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Tabakwaren vor Gericht ...

Dieses Thema im Forum "Medizin" wurde erstellt von saschay2k, 22. Juni 2007.

  1. Guest

    Guest Guest

    Also Bitte! Wir sind doch in Deutschland.

    Für so gut wie jeden Stoff der auch beim Rauchen entsteht gibt es selbstberständlich Grenzwert - und die - ich habs schon ein paar mal geschrieben - werden selbst in der verräuchertsten Hafenkneipe nicht annähernd erreicht.

    Was hier immer wieder gerne vergessen wird, ist daß wenn ich im normalen Leben täglich die Menge X an Schadstoffen aufnehme und an einem Kneipenabend zusätzlich nochmal 2% mehr durch passivrauchen macht es herzlich wenig Sinn gerade die 2% eleminieren zu wollen.

    Oder anders herum warum dem Raucher seinen Glimmstengel wegnehmen, wenn das was aus der Küche an Schdstoffen kommt viel schlimmer ist?

    Warum wird in dieser ganzen Umwelt/Gesundheitsdebattenscheiße eigentlich immer derjenige gegängelt der am wenigsten zum Problem beiträgt und die fetten Verursacher totgeschwiegen?

    An Ärztepfusch und Hygieneproblemen inKrankenhäusern sterben mehr Menschen als am Rauchen, Aids, Autofahren, Saufen usw. zusamen.

    Aber blöd rumheulen daß der Tischnachbar mit seine Kippe Lungenkrebs bei passivrauchern verursacht. :don:

    Is genau wie bei der Feinstaub Debatte.
    Da haben leute jahrelang mit hoher Belastung am Mittleren Ring gewohnt ohne daß sie das groß gestört hätte, jetzt wo nur noch 10% von dem Staub umherschwirrt bekommen sie Hustanfälle wenn sie das Fenster aufmachen und verklagen die Stadt auf einrichtung einer Umweltzone.

    Die Idioten geben nach und zwingen die Autofahrer zu mords Umwegen, was natürlich mehr Abgase zur folge hat.

    Und? Fallen die dann außerhalb der Umweltzonen zu Boden und versickern da?

    Nein, sie werden vom Wind in die Umweltzonen getragen. Unterm Strich sind es dann mehr Abgase als vorher.
    Aber hauptsache ein riesen Fass aufmachen und Leuten die es sich nicht leisten können den neuesten Umweltflitzer zu kaufen das Auto wegnehmen. Soll die scheiß Unterschicht doch Bus fahren, dann ist auch mehr Platz für die Bonzen mit den neusten Rußfiltern.

    Die dürfen auch in Umweltzonen wenn sie wirkungslos sind und keine Betriebserlaubnis besitzen, ist doch egal - hauptsache das Schmiergeld der Filterindustrie hat sich bezahlt gemacht und die Ökos mit ihren Holz/Pellet Heizungen verpesten sowieso die Umweltzonen.
     
  2. Mother_Shabubu

    Mother_Shabubu Ehrenmitglied

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    Das andere Ende des Kreises
    Darf sich nicht jeder DJ schimpfen, der in der Lage ist, seinen MP3-Player in die Anlage zu stöpseln und auf "Play" zu drücken?
    Er sollte wissen, wie laut die Musik ist, aber er weiß es nicht automatisch.
    Natürlich gehe ich wegen der Musik in die Disko. Ab und zu ist es aber ganz nett, wenn ich mit meinem Gegenüber ein, zwei Worte wechseln kann, ohne deshalb vor die Türe gehen zu müssen.
     
  3. JimmyBond

    JimmyBond Ehrenmitglied

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    naja, in der regel findet man in discotheken keine stuemperhaften amateure, die einfach nur play druecken muessen. die haben schon ahnung, von dem, was sie machen.

    qualitaet der boxen, lautstaerke, etc werden vor dem abend gecheckt. keine ahnung, ob vor jedem abend, aber es passiert. und wenn probleme entdeckt werden, werden diese schnellsmoeglichst behoben.

    gehst du denn immer mit jemanden vor die tuer, wenn du dich unterhalten willst? oder unterhaelst du dich einfach nicht?

    also ich finde, mit bischen uebung isses recht normal sich in dissen zu unterhalten - wenn man jetzt nciht unbedingt direkt anner box steht :zwinker:
     
  4. IMplo

    IMplo Großmeister

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    Darf sich nicht jeder DJ schimpfen, der in der Lage ist, seinen MP3-Player in die Anlage zu stöpseln und auf "Play" zu drücken?

