-fail-to-make-va-ballot/

    http://www.nytimes.com/2011/12/24/us/politics/gingrich-goes-after-paul-over-newsletters.html

    http://www.reuters.com/article/2011/12/24/us-usa-campaign-superpacs-idUSTRE7BN00P20111224
     
  15. Mr. Anderson

    Mr. Anderson Ehrenmitglied

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    Noch ein paar Umfragewerte für Iowa:

    American Research Group (19. bis 22. 12). :
    1.) 21 % : Ron Paul
    2.) 20 % : Romney
    3.) 19 % : Gingrich
    4.) 09 % : Perry
    5.) 08 % : Bachmann
    6.) 06 % : Huntsman
    7.) 04 % : Santorum
    8.) 01 % : Roemer
    Undecided : 12%

    Auf deren Seite kann man irgendwie nicht direkt zugreifen, zumindest klappt's bei mir nicht. Hab das aus dem Google Cache


    Ron Pauls Führung scheint auf wackligen Füßen zu stehen. Am 27. 12. kamen zwei widersprüchliche Umfragen raus, was die Spitzenposition angeht:

    CNN/TIME/ORC Poll (21. bis 27. 12.) :
    1) 25 % : Mitt Romney
    2) 22 % : Ron Paul
    3) 16 % : Rick Santorum
    4) 14 % : Newt Gingrich
    5) 11 % : Rick Perry
    6) 09 % : Michele Bachmann
    7) 01 % : Jon Huntsman
    no opinion / undecided : 2%

    http://i2.cdn.turner.com/cnn/2011/images/12/28/topstate3.pdf (40 Seiten PDF)


    Public Policy Polling (26. bis 27. 12.)
    1.) 24 % : Ron Paul
    2.) 20 % : Mitt Romney
    3.) 13 % : Newt Gingrich
    4.) 11 % : Michele Bachmann
    5.) 10 % : Rick Perry
    5.) 10 % : Rick Santorum
    7.) 04 % : Jon Huntsman
    8.) 02 % : Buddy Roemer
    Undecided: 10%

    http://www.publicpolicypolling.com/pdf/2011/PPP_Release_IA_1227925.pdf (305 Seiten PDF)


    Anhand der Anteile der Unentschlossenen in den verschiedenen Umfragen könnte man eventuell folgern, dass letztere eher für Romney stimmen würden. (Oder auch ganz kürzlich von Romney abgefallen sind)


    Die "Primary" in New Hampshire rückt ebenfalls immer näher. Sie findet am 10. Januar statt. Allerdings gibt es dort noch weniger zu holen, nämlich nur 12 Delegierte. Ursprünglich waren es 23, allerdings hatte die GOP auf nationaler Ebene beschlossen, NH abzustrafen, weil der Verband seine Wahl unerlaubt vorverlegt hatte.

    Auch vor 4 Jahren gab es solche Fälle, z. B. hatte der lokale Verband der Demokratischen Partei in Florida und jener in Michigan ebenfalls seine Wahl vorverlegt und wurde mit einer Halbierung der Delegierten abgestraft. Die Halbierung war sogar nur eine Kompromisslösung, weil man ursprünglich alle Delegierten dort löschen wollte. (Das hatte damals übrigens dazu geführt, dass Obama nicht an der Abstimmung in Michigan teilnahm; Hillary Clinton aber schon, und sie somit die Führung zumindest in der "popular vote" übernehmen konnte. Dass sie am Ende trotzdem nicht nominiert wurde, ärgerte sie dann natürlich gewaltig.)
    Der Grund, warum sowas überhaupt passiert, also dass die Staaten ihre Wahl "illegal" vorverlegen, ist, dass sie ihrer Wahlveranstaltung somit einfach mehr Bedeutung zukommen lassen wollen.

    Zurück zur Republikanischen Primary in New Hampshire: Hier sieht die Sache eher eindeutig aus; Romney führt:

    CNN/Time/Opinion Research Corporation Poll (veröffentlicht: 27. 12.)
    1) 44 % : Romney
    2) 17 % : Paul
    3) 16 % : Gingrich
    4) 09 % : Huntsman
    5) 04 % : Santorum
    6) 03 % : Bachmann
    7) 02 % : Perry
    Undecided: 4%

    Ursprüngliche Quelle finde ich gerade nicht. Das Umfrageergebnis wurde jedoch auf mehreren Seiten gepostet, z. B. hier. Hoffentlich ist es noch da.


    Am kürzlichen "Niedergang" von Newt Gingrich dürfte übrigens das Aufkommen gewisser Kritik seiner Gegenkandidaten sein, und zwar darüber, wie sich Gingrich in seiner Zeit als "Speaker of the House" damals verhalten hatte. Ron Paul hat hierzu auch einen Negativ-Wahlwerbespot erstellt: "Selling Access"
    http://www.youtube.com/watch?v=hRdqGKA782A
     
  16. Mr. Anderson

    Mr. Anderson Ehrenmitglied

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    Kurz vor dem morgigen Caucus überschlagen sich wieder die Umfragen; einige sehen Ron Paul, andere Romney vorne. Imho kann sich keiner sicher sein, zu gewinnen.
    Interessant allerdings, dass sich Rick Santorum inzwischen auf (mindestens) Platz 3 vorgemogelt hat, wenn man dieser Umfrage glauben darf:

