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Weniger Plastik Wagen oder wie man Müll wirklich los wird

Dieses Thema im Forum "Userblogs" wurde erstellt von streicher, 7. Dezember 2015.

  1. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Die VR China ist aber auch ein schillerndes Beispiel.
    Kaufkraftbereinigt ist die VR China hinsichtlich des Volkseinkommens sogar an den USA vorbeigezogen. Und der Preis des starken, auch vom Staat gepumpten, Wirtschaftswachstums ist in vielerlei Hinsicht offensichtlich. Die Umweltprobleme zählen dazu. Im "kommunistischen" China ist es auch üblich, einfach mal einen ganzen Stadtteil niederzureißen und durch ein Wohngebiet mit 40-stöckigen Wohnhäusern zu ersetzen. Ganze Städte entstehen auf dem Reißbrett (und sind zum Teil nur zu 10-20% bewohnt). Die Volksrepublik scheut die Neuverschuldung nicht. Das Banken- und Börsenwesen hat allerdings auch dem Staat dort schon einige Schocks geliefert. VR China setzt auf Wachstum. Würde eine Wirtschaftskrise vielleicht sogar das Regime gefährden?
    Die Verschuldung von Staaten wird auf vielerlei Faktoren zurückgeführt. Auch die Rettungsaktionen zählen dazu, insbesondere von Banken, die sich dann aber zuvor in vielerlei Hinsicht verzockt haben, ob in Immobilien oder in hochriskantem Handel. Die Banken würde ich - sorry, jetzt gebrauche ich es wieder - zu den größeren Raubtieren der Wirtschaft zählen. Jedoch: bei den Banken ist der Staat auch verschuldet und knabbert ziemlich an den Zinseszinsen. Neulich weniger, denn der Leitzins wurde strategisch gesenkt.
    Allerdings sind die Ausgaben des Staates sehr breit gefächert. Man korrigiere mich - ich denke, dass die Ausgaben des Staates bei den Sozialausgaben am Höchsten sind.
    Eines ist allerdings sicher: es wird auf Wachstum gesetzt. Wenn der Staat also antizyklisch investiert oder große Rettungsaktionen betreibt, geschieht es auch aus dem Grunde, dass er einen Wachsum der Wirtschaft wieder in die Wege leiten oder aufrecht erhalten will. Das ist durchaus streitbar.
     
  2. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Man kann es auch anders formulieren: Es ist Gedankenlosigkeit und Faulheit.

    In meiner Küche kann ich gegen das Plastik des Wareneingangs nichts tun. Den von uns betriebenen Gebrauch von Plastik kann ich aber zumindest einschränken, auch wenn ich mein Ziel der völligen Vermeidung von Plastik noch nicht erreicht habe.
    Ginge es nach mir, dann gäbe es in meiner Küche überhaupt keine Kunststoffbehälter mehr. Stattdessen gäbe es nur noch Edelstahlbehälter mit Edelstahldeckel (Gastronorm): Eine Haltbarkeit und Verwendung, die sich nach Jahrzehnten und mehr bemisst, kalt wie heiss einsetzbar, problemlos zu reinigen, rechteckig und in den Abmessungen genormt (und dementsprechend platzsparend kombinierbar) und - hygienisch.

    "Sauberer" sind Plastikbehälter keineswegs. Es zeigt sich schon daran, dass "wiederverwertbare und für den Dauergebrauch geeignete" Kunststoffbehälter sich mit der Zeit verfärben und Gerüche annehmen. Die Oberfläche wir rauh und zerfurcht, Keime siedeln sich an. "Hygienisch" ist etwas anders!
    Professionelle Köche wissen: Willst Du Eischnee aufschlagen, nimm niemals einen Kunststoffbehälter. Sie sind lipophil und können - trotz Reinigung in einer Profi-Spülmaschine - so "fettig" sein, dass der Eischnee misslingt. Erst heute haben wir einen Zuckerbehälter aus Plastik - inklusive des darin befindlichen Zuckers - entsorgt: Er stank! Zucker!
    Einen Plastikbehälter, in dem Du z.B. so etwas wie Matjes in Öl oder Sardellen gelagert hast: Den kannst Du gleich wegwerfen. Es ist nicht mehr möglich, den Fischgeruch aus dem Plastik heraus zu bekommen und er wird andere Lebensmittel kontaminieren.
    Soviel zum Thema Hygiene ...