    Hehe, nein, denn wenn es so wäre, würden wir keine DJs haben. Ein DJ muß mixen können, dazu Lieder gut kennen, Geschwindigkeiten und Startpunkte verwalten, Effekte einarbeiten...jedenfalls, falls du nicht die Dorf-DJs meinst, die als "Alleinunterhalter" auf Hochzeitsgesellschaften paar MP3s (oh Sünde!) vom Laptop leiern lassen.

    Greetz!
    IMplo
     
  5. Shishachilla

    Shishachilla Ehrenmitglied

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    oh mann, hätt ich doch nie den DJ angesprochen! :lol:

    Eigentlich gehts doch gar nicht darum, wer sich DJ nennen darf, sondern darum, dass die gesetzliche Auflagen bekommen haben, wie laut die Musik sein darf. Das wiederum geht jedem anders rein, der eine empfindet das als irrsinnig laut (meine mum mit Sicherheit :roll: ) der andere findet das für den Augenblick genau richtig ( :D ). Aber immerhin, es gibt Vorschriften. Und wem das nicht reicht, der geht einfach woanders hin, wo es nicht so laut ist. Das nennt man übrigens auch Rücksichtnahme: dass man nicht in der Disko zum Leidwesen von hunderten seinen eigenen Willen durchsetzt und darauf besteht dass die Musik runtergedreht wird (mal davon abgesehen, ob der Betreiber das überhaupt machen würde :roll: ), sondern jedem seinen Spaß lässt und eben in die Kneipe nebenan geht, wo es etwas ruhiger ist!
     
  6. IMplo

    IMplo Großmeister

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    Was versuchen wir hier eigentlich?
    Bzw. du? Die Gefährdung die von Zigarettenrauch ausgeht zu leugnen?
    Is doch quatsch. Dat Zeug ist schädlich, wissen wa alle, und für meinen Sitznachbar isses logischerweise auch schädlich (ob jetzt mehr oder weniger is egal). Und da wir alle rücksichtsvolle Menschen sind, lassen wir das Rauchen in direkter Gegenwart von Menschen die dadurch nicht ihre Gesundheit beeinträchtigen wollen.
    Aber warum darf ich meinen Laden nicht nur für die einen öffnen?
    Bzw. wenn ich weiß, dass in einem Laden nur Mucke läuft die mir nicht reingeht, dann geh ich da auch nicht rein!

    Nein, ich versuche nicht zu leugnen, aber ich relativiere. Ich zeige bloß auf, daß es immer die Sume der Gifte ist, die krank macht, und nicht nur die Gifte "in geschlossenen Räumen". Ich zeige damit auf, daß man nicht so einfach von Erkrankungen sprechen kann und diese ursächlich zuweisen, ohne dabei auch den Gesamteintrag an Giftstoffen zu berücksichtigen, der nicht aus der zugewiesenen Ecke (Passivrauchen) kommt.

    Rücksichtnahme ist selbstverständlich, wenn man als toleranter Mensch unterwegs ist - dann respektiert man auch die Freiheit des Anderen. Ich rauche nicht, wo es verboten ist, und wenn mich ein Nichtraucher an erlaubter Stele anspricht, daß es ihn störe, gehe ich auch da ein wenig auf Seite, damit er seine Zeit genießen kann.

    Ich frage mich allerdings, ob ein Verbot einer Substanz auch nur das geringste bewegen wird - und denke daß ein Verbot abgesehen von einer gewissen Kriminalisierung nichts einbringt. Wer Raucher sein will, ist es, Verbot hin oder her. Das sollten auch Nichtraucher begreifen und lieber nach einer gemeinsamen Kultur im Umgang MIT Tabakkonsumenten suchen, anstatt zu verbieten und zu trennen.

