Berichterstattung / Mediendiskussion

Lyle

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Mal eine kurze Zwischenfrage:
Redet Ihr bei der Haltung der BILD zu den USA von diesem Unternehmensgrundsatz , oder von etwas anderem?

Falls ja verstehe ich nicht, wieso dieser Passus Kritik verbieten soll. Solidarität schließt Kritik doch nicht aus, oder

Existiert zu dem Israelpassus auch ein Link, wo man sich die Passage mal ansehen kann?[/url]
 

nicolecarina

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Klar kann sich ein Verleger solidarisch mit diesem und jenem zeigen - unter "echten" Journalisten hat das aber immer ein "Gschmäckle", dass sich verstärkt, wenn der Solidaritätspartner als jemand bekannt ist, der die Wahrheit gern zu seinen Gunsten verbiegt.

Ich meine, reicht es nicht sein Mitgefühl auszusprechen und sich für Toleranz einzusetzen? Das auf bestimmt Kreise festzulegen ist für mich bei einem überregionalen, angeblich überparteilichen Blatt Pillepalle, sorry, meinte unsouverän und in der Nähe zu Machtdünkel.
 

Paradewohlstandskind

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nicolecarina schrieb:
Sorry, aber dann macht sie für mich noch weniger Sinn :roll:
Was soll ein Toter für eine Politik betreiben, wenn er zu Lebzeiten nicht einmal Politiker war?

Da Du ja geschrieben hast : "Das einzige was ich mal für richtig konraproduktiv halte ist die Politik eines AS."

Publizisten betreiben aber keine Politik.

Comprende?

Nein?

Dann lassen wir das.
 

Mr. Anderson

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"AS", naja, liegt es vielleicht daran, daß Ariel Scharon und Axel Springer die selben Initialen haben ?
 

nicolecarina

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@PWK

Ich weiß echt manchmal nicht was Du da in einen Topf wirfst. Schon mal was von Medienpolitik gehört? Das zu aller erst.

Und zweitens gibt es auch nach dem Tod Springers genug Leute, die seinen Konzern weiterführen und dem ganzen eine Leitlinie geben.

Außerdem hab ich nie behauptet, dass ein Publizist per se Politiker ist - wobei ich mindestens einen kenne, auf den das zutrifft.

Comprende?
 

Lyle

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Danke schön antimagnet

Sind diese Grundsätze aber wirklich so dramatisch?
Mag sein, dass sie einen gewisses "Gschmäckle" verusachen, aber ein direktes Verbot von Kritik an den USA bzw. ein Gebot alles gut zu heißen was die tun, sehe ich eigentlich nicht. Das wäre imho dann nämlich schon ungenießbar.
 

sensei

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Paradewohlstandskind schrieb:
Publizisten betreiben aber keine Politik.
Also hier musss ich aber auch widersprechen. Publizisten betreiben mehr Politk als so mancher Berufspolitiker.
Bezogen auf den poltischen Journalismus betreibet jeder Publizist bewusst oder unbewusst durch seine Form der Berichterstattung Meinugsmache und damit de facto auch Politk.
Publizistik hat einen sehr großen Einfluss auf gesellschftspolitische Themen, vor allem wenn die Leute nicht bereit sind sich mit den Themen auseinandersetzen und einfach gelesenes widerkäuen.
 

Paradewohlstandskind

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sensei schrieb:
Also hier musss ich aber auch widersprechen. Publizisten betreiben mehr Politk als so mancher Berufspolitiker.
Bezogen auf den poltischen Journalismus betreibet jeder Publizist bewusst oder unbewusst durch seine Form der Berichterstattung Meinugsmache und damit de facto auch Politk.
Publizistik hat einen sehr großen Einfluss auf gesellschftspolitische Themen, vor allem wenn die Leute nicht bereit sind sich mit den Themen auseinandersetzen und einfach gelesenes widerkäuen.
Sie verabschieden keine Gesetze und berufen keine aktuellen Stunden etc.. Nicht umsonst wird sie als vierte Gewalt, außerhalb der Politik bezeichnet, doch über solche Einordnugsdetails möchte ich mich nicht streiten. Genau, wie nicolecarina kenne ich auch einige Publizisten, die auch Parteimitglieder sind. Who cares? In der FDP sitzen auch sehr viele Politiker in Aufsichtsräten, trotzdem hat der Begriff Unternehmenspolitik eine andere Bedeutung als Politik im (zwischen)staatlichen Bereich. Eine klare Trennlinie ist wegen der Verstrickung und Verästelung von Personen und Interessengruppen zwar nicht möglich, doch die Möglichkeiten sind doch für jeden Posten klar beschränkt, dies muß man beachten, wenn man als Gegenargument lediglich den Begriff "Medeinpolitik" ins Felde führt.