    BTW:
    Beim Element Aluminium haben wir es bereits geschafft. Es gibt in unserem Betrieb keine Alufolie mehr. Wir brauchen sie nicht, wir verwenden sie nicht. Entweder wir arbeiten konventionell oder wir kochen so einen Dreck einfach nicht.

    "Biologische Abbaubarkeit" als Schlagwort für sich allein ist ... eine Illusion, ein Feigenblatt der Industrie. "Biologisch abbaubar unter den Bedingungen XYZ" wäre eine ehrlichere Aussage.
    In den 80ern hat ein amerikanischer Professor für Archäologie mit seinen Studenten Probebohrungen an stillgelegten oder noch in Betrieb befindlichen Mülldeponien durchgeführt. Zunächst als reines Anschauungsprojekt gedacht, entwickelte das Projekt Eigendynamik und es zeigte sich, das Vieles, was wir über Müll zu wissen glauben, schlicht falsch ist.

    Es zeigte sich, dass so ziemlich gar nichts biologisch abbaubar ist, auch fraglos biologische Stoffe: Unter den Bedingungen einer Mülldeponie. Es mumifiziert eher, als das es abgebaut wird: Kartoffelschalen, Fleisch, Textilien - und Papier. Die gefundenen Zeitungen waren derart gut erhalten, dass sie zum Datieren der jeweiligen Schicht verwendet werden konnten. Es zeigte sich, dass selbst so biologische Reste wie Kartoffelschalen (ein so häufig aufgefundener Müll, dass sie, wie Fleisch, eine eigene Kategorie in der Sortierung verdienten) Jahrzehnte überdauerten, 40-50 Jahre und mehr.

    Wie kann man da noch von "biologisch abbaubar" sprechen?
    Unter den Bedingungen einer Mülldeponie - Müll verdichten und unter Abschluss von Sauerstoff - vergammelt nichts. Es passiert für ein paar Jahre ein gewisser Abbau, was entstehendes Methan zeigt, dann passiert aber nichts mehr. Es mumifiziert und Archäologen kommender Jahrhunderte werden es finden.

    Biologischer Abbau ist kein von selbst auf der Mülldeponie ablaufender Prozess. Man muss ihn aktiv betreiben, in einer Kompostieranlage o.ä.
    Sicherlich nicht ganz falsch das Argument, aber was für Schlüsse ziehen wir daraus?
    Vielleicht den Schluss, das wir endlich einmal damit aufhören müssen, Waren zu produzieren, die wir nach einmaligem oder vergleichsweise kurzfristigem Gebrauch wegwerfen?
    Als ich in den frühen 70er Jahren ein Kind war, tauchten erstmalig Einwegfeuerzeuge auf. Vorher gab es sie nicht, man hatte entweder Streichhölzer oder ein - metallenes - Feuerzeug zum Auffüllen. Schon damals kam mir das irgendwie pervers vor ... heute sind sie Standard. So sehr, dass sie beliebig sind, man passt nicht einmal sonderlich darauf auf. Man lässt sein Feuerzeug irgendwo liegen und klaut dafür ein anderes ...
    Mir leuchtet nicht ein, was an fossilen Brennstoffen "gutartig" sein soll.
    Zumindest nicht in der Art, wie wir sie verwenden, oder besser: Schamlos verbraten. Kraftstoffe sind das Eine, aber auch da kann man sicher in Frage stellen, wie rücksichtslos wir mit den Rohstoffen und den durch sie verursachten Folgen umgehen.
    Sicher kann ein aus Kunststoffen gefertigter medizinischer Artikel Menschenleben retten, das wird niemand in Frage stellen. Aber was für einen Umfang hat das denn - angesichts der Flut nutzloser Gimmicks, die aus Plastik hergestellt werden?