    LG
    IMplo
     
  7. Shishachilla

    Shishachilla Ehrenmitglied

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    Oh Discordia!!!!
    Aber nirgendwo als in geschlossenen Räumen ist es so einfach dieser Belastung entgegen zu wirken!
    mann, wie willst denn das alles berechnen, außerdem die gleiche Antwort wie zuvor. Du kannst die Menschen nicht vor allem beschützen, aber du kannst als staat ihnen helfen sie vor dem zu beschützen, was sie nicht wollen/sie krank macht. Und wenn jetzt einer unbedingt eine Nichtraucherkneipe will, aber jedes Wochenende zum Bungeejumping und Freeclimbing geht, dann ist das trotzdem seine Sache!
    Naja, es bewegt immerhin alle Raucher vor die Tür! :rofl:
    Des weiteren ist die gesundheitliche Belastung der Nichtraucherlunge durch Tabakgifte an diesem Abend gebannt. Dafür hab ich durchaus Verständnis.
     
  8. IMplo

    IMplo Großmeister

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    Aber nirgendwo als in geschlossenen Räumen ist es so einfach dieser Belastung entgegen zu wirken!

    Mag sein, daß das einfacher ist, aber richtiger wird es dadurch trotzdem nicht ;)

    mann, wie willst denn das alles berechnen, außerdem die gleiche Antwort wie zuvor. Du kannst die Menschen nicht vor allem beschützen, aber du kannst als staat ihnen helfen sie vor dem zu beschützen, was sie nicht wollen/sie krank macht. Und wenn jetzt einer unbedingt eine Nichtraucherkneipe will, aber jedes Wochenende zum Bungeejumping und Freeclimbing geht, dann ist das trotzdem seine Sache!


    Das Berechnen überlasse ich den Fachleuten. Auch ohne genaue Zahlen ist es immer so, daß die Summe der Gifte die Krankheit ausmacht. UNd wenn nun einer behauptet, er sei wegen Passivrauchens zum Lungenkrebs gelangt, aber gleichzeitig an einer Großkreuzung in einer großen Stadt aufgewachsen ist (nur ein Beispiel und natürlich konstruiert), dann ist ein Zweifel an seiner Aussage durchaus berechtigt. Dementsprechend kann der Staat nicht bloß ableiten, daß etwas gegen die Raucher in seinem Umfeld zu tun ist, sondern auch gegen die Abgasbelastung an dieser Kreuzung. Soll ja auch in der Praxis so sein, siehe Umweltmarken, Katalysatoren, etc.

    Warum also diese Trennung von "Innengiften und Außengiften"? Nur weil es einfacher ist? Das Leben ist am einfachsten, indem man es beendet, dann gibt es nämlich auch keine weiteren Komplikationen mehr ^^ Eine Lösung für die Lebenssituation stellt es, auch wenn es einfacher ist, nicht dar, oder?

    Naja, es bewegt immerhin alle Raucher vor die Tür!
    Des weiteren ist die gesundheitliche Belastung der Nichtraucherlunge durch Tabakgifte an diesem Abend gebannt. Dafür hab ich durchaus Verständnis.

    Ich im Prinzip auch. Dennoch finde ich es schade, daß es nur ein Verbot gibt, anstatt kultivierten Umganges mit dem Tabakkonsumenten.
     
  9. Shishachilla

    Shishachilla Ehrenmitglied

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    Oh Discordia!!!!
    Und was genau soll daran falsch sein, wenigstens schonmal die eine Belastung einzudämmen? :O_O:

    Und was ist dann jetzt genau schlimm daran, dass mittlerweile eben auch was gegen die Rauchbelastung getan wird? Die Argumentation versteh ich jetzt nicht. Gegen die Abgase an der Kreuzung wurde was getan, dass die Eltern den ganzen Tag die Wohnung zuqualmen, das ist dann trotzdem ok, oder wie?