Gerade wegen dieser gesellschaftspolitischen Macht, die sensei erwähnt, bin ich froh, um die Richtlinien die Springer seiner Zeitung über seinen Tod hinaus augerlegt.

Ich komme gerade darauf, dass man den Begriff Politik auch so weit fassen könnte, von dem sagen könnte: "Nichts ist unpolitisch." Falsch wäre dies sicherlich auch nicht, aber cih würde in diesem Falle, wo es vor allem um die Medien geht zwischen eben 4 Gewalten differenzieren, wenn´s okay wäre, da dies den Diskurs wesentlich erleichtert.

Alles was sie (Printmedeien) tun können ist zur pluralistischen Meinungsbildung beizutragen, dabei darf man nicht vergessen, dass die BILD ein hetzerisches Boulevardblatt ist, welches den Zorn des Volkes (Florida-Rolf, Kinderschänder, etc.) leicht anschüren kann. Dessen war sich Axel Springer bewusst und dies hat er auch ausgenutzt, was in jedem Falle zu kritisieren, ja sogar zu bekämpfen ist, man bedenke nur die Mitschuld am Anschlag auf Rudi Dutschke. Und doch hatte dieser Mann genug politischen Anstand diese Macht, die dieses größte europäische Blatt unumstritten hat, in die Sonderrolle (an der Deutschland selbst schuld ist) Deutschlands miteinzubeziehen, denn was hätte wieder auflammender antisemitsicher Journalismus, zu dem die BILD wegen ihrem Stil notgedrungen bei Israelkritik kommen würde denn für Folgen im diplomatischen Zusammenspiel zwischen Israel und Deutschland?

Keine positiven, so viel ist klar. Dabei verstehe ich nicht, warum das Verhalten eines Axel Springers (19 Jahre nach seinem Tod) kontraproduktiv für die Friedensverhandlungen im Nahen Osten sein sollte? Diese Behautung von nicolecarina halte ich für unsinnig, denn wenn Isrealkritik betrieben werden sollte, dann sollten andere Blätter dies tun und sicherlich nicht die reaktionäre, unreflektierte udn zähnefletschende BILD-Zeitung. Ich halte dies für eine kluge Entscheidung. Es reicht schon die Hetze gegen straffällige Ausländer (Mehmet), Sozialhilfeempfänger (Florida-Rolf), linke Strömungen in der CSU (Seehofer), die Verherrlichung von Verdummung (Dschungel-TV) und die Doppelmoral zwischen Anklage (Friedmann, Immendorf) und Zurschaustellung von nackten Mädels auf Seite 1.
 

sensei

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Paradewohlstandskind schrieb:
ch komme gerade darauf, dass man den Begriff Politik auch so weit fassen könnte, von dem sagen könnte: "Nichts ist unpolitisch." Falsch wäre dies sicherlich auch nicht, aber cih würde in diesem Falle, wo es vor allem um die Medien geht zwischen eben 4 Gewalten differenzieren, wenn´s okay wäre, da dies den Diskurs wesentlich erleichtert.
Soweit würde ich nicht gehen. Weil das übertriebene hineninterpretieren von poltischen Motiven auch leicht zu Problemen führen kann.

Es ist schon richtig, dass die Medien in der poltischen Landschft eine eigene Kraft darstellen. Da (Gesellschafts-)Polrtische Berichterstattung eben die Wählermeinung und damit Wahlen ansich sehr stark beieinflussen können.
Das mit der 4 Gewalt ist imo also okay.

Bezüglich der Israelkritik stimme ich Paradewohlstandkind zu. Ein dermaßen einflussreiches Boulevardblatt würde erstens für diese Thema sicher nicht seinen genrellen Stil ändern und damit zweitens fast zwangsläufig Vourteile schüren.
Dies würde der Sache nicht dienlich sein. Vom Boulevardblatt ist es nur ein kleiner Sprung in jedes Boulevardmagazin im Fernsehen und von dort in die Köpfe unmündiger Menschen, von denen es viel zu viele gibt.

Die Grundsätze von Axel Springer verbieten ja sachliche Israel Kritik nicht ansich. Das wäre wirklich untragbar für einen seriösen Medienkonzern.
Den Friedensprozess im Nahen Osten kann der deutsche Journalismus aber auch im allgemeinen nicht nachhaltig beeinflusse., Lediglich die öffentliche Meinung darüber.
Die Entscheidungen treffen weder die Medien noch ihre Leser sondern die, in dem Falle, zumeist nicht deutschen Berufspolitiker.

Wenn wir das Szenario weiterspielen passiert dann folgendes :
Die BILD schürt um ihre Auflage zu halten antisemitische Vorurteile, die öffentliche Meinung wird auf diese Thema fokusiert. Die Rechte nimmt das Thema dankbar auf und bleibt bei den nächsten Wahlen an der Macht oder löst die Regierung ab.
Auf internationaler Ebene kann die Rechte trotzdem einen versöhnlichen Kurs gegenüber Israel führen um sich innerhalb der EU und intrnational nicht zu isolieren , da der typisch unmündige Bürger das niemals realisieren würde.