    Für mich steht außer Frage, dass spätere Generationen uns kopfschüttelnd und stinksauer auf uns herab sehen werden: Das wir den wertvollen Rohstoff fossile Brennstoffe für nutzlose und wertlose Gimmicks verbraten haben, lächerlichen Tand, den wir nach kurzem Gebrauch in die Tonne gekloppt haben, ohne auch nur einmal darüber nachzudenken.
     
  3. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Ja, hast schon recht, da habe ich über einen Kamm geschert. Wir können ja einen Aufzählungsthread für Unternehmen machen, die sich keineswegs wie Raubtiere verhalten. :illupyramide:
    Und doch liest man immer wieder von Paradebeispielen von Unternehmen und von Staaten, die dermaßen rücksichtslos sind, dass ihnen aufs Spiel gebrachte Menschenleben völlig egal sind:
    https://www.heise.de/tp/features/Indien-Tote-fuer-mehr-Wirtschaftswachstum-4060325.html
    Die Ordnungshüter der größten Demokratie schrecken scheinbar auch nicht davor zurück, Scharfschützen einzusetzen.

    Neulich war übrigens in der Presse von dem Phänomen einer neuen "Volkskrankheit" die Rede: Kreidezähne, brüchig und fleckig. In Verdacht stehen unter anderem Weichmacher in Plastik und wohl auch das schon vielgescholtene Bisphenol-A, aber auch Antibiotika und Infektionskrankheiten.

    edit: Das hatte ich noch vergessen: Die EU will Einweggeschirr und -besteck, Strohhalme und Wattestäbchen verbieten. Was haltet ihr von diesem Vorstoß?
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Mai 2018
  4. gaia

    gaia Meister

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    Das habe ich neulich auch gelesen.
    Ich halte eigentlich nicht viel von Verboten. Davon fühlt sich das Volk nur erneut gegängelt, genau wie bei den Glühbirnen.
    Einweggeschirr halte ich schon für sehr unötig.
    "Lustigweise" las ich dazu ein Statement bei Facebook:Ich nehme doch kein Plastigwegwerfgeschirr mit zum Picknik, sondern das aus Pappe. Und das soll umweltbwusst sein? Warum kein Geschirr das man gar nicht weg wirft, sondern spült???
    Ob das Verbot dann wohl auch dieses beschichtete Pappzeug betrifft? Und das Einwickelpapier beim Metzger?(
    In was soll der Kunde dann seine Wurst verpacken lassen? In mitgebrachte Plastikboxen oder Metallboxen ? Das wäre schon eine ziemliche Zwangsumerziehung.
    Wenn also dann Oma Knorki an der Theke keine Box mitgebracht hat, muss sie dann eine kaufen?
    Oder bietet man Boxenpfand an?
    Ich bin mir ingesamt unsicher was davon aus "hygienischen" Gründen überhaupt möglich sein wird und was das dann (mehr)kosten soll. Damit meine ich die Familien, die ohnehin schon so billig wie möglich einkaufen müssen. Das meine ich jetzt darauf bezogen, dass mehr als Wattestäbchen und Strohhalme verboten werden soll. sonst wäre das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Wattestäbchen aus Holz, Strohhalme aus Bambus gibt es allerdings schon. Man müsste also nicht darauf verzischten seinen Eiskaffe per Strohhalm zu schlürfen.
    Am Besten wäre dann aber wiederverwendbares Zeug.
    In manchen Bistros wird mit "biolgisch abbaubaren" Verpackungsmateria geworben. Auch "allyouneedfresh" macht das. Wenn das dann als Lösung gesehen wird, fände ich ein Verbot besonders blöd.

    Auf der anderen Seite hatte ich neulich erst fast schon einen Streit mit jemanden, der für meinen Kram unbedingt eine Plastiktüte wollte. Da saß im Kopf fest: Kartons sind doof, können kaputt gehen, ebenso wie eine Papiertüte. Plastik ist toll. Hält was aus. Wohin ich damit dann zu Hause soll, ist ja egal....
    Da werde ich dann wieder unschlüssig, ob ein klein wenig "Zwang" nicht doch gut ist.
     