    Ich denke das eine schließt das andere nicht aus. Unter kultiviertem Umgang versteh ich schon das, was das Gesetz jetzt mit einschließt, nur fehlt mir eben da noch die Kleinigkeit mit der Selbstbestimmung des Wirtes. Er hat eigentlich keine Handlungsmöglichkeiten mehr.

    Edit: Versuch doch mal bitte das mit dem "zitieren", dann wirds nicht so unübersichtlich. ;-)
     
  10. IMplo

    IMplo Großmeister

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    Natürlich soll man die Raucher im "Kreuzungsbeispiel" nicht rauchen lassen und nur die Abgase der Autos bekämpfen, sondern beides. Das Beispiel diente zur Begründung meiner Ansicht, daß man immer alle Gifte einbeziehen muß, die ein Mensch aufnimt, nicht nur die drinnen oder draussen.

    Also ein Gesetz, daß mir etwas verbietet zum Schutz des Anderen mag sinnvoll sein. Nach meiner Definition schließt ein kultivierter Umgang mit der Problematik ein Verbot aus. Das ist nicht kultiviert, sondern simpel. Ich gebe zu, daß es vermutlich neben simpel auch effektiv ist...

    Traurig ist insbesondere, daß es zu einem solchen Gesetz kommen mußte. Wegen einiger militanter Raucher und auch Nichtraucher, die sich am kultivierten, toleranten Umgang nicht beteiligten und gegenseitige Rücksicht nicht nahmen, sind nun gleich alle rücksichtsvollen Raucher ans Gängelband genommen worden. Nicht zu ändern, aber sehr schade.

    IMplo
     
  11. Shishachilla

    Shishachilla Ehrenmitglied

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    Alle die früher in den Kneipen geraucht haben waren militant und rücksichtslos?

    Ich denke nicht, dass es an den militanten Rauchern/Nichtrauchern lag, sondern dass auf irgendeinem Weg das Rauchen in geschlossenen öffentlichen Einrichtungen eingeschränkt werden musste, zum Schutz derer, die nicht rauchen und die auch nicht damit belastet werden wollen. Und da hat der Staat (bzw. eigentlich richtet es sich ja nach bestehenden EU-Vorlagen) eben alle Nichtraucher unter einen Hut gekehrt. Und auch bei der Sache mit der öffentlichen Einrichtung bin ich nicht so ganz einverstanden. Da der Wirt jederzeit sagen kann er lässt den ein oder anderen wegen dem ein oder anderen Grund nicht rein, ist das für mich eigentlich keinen Meter mehr öffentlich. Eigentlich is das ne ganz private Sache des Besitzers. Es gibt ja auch genug Kneipiers die schon vor dem Gesetz lieber eine rauchfreie Kneipe betrieben haben, einfach weil sie vllt selbst Nichtraucher sind.
    Die Sache mit den Angestellten lass ich jetzt einfach mal außen vor, schließlich kann ein Wirt so wie er Raucher abweisen kann auch nur Raucher einstellen, womit sich das Problem imho relativiert. Wer selbst raucht sollte auch fähig sein an einem verrauchten Arbeitsplatz zu arbeiten.
     
  12. Hans_Maulwurf

    Hans_Maulwurf Großmeister

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  13. Giacomo_S

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    N.B.: Ist Bier trinken in der Kneipe etwa kein Drogenkonsum in der Öffentlichkeit ? Zumal Alkohol eindeutig psychoaktiv ist, Nikotin aber nicht ...

    Selbst in Bayern mit dem bislang härtesten Nichtrauchergesetz lebend und in der Gastronomie tätig sage ich nur: Die NRWler wissen offenbar nicht, was sie sich da antun.

