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Filmtipps

Dieses Thema im Forum "Fernsehen, Kino und DVD" wurde erstellt von Tesla.N, 5. Februar 2003.

  1. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.689
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    Halte ich auch für schlüssig. Der Mensch wird geprägt. Und auch der Werdegang der Ablehnung ist eine Prägung. Auch Nietzsche hat sich noch mit Religion befasst und seine Schlüsse gezogen, als er sich schon längst vom Glauben losgesagt hat und in Richtung Nihilismus steuerte. Dass der ursprüngliche "Marxismus" also messianischen Touch hatte, dürfte zu dem Zeitpunkt auch kein Zufall gewesen sein.
    Vielleicht sehen es einige Gläubige dort drüben auch so. Aber das ist auch die Konstruktion von dieser Dualität, dass man es so sehen kann. Geht man der paulinischen Linie nach, ist jeder amerikanische Präsident von Gott eingesetzt gewesen.
    Wo hast du das gehört? Sind Landeskirchen gemeint?
    Vielleicht sehen die hochrangigen Kirchenleute die Chance, in der Jugend für die eigenen Interessen zu baggern. Wenn also die Greta Thunberg nach Rom reist und den Papst trifft, wird er sich diese Chance nicht entgehen lassen. Auch Freikirchen fischen übrigens gerne unter Kindern und Jugendlichen.
    Das mag sein. Umwelt und Klima ist allerdings auch schon ziemlich lange Thema, jetzt könnte ein Hype folgen. Ja, vielleicht. Ich schaue allerdings auch kein Fernsehen.
    Amerikanische Unterhaltung - eher Film, oder auch Serien?

    In München scheint das Filmfestival in Gefahr zu laufen, in den kommenden Jahren aufgrund fehlender Gelder nicht mehr stattzufinden.
     
  2. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

    Beiträge:
    743
    Registriert seit:
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    In alternativen Medien gehört. In welchen, die davon ausgehen, dass die Thunberg und Veranstaltungen wie FridaysForFuture von Organisationen gelenkt werden, die in erster Linie ihre eigene Lobbyarbeit betreiben, und die Naivität der Kinder/Jugendlichen ausnutzen, um die Erwachsenen damit zu erpressen, um politische Lösungen im Sinne der Organisationen zu bewirken. Kirchentagspräsident Leyendecker hat neulich gemeint, dass Klimaleugner keinen Platz auf dem Kirchentag haben. Das mag kein Beweis dafür sein, dass in Kirchen Klimaschutz gepredigt wird, aber ist sicherlich ein Zeichen dafür, dass zumindest die Evangelische Kirche mit der aktuellen Laufrichtung konform geht. Und dann hörte ich noch was von der Ausübung der erzchristlichen Tradition des Malens von Vulven mit Kreide auf den Boden auf dem Gelände des Kirchentages. Da weiß ich gar nicht mehr, wen ich für bekloppter und am christlichen Thema vorbeischießender betrachten soll: die Christen, die in jeder Entwicklung gleich den Antichristen und die bevorstehende Rückkehr Jesu erkennen wollen, oder die Christen, die sich der aktuell herrschenden Klasse und Meinung anbiedern.

    Daran hatte ich noch gar nicht gedacht, und ich kann mir das gut vorstellen. Die hochrangigen Kirchenleute gehen vielleicht davon aus, dass wenn sie sich an die aktuell weitverbreitesten Ansichten anpassen, dann werden sie neue Gemeindeglieder damit werben können. Vielleicht kalkulieren sie auch ein, dass die Menge an neuen Gliedern größer sein könnte, als die Menge an Austritten.

    Eher Film, Serien im Prinzip nur, wenn sie mich richtig packen, wie momentan Twin Peaks. Ich schaue auch gerne YouTube-Videos über Filmthemen, von Fantheorien über z. B. die Bedeutungen der Twin Peaks-Geschichten, bis hin zu Hintergrundgeschichten, wie bestimmte Filme entstanden, welche Bedeutung sie im historischen Kontext haben, und vor allem, wie das Medium Film Geschichten mittels Bildkomposition, Tönen, Musik, Worten und der Montage all dieser Elemente erzählt.

    Scheint ein Trend zu sein, dass kulturelle Einrichtungen (genauso wie viele Sportvereine und Clubs) Gefahr laufen Pleite zu gehen, weil kein Nachwuchs mehr nachkommt, bzw. nicht genug Leute Interesse haben, um den Erhalt zu finanzieren, und Personal zu stellen. Und das ist für viele Menschen bedauerlich, vor allem für diejenigen, die viele, viele Jahre Zeit, Geld und Leidenschaft in ihr Hobby gesteckt haben. Ich bin auf der anderen Seite aber auch kein großer Freund davon, wenn kulturelle Einrichtungen und Vereine dann an den selben steuerlichen Tropf gehängt werden wie Banken und Kommunen unter diverse Schutzschirme, bzw. Hessenkassen gebracht werden.
     