  5. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Das wird dann wohl passieren: die meisten werden Einwegpapiergeschirr und Einwegholzbesteck zum Grillen mitnehmen. Wie die Energiebilanz bei der Herstellung der Einwegsorten ist, braucht es wohl einen Spezialisten, der dass dann vorrechnet. Vorteil von Papier: wenn es liegenbleibt, verottet es schneller. Und da sind wir bei einem weiteren Problem: viele Leute räumen ihren Müll weg, viele lassen es aber auch liegen. Hier in München kann man das in den Parks, in denen gerne gegrillt wird, eindrücklich sehen: die Parks sind nach einem Grillwettertag voll mit Müll. Das hat freilich mit der Haltung der Leute zu tun, denn wegräumen tun doch die Angestellten oder Beauftragten der Stadt. Wird ja wieder sauber. Tatsächlich könnte nicht nur Müll, sondern Geld gespart werden. Ist das schon zu viel gedacht?
    Ist das mögliche Verbot eventuell die Chance für essbares Einweggeschirr? Eine Alternative stellt es schon da, aber wie viele wollen es haben? Und wie steht es dann mit den Kosten?
    Ich bin schon auch eher für das Mitnehmen von eigenem Geschirr und Besteck. Will halt gewaschen und getragen werden.

    Wegen dem Einkauf: das ist natürlich eine ganz andere Einkaufskultur, wenn man die eigenen Tüten und Boxen nimmt, um sich rüber reichen zu lassen oder selbst zu nehmen. Es muss doch schon vor dem Plastiktütenhype schonmal funktioniert haben, sprich: die Oma, die nun doch keine Tüte mehr benutzen soll, kennt die Zeit, in der mit Einkaufskörben zu den Läden nebenan gegangen wurde. Meiner Mutter habe ich von einem Laden in München erzählt, in welchem man plastikfrei und mit wenig Verpackung einkaufen kann. Sie hat nur kommentiert: "Ist ja wie bei uns früher." Da solche Läden eher ein Mauerblümchendasein leben, müssen wohl diejenigen, die mit wenig Verpackung auskommen möchten, es auch wirklich wollen.
     
  6. gaia

    gaia Meister

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    Diese Wegwerf "Papier" Teller sind ja beschichtet und ich weiß nicht genau, wie lange es dauert bis sie verotten.
    Ich überlege sogar, ob es nicht gleich sinnvoller wäre Campinggeschirr zu verwenden. Also wieder verwendbaren Kram.
    Schöner ist natürlich normales Geschirr- es müssten ja nicht die teuersten Teller sein.
    Das war auch nur ein Beispiel wie schnell man denken mag, man handelt "umweltfreundlich". Ich könnte mich da durchaus auch verbessern.
    Das mit dem Müll ist hier ähnlich und da habe ich echt große Probleme nachzuvollziehen, warum man seinen Müll nicht anständig entsorgt.
    Unter Leuten die mit Rucksack unterwegs sind( also backpacking oder trekking) ist das Ehrensache die Natur so zu hinterlassen, wie man sie vorgefunden hat. Man schleppt seinen Müll also tatsächlich mit.
    Essbares Geschirr wird sicher weg geworfen.Und würde diversen Tieren als Nahrungsquelle dienen. Tauben, Ratten...
    Aber biologisch abbaubar wärs.
    Ich meine ja nicht einmal die Tüte, sondern das beschichtete Einwickelpapier. Oder Fleischverpackungen aus dem Kühlregal. Bei den Tüten wäre es relativ einfach nur noch Papier oder Stoff anzubieten. Aber bei solcher Ware?
     