    Hier in München hat die harte Regelung im Grunde zu mehr Unmut als vorher geführt - und tut es noch. Schickt man die Raucher von der Kneipe auf die Straße, dann unterhalten sie sich. Und das gibt immer Ärger mit den Nachbarn. Es ist nicht mehr die laute Musik, die den Ärger macht (denn die lässt sich erfolgreich abdämmen), sondern es sind die Menschen auf der Straße. Größere Lokale kommen ohne mittlerweile 2 Türsteher nicht mehr aus, auch um die Leute draußen um Ruhe anzuhalten. Letztlich auch eine lästige und ungastliche Situation, zumal man auch den Leute nur begrenzt den Mund verbieten kann.
    Darüber hinaus fühlen sich andere Gäste zum Brüllen über die Straße hinweg animiert - alles Situationen die vorher erst gar nicht zustande kamen: Da wurde man nämlich weggeschickt wenn man sich auf der Straße gruppierte.

    Als Wirt sieht's dann so aus: Entweder eine Strafe wg. des Lärms, oder eine Strafe wegen Rauchens. Also gibt's dann immer eine Strafe.
    In der Praxis sind kleinere Late-Night-Bars in Nebenstraßen dazu übergegangen, ab einer bestimmten Uhrzeit (0:00 oder so) das Rauchen zu gestatten, der Nachbarn zuliebe, aber auch, weil das Kreisverwaltungszeit zu so später Zeit ohnehin keine Kontrollen mehr durchführt.
     
  14. Hans_Maulwurf

    Hans_Maulwurf Großmeister

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    Natürlich ist Bier trinken Drogenkonsum und ich fühle mich durch besoffene öfter gestört als durch Raucher. Da aber scheinbar niemand bereit ist sein Bierchen in der Abgeschiedenheit eines Bahnhofklos zu sich zu nehmen werd ich damit wohl leben müssen.

    Als Nichtraucher sehe ich das Rauchverbot inzwischen positiv, wobei mich das gequalme früher auch nicht wirklich gestört hat, erkenne aber schon die von dir angesprochenen Probleme.

    Was jetzt aber von der ursprünglichen Frage ablenkt.
    Was hat das ganze mit dem Elektro-Glimmstengel zu tun?
     
  15. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    @ Hans_Maulwurf,

    deine Frage kann ich Dir gerne beantworten. Es geht um Ideologie, nicht um Gesundheitsschutz.

    Die treibende Kraft hinter dieser Regelung ist die Gesundheitsministerin aus NRW, Barbara Steffens (Grüne), die seit einem Jahr einen Feldzug gegen die "E-Zigarette" führt. (Motive unklar, wahrscheinlich aber politischer Messiaskomplex, verbunden mit falsch verstandenem Gutmenschentum. Oder vielleicht nur Schützenhilfe für eine Parteifreundin, die zufälligerweise Vorsitzende vom Verband der deutschen Cigarettenindustrie ist?)

    Sie hat sogar schon vor einem Jahr ein Gutachten in Auftrag gegeben, um von externen Experten feststellen zu lassen, ob E-Zigaretten denn nun "Rauchen" seien oder nicht. Fazit: Nein, kein Rauchen im Sinne des NRSG, da keine Pflanzenteile verbrannt und inhaliert werden. Auch vom zu erwartenden gesundheitlichen Risiko her würde es keinen Sinn machen, die E-Zigarette mit dem Tabakrauchen gleichzustellen.

    Auswirkung des Gutachtens auf Frau Steffens: Sie hats ignoriert und ihre Ideologie weiter durchgedrückt. Das ist erst vor ein paar Tagen durch eine Anfrage der Piraten aufgeflogen.

    Anfangs hat sie es über die Arzneimittelschiene probiert (sei ja sowas wie Nicorette), ist damit aber bisher vor jedem deutschen und europäischen Gericht gescheitert. Denn: Die Arzneimittelrichtlinie ist klar: Als Arzneimittel darf nur gelten, was eine nachweisbare Heilwirkung hat (Funktionsarzneimittel), oder keine Heilwirkung hat, aber von der Aufmachung her wie ein Arzneimittel vertrieben wird (Präsentationsarzneimittel). Beides ist im Falle der E-Zigarette nicht der Fall. Und selbst wenn einzelne Produkte in der Aufmachung eines Arzneimittels herkommen, dann kann eine Einordnung als PRäsentationsarzneimittel höchstens für dieses eine Produkt gelten, nicht aber für alle E-Zigaretten.