Das Ergebnis wäre eine Polarisierung der Gesellschaft innerhalb Deutschlands und ein weiterer Schritt Richtung absolut manipulierbarer Massen.

Bevor nicht jeder Mensch ein kritisches Bewusstsein entwickelt hat braucht auch der Journalismus fundamentale Richtlinien.
 

nicolecarina

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Mit dem Begriff Medienpolitik wollte ich lediglich andeuten, dass es einen meiner Meinung nach sehr engen Zusammenhang - von Dir allerdings zuerst strikt getrennt - zwischen Politik und Medien gibt, ohne gleich z.B. Jan Tonnemacher zitieren zu müssen. Ich habs studiert weiß in etwa, was dieser Begriff derzeit de facto beinhaltet.

Es gab übrigens bei der Zentrale für politische Bildung - bis vor kurzem noch kostenlos - sehr interessante Schriften in Sachen Medien und Verantwortung, z.b den Band von Schmälzle sowie Materialien zum Thema Medienkompetenz für Pädagogen, Medienmacher sowie Politiker.
 

Paradewohlstandskind

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@ nic

Um eine bayerische Redewendung zu verwenden: "Da hast jetzt Du wieder Recht."

Allerdings versuchte ich auch in meinem txt anzudeuten, dass es zw. Med. und Pol. einen engen Zusammenhang gibt, jedoch die Aufgabengebiete bzw. die Möglichkeiten die sich in den versch. Aufgabengebieten eröffnen stark differieren.
 

nicolecarina

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Ein Hoch auf den Liberalen, der offenbar als einziger genau hingeschaut hat was die Initialen und somit das Verwirrspiel angeht.

Das nachfolgende Zitat habe ich gerade aus dem Bush-Hitler-Thread geklaut und langsam merke ich, wie interdisziplinär das Fazit der Verschwörungstheorie sich begründen lässt: ob Hartz 4, Medien oder Bush und Hitler - es gibt ein paar Punkte, da läuft einfach alles zusammen, was zu einer anständigen globalen neuen Weltordnung gehört, die ja nicht mal mehr als Verschwörung deklariert werden muss, da sie bereits in film, Funk, Fernsehen und Bundestagen öffentlich gefordert und diskutiert und von einigen Wirtschaftsmultis und Regierungen de facot täglich umgesetzt wird - und sage mir keiner, dass es da nicht auch interne Absprachen gibt. Und das alles funktioniert unabhängig davon, unter welchem Aspekt man die Wahrheits- oder Ursachensuche angetreten hat...

Rudolf Steiner am 4. April 1916:
"Es wird gar nicht lange dauern, wenn man das Jahr 2000 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken von Amerika ausgehen, ein Gesetz, welches den Zweck haben wird, alles individuelle Denken zu unterdrücken."
 

Mr. Anderson

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@nicolecarina: Danke für die lobenden Worte; der "Liberale" bin ich allerdings nicht :wink: , auch wenn wir manchmal ähnlich zu argumentieren scheinen. :wink:
 

samhain

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das passt ja zu diesem thema wie die faust aufs auge :

Studie: Unabhängiger Journalismus gefährdet [07/12/2004]
Koppelungsgeschäfte nehmen stark zu.

Einer Untersuchung der Universität Leipzig zufolge wächst der Einfluss von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden auf die Berichterstattung in deutschen Zeitungen, wie die Presseagentur ddp berichtet. Der Trennungsgrundsatz zwischen redaktionellem Text und Werbung werde zunehmend aufgeweicht, so Michael Haller vom Institut für Allgemeine und Spezielle Journalistik am Dienstag in Berlin. Dabei nehme vor allem die Zahl jener Artikel dramatisch zu, die nur eine Quelle hätten und eine Botschaft über ein Unternehmen verbreiteten.

Insbesondere so genannte Koppelungsgeschäfte, bei denen Redaktionen Anzeigen mit entsprechenden Texten oder Beilagen begleiteten, die unredigierte Veröffentlichung von Werbematerial ohne Kennzeichnung und redaktionelle Beiträge zur Förderung des eigenen Verlagsgeschäfts - etwa die positive Rezension eines Buchs, das in dem Zeitungsverlag erscheint - nähmen besonders in Lokalzeitungen zu, sagte Haller gegenüber ddp. Im Vergleich zu 2000 sei diese Art der Beiträge bei der Analyse von sieben Regionalzeitungen um 62 Prozent gestiegen...
http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=48218

hier noch ein beitrag aus dem magazin "zapp" auf NDR:

Industrie finanziert journalistische Beiträge

Früher funktionierten Zeitungen so: Journalisten schrieben objektiv und frei von kommerziellen Interessen ihre Artikel und Unternehmen warben in gekennzeichneten Anzeigen für ihre Produkte. Heute haben sich die Werbestrategien verändert und Anzeigen an Bedeutung verloren. Unternehmen wollen nun lieber im redaktionellen Teil der Zeitungen präsent sein, ohne dass die Erwähnungen als Werbung gekennzeichnet sind. Deshalb beauftragen sie Public Relations Agenturen, die druckreife Storys an die Zeitungen liefern, in denen ihre Produkte in besonders gutem Licht dastehen. Unternehmen bezahlen also die Autoren der Artikel, Redaktionen bekommen die Texte umsonst. Der Betrogene ist der Leser, der nicht mehr erkennt, dass es sich hier nicht um objektive Berichterstattung handelt. Zapp über die unsauberen Geschäfte mit gekauften Inhalten...
http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID791228,00.html
 

hives

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Zuerst werden ein paar Wissenschaftler für eine genehme Analyse bzw. Testserie gemietet, dann in eigenständiger Handarbeit Artikel für die Zeitung angefertigt...
Wo sich etwas manipulieren lässt, wird es eben versucht... Zeit- und Geldmangel bei den kleineren Medien eröffnen da gute Möglichkeiten...
letztendlich werden die kleinen Medien dadurch noch unglaubwürdiger, und die derzeitigen Monopole weiter gefestigt...


Weitere Artikel zu Haller und dem Thema an sich:

Wird der Journalismus von der PR überrollt?

Professionelle Öffentlichkeitsarbeit nimmt nach Ansicht des Leipziger Journalistikprofessors Michael Haller personell ausgedünnte Redaktionen in den Griff. "Die Macht der PR geht einher mit der Ohnmacht der Journalisten", sagte Prof. Dr. Haller auf dem 18. Journalistentag zum Thema "Embedded Forever - Verkommt der Journalismus im bequemen Bett von PR und Marketing?" in Berlin.
In den zurückliegenden fünf bis acht Jahren habe sich die Arbeit der Public-Relations-Agenturen erheblich verbessert und auf die Bedürfnisse der Journalisten eingestellt. "Öffentlichkeitsarbeit simuliert Journalismus oder versucht sich als Trojanisches Pferd unerkannt einzuschleichen."
weiter:
http://www.journalismus.com/_jcompact/index.php?blog=2&p=134


Dokumentation: Embedded forever - Verkommt der Journalismus im bequemen Bett von PR und Marketing?

Statement der DJU zum Journalistentag 2004:
Journalismus lebt von seiner Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit – Personalabbau öffnet Medien für Schleichwerbung per PR Leser, Hörer und Zuschauer verlassen sich darauf, dass Berichte und Informationen frei sind von den Interessen derjenigen, über die berichtet wird. Sie zahlen Geld für Medien – und erwarten als Gegenleistung, dass Journalisten sich für die Interessen der Allgemeinheit stark machen. Partikularinteressen, die sich nicht an den Maßstäben von Wahrhaftigkeit, Transparenz und Unabhängigkeit orientieren, gehören dagegen in Anzeigenteile und Werbeblöcke.

[...]

Zwischen klassische Werbung und Journalismus hat sich allerdings ein drittes Element geschoben: die Public Relations (PR). Ihre Bedeutung bei der Medienproduktion wächst stetig.
PR kommt als Dienstleisterin in die Redaktionen. Sie präsentiert Themen und Informationen oft perfekt aufbereitet, in journalistischer Sprache und den entsprechenden journalistischen Stilformen. PR macht für überlastete Redaktionen, in denen immer weniger Journalisten immer mehr arbeiten sollen, ein verlockendes Angebot: Ihr braucht gar nicht mehr aufwändig zu recherchieren – der Text ist schon fertig. Auch für Verleger und Rundfunkveranstalter ist das hoch attraktiv. Es lassen sich enorme Personalkosten sparen, denn PR-Dienstleistung werden schließlich von deren Auftraggebern bezahlt. Das Problem für die Mediennutzer: PR sieht zwar oft aus wie Journalismus, arbeitet aber nach anderen Regeln. An den Pressekodex müssen sich PR-Agenturen und Pressestellen nicht halten. Im Gegenteil, sie hätten das Ziel ihrer Auftraggeber verfehlt.
http://www.journalismus.com/_jcompact/index.php?blog=2&p=135



Ebenfalls lesenswert (und recht ausgewogen):

Wer ist das Futtertier?

Immer wieder geraten Wirtschaftsjournalisten in den Verdacht, nur noch freiwillige Befehlsempfänger der Unternehmen zu sein. Ist dieses Vorurteil empirisch belegbar? Eine Bestandsaufnahme.
http://www.message-online.de/arch1_02/12_wolff.htm
 
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