  7. gaia

    gaia Meister

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  8. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Der Artikel ist wirklich interessant... Kenia ist demnach mit seinem Plastiktütenbann besonders streng. Wird jemand erwischt, droht eine erhebliche Geldstrafe. Interessanterweise sind Papiertüten mehrfach teuer, so dass sich dort ein großer illegaler Markt entwickelt hat. Dafür landen Plastiktütenschmuggler im Gefängnis.
    Ruanda beeindruckt durch seine Sauberkeit, aber was mich auch beeindruckt hat: die Regierung macht beim großen Aufräumen am letzten Tag des Monats mit, wenn quasi die ganze Bevölkerung das Land wieder auf Hochglanz bringt. Anscheinend fährt Ruanda mit der Strategie recht gut.
    Andererseits sind natürlich Plastiktüten und Einwegplastikgeschirr nur ein kleiner Teil des Mülls. Wurde dieser kleine Teil rausgepickt, da er sich in der Umwelt leicht verteilt? Andererseits: wo sollte man sonst oder auch anfangen, wenn man als relativ armes Land sein Land wieder sauber bekommen möchte...

    Beschichtetes Einwickelpapier: Da fällt mir auch nichts anderes ein. Wenn man das beim Einkaufen solcher Ware vermeiden will, geht wohl nur die Box...
     
  9. gaia

    gaia Meister

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    Es trifft halt gerade die einfachen Leute, was den illegalen Markt begünstigt.
    Da geht es nicht darum, dass man umweltfreundlich leben möchte, sondern dass man Angst vor Strafe hat.
    Bei Wikipedia kann man lesen, das Ruanda zwar wirtschaftlich voran kommt- aber das aufgrund der Ausbeutung seiner Rohstoffe.
    Auch sonst ist es in vielen Bereichen eigentlich kein Land in dem man unbedingt leben möchte, wenn man zB Wert auf Pressfreiheit legt......
    Trotzdem macht Ruandas Vorgehsnweise die Frage interessant, ob man nicht durch strenges Vorgehen etwas erreichen kann.
    In Deutschland würde man damit allerdings nicht sehr weit kommen, weil man schlichtweg die Partei nicht mehr wähen würde, die solche Strafe einführen will. In Ruanda wrd die Oppositiion halt unterdrückt und die Wahlen manipuliert.
     
  10. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Ich denke, dass du recht hast: in solchen Ländern wird durch strenge Maßnahmen durchaus etwas erreicht. Und vielleicht muss man dazu sagen: afrikanische Lösungen für die eigenen Probleme.
    Kenia hat sogar die strengsten Gesetze weltweit: vier Jahre Haft sind möglich. Dort kam das Verbotsgesetz nach sage und schreibe zehn Jahren durch.
    Afrika hat ein Problem - Wo sogar Kühe Plastik fressen
    Mich würde es nicht wundern, wenn noch mehr Regierungen und Länder in Afrika über Gesetzesvorschläge brüten. Und so, wie es sich liest, stecken in der Plastikindustrie die Wölfe. An die traut man sich in Afrika scheinbar nicht ernsthaft ran.
     
  11. gaia

    gaia Meister

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    Trotzdem würde ich unter den dort bestehenden Regierungssystem nicht leben wollen.

    Der Weg zu weniger Plastik für mich auch mit Freiwillgikeit verbunden.
    Aber was soll man nur mi den Dummen machen, die zB ihren Müll nicht bis zum Mülleimer tragen können?
    Auch das Müllproblem ist für mich genau damit verbunden: Dummheit, Gleichgültigkeit und Egoismus.
    Hierbei gehts nicht mal um wenger Plastik und Einkauf in besonderen ( und teureren) Läden.
    Es müsste erst einmal im Kleinen anfangen: anständiger Müllentsorgung.
    Dann müsste Fleisch von der Metzgertheke für alle bezahlbar sein.
    Discounter müssten (mehr) offene und bezahlbare Ware anbieten. Eine Metzgertheke einführen.
     
  12. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Nein, dort würde ich auch nicht leben wollen. Die beiden Länder, die in der Bekämpfung des Plastikmülls als Positivbeispiele angeführt werden, haben ihr Müllproblem insgesamt noch keineswegs im Griff. Ich weiss nicht mehr, in welchem Artikel es stand, aber es war formuliert, dass noch ganz andere Müllprobleme gleichzeitig vernachlässigt würden.