    Public Policy Polling

    1) 20 % : Ron Paul
    2) 19 % : Mitt Romney
    3) 18 % : Rick Santorum
    4) 14 % : Newt Gingrich
    5) 10 % : Rick Perry
    6) 08 % : Michele Bachmann
    7) 04 % : John Huntsman
    8) 02 % : Buddy Roemer

    http://www.publicpolicypolling.com/pdf/2011/PPP_Release_IA_101914.pdf
    (PDF, 347 Seiten)

    Persönlich würde ich mir wünschen, dass der Abgeordnete Ron Paul seinen Mitstreitern mal ordentlich eins aufs Dach gibt, und die einzige Möglichkeit dazu (bzw. auch nur ein Hauch einer Chance hierzu) wäre imho Iowa zu gewinnen. Von seinen Ansichten her halte ich ca. 40 % für voll daneben und ca. 60 % für einen Volltreffer, und das macht ihn (leider) noch so ziemlich zum Besten unter den Kandidaten, aus meiner Sicht.

    Mitt Romney (ehemaliger Gouverneur von Massachusetts) ist vermutlich derjenige Kandidat, der von seinem Auftreten und seiner Rhetorik her am besten ankommt. Politisch ist er von Obama imho gar nicht mal so weit entfernt. Wenn er die Nominierung bekommt, wird das ein ausgesprochen langweiliger Wahlkampf, was die Thematik angeht, aber vermutlich spannend, was den Wahlausgang angeht. Vermutlich wird man sich generische demokratische oder republikanische Phrasen an den Kopf hauen, und letztlich macht man doch dasselbe, außer vielleicht, dass Romney das Thema "Healthcare" den Staaten überlassen würde.

    Newt Gingrich (der ehemalige "Speaker of the House") ist ebenfalls relativ "mainstream", darüberhinaus kann man aber kaum etwas halbwegs Nettes über diesen Kerl sagen.

    Rick Perry (Gouverneur von Texas) und Congresswoman Michele Bachmann wären das Albtraum-Team für Amerika. Perry ist zwar – Verzeihung – nicht "dümmer", aber "beschränkter" als sein texanischer Vorgänger George W. Bush, und Michele Bachmann steht ihm hierin in nichts nach. Perry als Präsident und Bachmann als Vize (oder umgekehrt) wären so ziemlich das blamabelste Duo, das man sich für die USA vorstellen kann.

    Senator Rick Santorum als Präsident hingegen mag man sich nichtmal im Traum vorstellen. Er hat einen gewissen Ruf, erfolgreich konservative Gesetzesvorschläge oder -Modifikationen durchzudrücken, aber dazu gehören v. a. irgendwelche Anti-Abtreibungs- und Anti-Schwulen-Regulierungen, also völlig überflüssige "Leistungen" gelinde gesagt. Man wüsste gar nicht, aus welchem Amt man Santorum zuerst rausschmeißen soll, da man gar nicht erst auf die Idee käme, ihn einzustellen.

    Jon Huntsman wäre ein guter Vizepräsident, aber er ist nicht der "Typ" für eine absolute Führungsrolle. Er tritt eher unscheinbar und ohne großes Gedöns auf, geradezu langweilig. Man hat auch nicht den Eindruck, dass er weiß, wie man eindrucksvoll vor einem Massenpublikum spricht.
    Politisch ist er ziemlich gemäßigt, und neben Ron Paul übrigens der einzige Kandidat, der Waterboarding als Folter betrachtet.
    Darüberhinaus ist er vermutlich der ungewöhnlichste Kandidat der Republikaner. Er hat die High School verlassen, um in einer Rockband zu spielen, er fährt Motorcross, war ein erfolgreicher Geschäftsmann, hat als Gouverneur in Utah jede Menge Arbeitsplätze geschaffen und war unter Obama Botschafter in China. Er spricht chinesisch und hat eine chinesische und eine indische Adoptivtochter.

    Von Buddy Roemer hatte ich ehrlich gesagt noch fast gar nichts gehört. Er ist ebenfalls ein ehemaliger Gouverneur (Louisiana) und Geschäftsmann, und er tritt ein bisschen so auf wie ein nett dahin erzählender Opa. Er spricht hauptsächlich über finanzielle Themen (Banken, Einkommensunterschiede) und sympathisiert mit Occupy Wallstreet.

    Edit: Schreibfehler korrigiert
     
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  18. Goatboy

    Goatboy Erleuchteter

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    Da fühle ich mich fast veranlasst, den Ron Paul etwas in Schutz zu nehmen:
    Diese Einschätzung geht imo fast völlig fehl. Ron Paul ist zunächst einmal alles andere als ein Isolationist; er ist lediglich ein Non-Interventionist.
    (Des weiteren ist interessant, dass Paul der einzige Kandidat ist, über den die FAZ schreibt, dass er keine Chance habe, während sie für alle anderen Kandidaten immerhin erwähnt hat, wie gut diese zumindest zeitweise in den Umfragen Iowas lagen. Aber das nur mal nebenbei.)
    Was die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten betrifft: Von den 7 oder 8 Kandidaten, die sich ernsthaft bewerben, liegt Paul national auf Platz 3.
    In Umfragen für das direkte Duell gegen Barack Obama ist Paul einer der besten. Romney hatte in den jüngsten Umfragen Spitzenwerte von 44-47%, Paul 43-44%. Gingrichs bestes Ergebnis war 43%. Der Rest hatte meist Werte irgendwo in den 30ern.