    Die E-Zigarette ist also deswegen im NRSG aufgenommen worden, weil eine Politikern wider besseren Wissens das so durchgedrückt hat - und das Thema für niemanden interessant genug war, sich damit auseinander zu setzen (außer den Piraten, aber die sind zu klein, um alleine was zu erreichen).

    Für mich ist das eine vertane Chance um die Frieden zwischen Rauchern und Nichtrauchern herzustellen.

    Es stimmt, Rauchen kann andere belästigen - das erlebe ich selbst so. Dampfen (das Benutzen einer E-Ziggi) hingegen kann nur schwerlich belästigend wirken: Der ausgeatmete Dampf besteht im wesentlichen aus den gleichen Chemikalien, wie der Nebel einer Nebelmaschine aus der Disco. Er ist geruchslos oder riecht leicht süßlich und verzieht sich nach wenigen Sekunden komplett. Gefahren für Dritte durch Passivdampf konnten bisher nirgends nachgewiesen werden. (Auch DAS weiß Frau Steffens, aber auch hier behauptet sie gegen alle Beweise, dass dem nicht so sei).

    Ich vermute aber, dass der nachhaltigste Effekt dieses neuen NRSG ist, dass der mittelmäßig informierte Bürger (oder in dieser Materie: der kräftig DESinformierte Bürger) jetzt den Schluss zieht "Na wenns im NRSG steht, dann muss es mindestens genau so schlimm wie Rauchen sein"...

    Angst und gezielte Falschinformation sind die Mittel, mit denen gegen die E-Zigarette vorgegangen wird.

    edit: Noch ein Nachtrag zum Biertrinken:

    Beim Alkoholkonsum ist das aber imho anders gelagert: Dabei entstehen, anders als beim Rauchen, nicht unweigerlich gesundheitliche Belastungen für Dritte. Und es gibt Abstufungen - die gibts beim Tabakrauchen nicht.

    Abgesehen davon sollte man nicht vergessen, dass Kneipen historisch gewachsen die Orte sind, an denen Alkoholkonsum und Tabakrauch eigentlich bisher immer zelebriert wurden. Es sind ja abgegrenzte Bereiche, die eigens deswegen existieren. Deswegen finde ich es eigentlich schade, dass diese soziale Institution zunehmend aufgebrochen werden soll.

    Als nächstes werden die Volkserzieher wohl den Alkoholkonsum in Pilsstuben reglementieren wollen.
     
  16. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    So ist es.

    Es gibt Leute, die der Meinung sind: Was für ein Sündenbabel, da wird ja nur gesoffen und die Leute rauchen wie die Schlote.
    Was sie nicht sehen: Wie viele Leute dort arbeiten, darunter Menschen, die u.U. nur schwierig Arbeit bekämen. Und wie die Menschen, Mitarbeiter wie Gäste, sich um einander kümmern. Eine kleine Kneipe (bairisch: "Boarzn") ist oft ein sozialer Brennpunkt. Mehr als einmal habe ich gesehen: Ein Gast, der in der Stadt keine Angehörigen hat, liegt im Krankenhaus, und alle Kneipenvögel kümmern sich um ihn und sein Gewese. Finde ich ein Ding.

    @ Hans_Maulwurf
    Den Nichtraucherschutz find ich i.O., und es auch richtig, und unterstützenswert. Vor der harten Regelung hier in Bayern hatten wir eine Kompromisslösung: Es wird nicht geraucht, es darf aber einen Raucherraum geben, in dem nicht serviert wird (Mitarbeiterschutz). Kleine Kneipen konnten selbst entscheiden. Damit konnten wir doch alle leben, oder ? Wer keinen Rauch will, hat genug Auswahl an Gastro - er muss ja nicht partout in die "verruchte" kleine Bar gehen. Und wenn .... na dann muss er es eben ertragen. Leider haben sich aber - per Volksentscheid - die Erbsenzähler durchgesetzt. Leute, die eh nie ausgehen.