    Und dann ist da noch das Problem Mikroplastik, welches noch keine einziges Land ernsthaft angegangen ist.
    heißt es im Artikel Mikroplastik: Von der Waschmaschine ins Meer (... und in unsere Mägen...). Die NABU bezieht sich dabei auf Untersuchungen, die vom Umweltbundesamt veröffentlicht wurden. Die Landesregierung in Niedersachsen veröffentlichte, sich auch auf Untersuchungen beziehend, dass wesentliche Quellen für Mikroplastik Reifenabrieb, aber auch Kunstrasen seien. Kosmetikartikel stehen schon seit Jahren in Verdacht - kein Wunder also, dass sich Initiativen wie STOP! MICRO WASTE gründen.

    Die Frage ist freilich, wie Leute, die sich überhaupt nicht um den Verbleib oder die Menge des Mülls scheren, für diese Problematiken sensibiliert werden. Braucht es dazu einen Vorfall wie in Kenia, wo die Plastikteile aus den verendeten Kühen herausgeholt worden ist? Oder reichen dazu andere Irritationen, zum Beispiel von Aktivisten, die mit ihren Aktionen Leute zum Nachdenken über das eigene Handeln anregen?

    In München gibt es zum Beispiel das RAMADAMA, eine Aktion, in welcher an ausgewählten recht natürlichen Orten in München (zum Beispiel in Flussauen) fleißig Müll aufgeräumt wird. Oder es wurden riesige to-go-Becher aufgestellt mit einer Aufschrift "Wir haben es satt". An der Isar gab es eine Kronkorkenkampagne: die Sammler konnten Bierkästen gewinnen - sah so aus:
    Die Münchner Kronkorken-Challenge. Die probieren es mit "Spaß" - auch eine Taktik. Die Isar sieht allerdings immer noch regelmäßig vermüllt aus. Wie viel Mühe reicht für Sauberkeit aus?
     
  13. gaia

    gaia Meister

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    Ich habe erst gestern an anderer Stelle darüber diskutiert.
    Traurigerweise gehen Vorschläge immer in eine Richtung die die belasten, die wenig Geld zur Verfügung haben und nicht ohne Grund verpackte Ware( zB Wurst, Fleisch, Käse)bei Aldi und Co kaufen.
    Tatsächlich ist es ja eigentlich so, dass jeder gerne diese Artile an einer Theke kaufen würde. Nur werden die zum einen nicht überall angebten und zum anderen sind sie teurer.
    Meine Idee würde also in Richtung Belohnung gehen. Das heißt der Staat sollte die Verkäufr belohnen die verpackungsfrei anbieten, so dass die ihre Preise nach unten anpassen können und sowas wie Theken auch für Discounter interessnt werden.
    Sämtliche Plastikfreie Produkte könnten da mit einbezogen werden.
    Man muss es den Leuten leichter machen umweltfreundlich zu leben, nicht schwerer.
    Umweltschutz muss chic werden, damit ein gewisser Teil der Jugend dem Ganzen folgt. Das wäre auch Aufgabe verschiedenen Vorbilder( wenn die Eltern da schon versagen sollten).
    Schon Kinder kann man dementsprechend prägen, indem man das Fernsehprogram strippt und mehr Wert auf Inhalte legt, die die Kinder nach draußen zieht und die Liebe zur Natur entdecken lässt.
    Ganz zu schweigen davon, dass die zunehmende Digitalisierung wohl viele Menschen entsozialisiert.....
     