  3. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Der Niko Paech hat sich etwas über diese junge Bewegung ausgelassen und meinte, dass die jungen Leute letztendlich auch wieder ihr eigenes Gewissen beruhigen wollen. Die anderen auffordern etwas zu tun, aber selbst seinen Lebensstil beizubehalten ist einfach (also zum Beispiel jedes Jahr ein neues Smartphone, Textilien zuhauf, to-go etc.).
    Als würden sie die eigene Verantwortung noch wegdrücken wollen. Wenn man es so sagen will: die "Future-Bewegung" ist Teil des Systems.
    Die Zahlen stehen hierzulande für die Großkirchen bedenklich schlecht. Das kann an vielen Dingen liegen, nicht zuletzt auch an den bedenklichen Umgang mit Missbrauchsskandalen. In dem Sinne, ja, ich denke, dass die Kirchen jede Möglichkeit ergreifen wollen (und müssen) um die Talfahrt, die weitergehen wird, abzumildern.
    Das ist ja auch sehr spannend. Wenn man sich heute Videos kauft, dann wird dieses Material gleich mitgeliefert. Die Produzenten wissen es durchaus, denn die Entstehung der Filme ist eine Geschichte für sich...
    Und zuvor haben schon die kultigsten Schuppen dichtgemacht. Und die Multiplexkinos haben etliche kleine Kinos verdrängt. Es ist freilich der Lauf der Dinge. Das Internet hat den Zugang zu Musik und Film von Grund auf verändert - und es wir so weitergehen.
     
  4. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

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    16. Oktober 2010
    Die "Future-Bewegung" ist Teil des Systems, vom System mit Informationen und Interpretationen versorgt, und vom System unterstützt und in Szene gesetzt. Ich finde allerdings, dass die FFF fehlgeleitet sind; FFF sollte sich nicht für die gewaltsame Deindustrialisierung der Industrieländer stark machen, sondern die sollten, wenn sie schon die Schule schwänzen, etwas Praktisches tun: Müll sammeln gehen. Mal kurz rüber in die Länder der zweiten und dritten Welt hopsen, und dort Müll sammeln gehen.

    Ja, das ist wahr, die Entstehungsgeschichten sind manchmal spannender als die Filme selbst. Wenn ich mir das nächste Mal neue Filme bestelle, will ich mir die Doku "Mein liebster Feind" über die Beziehung von Werner Herzog und Klaus Kinski besorgen. Ich will sehen, wie bekloppt Kinski wirklich gewesen ist. Davon gelesen habe ich schon. In "Eroberung des Nutzlosen" (rund um "Fitzcarraldo") schreibt Herzog, dass ihm Mitglieder einer der im Film mitspielenden Amazonas-Stämme vorgeschlagen haben, Kinski wegen seiner Tobsuchtsanfälle zu töten. Auf dem Cover der DVD-Hülle sieht man wie Kinski dem Herzog an die Gurgel geht. Mein Prädikat: höchst wertvoll und sehenswert.

    Der Trend, der sich momentan zeigt, ist dass die Leute seltener in's Kino gehen, weil sie das Kino-Erlebnis zuhause haben können, und ohne dabei von irgendwelchen laut fressenden, laut in den Film reinquatschenden Idioten gestört zu werden. Die Stunde der Streaming-Services scheint zu schlagen.
     
  5. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    middleearth in otherland
    Ein spannender Satz. Denn damit würde sich die Frage stellen, was eine Bewegung bedeutet, die sich vom System absetzen will oder es von Grund auf erneuern möchte.
    Das könnte sie tun. Das könnte aber auch im Rahmen eines Umweltprojektes sogar an der Schule geschehen. Dort könnte man sich Gedanken machen, wie man an der Schule Müll vermeiden kann, vielleicht wieder gärtnert oder Energie spart. Könnten sogar Lehrer und Eltern mitspielen.
    Müllsammelaktionen gibt es allerdings - generationenübergreifend: in Bayern "rama dama" genannt.
    Dort packen es die Menschen manchmal auch selbst an. Ginge auch in der Kombi, wie es Reiseanbieter/Touristenführer anbieten: Reisen + Sammeln. Ist mancherorts ein funktionierendes Konzept.

    Also, der Herzog hat ja einiges erlebt, dass die Nachwelt spannend findet. Die Mitglieder des Stammes werden ihre noch ganz eigenen Gründe dafür gehabt haben, denn Kinski wird ihnen wie ein Verrückter vorgekommen sein, den ein unguter Geist gefangenhält. Hast du dir die Doku "Mein liebster Feind" schon besorgt?
    Mich würde ja auch "Begegnungen am Ende der Welt" interessieren - ein Dokumentarfilm über Menschen und Orte in der Antarktis.