  14. streicher

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    Ja, es wäre zielverfehlt, wenn nur die gutsituierten sich den wenig Müll abwerfenden Lifystyle leisten können. Die Läden, die weitgehend verpackungsfrei Ihre Ware anbieten, habe ich schon erwähnt. Der "Ohne-Laden", welcher im Schickeria-Viertel, sorry, Studentenviertel, also in Schwabing in München aufgemacht hat, hat sich zuerst als plastikfreier Supermarkt verstanden. Die Inhaber haben hehre Ziele, allerdings ist der Laden eindeutig eher ein Feinkostladen, der aber auch noch ganz andere Produkte anbietet, Zahnbürsten aus Bambus made in China zum Beispiel. Wie nah sind wir also am nachhaltigen Ziel dran?
    Die Waren sind durchaus top, aber auch preislich sehr anspruchsvoll. Es gibt verpackungsarme Supermarktketten in de Kanada, deren Preise auf Ebene mit den sonstigen Supermärkten liegen, wenn nicht sogar darunter. Das sollte eigentlich auch nicht überraschen, denn die Verpackung wird dort doch gespart. Mich wundert ohnehin das die Gleichung "Bio/Öko ≙ Teuer" fast durchgängig zutrifft. Soweit ich allerdings weiß, probiert die Basic-Supermarktkette den Sprung nach vorn, indem sie eine verpackungsfreie Abteilung einführt.
    Dir gebe ich recht, wenn du sagst, dass Umweltschutz chic werden muss. Wenn etwas attraktiv ist, zieht es an. Andererseits fragt man sich, dass es sich nicht von selbst feststellt, dass eine vermüllte Stadt, ein vermüllter Wald, ein vermüllter Strand unattraktiv ist. Sollte man den Leuten Wege eröffnen, dass sie auch etwas machen können? Vielleicht haben sie gelernt, dass man bei der Gestaltung der eigenen Umgebung nicht mitreden noch mitwirken kann. Ich vermute nämlich auch, dass die überaus meisten ihre nächste Umgebung durchaus attraktiver gestalten wollen würden. Die Vorstellungen dürften wohl unterschiedlich sein, aber man muss sich halt auch mal zu Tische setzen.
     
  15. gaia

    gaia Meister

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    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2018 um 09:55 Uhr
  16. Giacomo_S

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    Wenn China aufhören würde, so viel nutzlose Gimmicks, minderwertigen Schrott und schlicht disfunktionale Produkte herzustellen, dann könnte der Plastikmüll mindestens noch einmal auf die Hälfte schrumpfen.
     
  17. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Ja, diese nutzlosen Gimmicks: das absurdeste, was ich bislang gehört habe, war: mit Wasser in Plastiktüten eingeschweiste Goldfische - die dann nur noch wenige Stunden zu leben haben. Dazu gehört auch wenig Respekt vor dem Leben.

    Zu der Entsorgung: bislang war nichts davon zu hören, dass ein Land als Müllhalde in die Bresche springen würde. Das hat etwas Gutes weil Notwendiges: wir sind dazu gezwungen über Strategien nachzudenken, wie wir den Plastikmüll vermeiden, da wir das Problem nicht mehr weiterschieben können.

    Neuerdings habe ich auf bento.de folgenden Artikel gelesen: Die 5 einfachsten Wege, um Plastik aus deinem Kühlschrank zu verbannen
    Die Wege sind:
    • Glas statt Plastik
    • Frischetheke statt Kühlregal
    • Selber machen statt Fertiggericht
    • Wachstuch statt Plastikfolie
    • Leitungswasser statt Plastikflaschen
    Sind diese Punkte leicht nachvollziehbar? Woran hapert eine Umsetzung?

    Wir haben uns neuerdings überlegt, in unserer Wohnungseigentümergemeinschaft den Punkt Müll anzusprechen, denn unsere vier großen Tonnen reichen schon fast nicht mehr aus. Und eigentlich kann das nicht sein. Die nächsten Trenntonnen stehen nur 150m weiter, und die Leute schaffen es nicht einmal, den Plastik, Glas und Alu zu trennenund die paar Meter zu gehen. Andererseits beschweren sie sich über Kosten der Verwaltungsgesellschaft. Da gehört aber der Punkt Müll dazu. Man träume sich mal, dass man zwei solche riesigen Restmülltonnen sparen könnte. Wenn die Leute hier gescheit trennen würden, wäre das wahrscheinlich sogar möglich. Wenn sie aber tatsächlich auch noch Müll vermeiden würden, wäre noch einiges mehr möglich...