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Natur-Reloaded

Dieses Thema im Forum "Userblogs" wurde erstellt von dkR, 25. Februar 2007.

  1. Zerch

    Zerch Ehrenmitglied

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    10. April 2002
    Technik ja. Aber nicht jedwede Technik , nur des Wirtschaftsfaktors wegen.

    Gentechnik birgt nunmal ungeahnte Gefahren , von der ethischen Seite mal abgesehen. Das ist nicht die Technologie die wir brauchen.
     
  2. dkR

    dkR Forenlegende

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  3. dkR

    dkR Forenlegende

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    Eigentlich nur, damit ich den Link wiederfind:
    http://laborjournal.de/editorials/531.html
    Soweit so unhübsch, das interessante ist der letzte Satz:
     
  4. DrJones

    DrJones Ehrenmitglied

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    Vermutlich fehlt mir die Fantasie, aber ich kann mir keine Problem vorstellen, das mit transgenen Pflanzen gelöst werden könnte...
     
  5. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

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    Momentan scheinbar Schilda ...
    Hungerprobleme zum Beispiel? Weil genetisch manipulierte Pflanzen ertragreicher sein könnten, weniger Wasser benötigen, Hitzeresistenter und Nährstoffreicher sind? So eventuell? Ist dir egal? Liegt möglicherweise daran, dass du nicht rund um den Äquator in Afrika wohnst ...
     
  6. Guest

    Guest Guest

    Es gibt Gegenden da sollte man einfach nicht hinziehen.
     
  7. POW

    POW Großmeister

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    Hast Du denn auch mal aktuelle Beispiele, wo das auch funktioniert?

    Die Idee ist ja gut; da träume ich auch von. Aber die Realität sieht meines Erachtens leider anders aus. Bauern werden weltweit durch den Anbau gentechnisch veränderter Planzen eher in eine Abhängigkeit der dementsprechenden Konzerne gedrängt. Mein Lieblingsbeispiel sind die mexikanischen Maisbauern. Diese müssen in den USA für teures Geld gentechnisch veränderten Mais und alles andere was für den Maisanbau wichtig ist einkaufen. Verschulden sich bis über beide Ohren und verhökern ihr Produkt dann wieder in die USA für´n Appel und ´n Ei. Von den geringen Verkauserlösen kaufen sie dann wieder das neue Saatgut...usw...usw...usw...(Denn die Firmen sind ja nicht doof---> sie entziehen ihrem Produkt beispielsweise das Gen zur Reproduktion)

    Wie gesagt, würde die Gentechnologie genutzt werden, um wirklich ohne wenn ud aber den Hunger endlich zu bekämpfen, wäre ich auch dafür. Aber leider ist es nicht so. Gewisse Unternehmen wollen nur unendlich viel Geld damit verdienen. Für anderweitige Beispiele wäre ich dankbar...
     
  8. dkR

    dkR Forenlegende

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    Hast du das Interview gelesen?
     
  9. POW

    POW Großmeister

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    Kiel
    Ja. Ich verstehe dabei eine Aussage allerdings nicht so recht. Frau Broer sagt: .."Der Weizen, den wir als Modell zur Überprüfung unserer Verfahren an Getreide genutzt haben, ist nicht für den Markt gedacht." und weiter..."und dienten dem Wissensgewinn der Allgemeinheit und nicht einzelnen Großunternehmen."... So, wer baut denn nun aber später diese gentechnisch veränderten Lebensmittel an, wer produziert das Saatgut? Das macht doch kein Unternehmen der Welt für umsonst...
     
  10. DrJones

    DrJones Ehrenmitglied

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    Tübingen
    Ja diese Hungerproblematik wird immer wieder gerne herangezogen. Meiner Meinung nach sind es aber Dinge wie eine schlechte Infrastruktur und vor allem mangelnde demokratische Verhältnisse und Krieg, die Hunger nach sich ziehen und Bauern davon abhält in Ruhe ihr Feld zu bestellen. Dazu kommt die Außenpolitik der westlichen Länder, welche mit der Subvention ihrer eigenen Agrarindustrie landwirtschaftliche Produkte weltweit zu Dumpingpreisen anbieten kann und die Märkte in Entwicklungsländern kaputt macht. Hinzu kommt eine gutgemeinte aber kurzsichtige und verfehlte Entwiklungshilfe zB in Afrika.
    Vergiftete Geschenke – die EU triebt Afrika in die Armut


    Die Thematik der Überproduktion und der massenhaften Vernichtung von Nahrungsmitteln ist bekannt und wird in dem neuen Film "Taste the Waste" nochmals aufgegriffen. Die schieren Zahlen sind erschreckend. Hier ein interesannter Artikel dazu aus der Zeit --> Klick
    Die Probleme zB in Afrika sind sehr vielfältig und ich halte es für einen Irrglauben, dass ausgerechnet ein etwaiger mangelhafter genetischer Bauplan unserer Pflanzen daran schuld sein soll und man diesen verbessern muss.
     
  11. dkR

    dkR Forenlegende

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    Den Hunger der Welt abschaffen halte ich auch für utopisch, der ist gesellschaftliche Bedingt.

    Wie wäre mit Umweltschutz durch Pestizidsparen und Pflanzen, die auf versalzten Böden wachsen?

    Je einfacher die Entwicklung und Zulassung desto billiger ist das ganze und dann können sich auch kleinere Unternehmen und NGOs am Spiel beteiligen.
    Nicht nur gigantische Konzerne.
    Kurz gesagt, Produkte die helfen aber wenig Gewinn abwerfen.
     
  12. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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    Der Kleinbauer, der auf einem halben Hektar für den eigenen Bedarf produziert und im Falle einer Mißernte hungern muß, ist doch kein Lebensentwurf für eine bessere Zukunft, weder in Mexiko noch in Afrika. Diese kleinen Betriebe müssen verschwinden! Ihre Besitzer müssen die Chance erhalten, sich einen besseren Lebensunterhalt anderswo zu verdienen, kurz, die industrielle Revolution muß endlich in Afrika (und in Mexiko) ankommen. Fällt natürlich schwer in failed states, denn Investitionen brauchen Sicherheit.
     
  13. POW

    POW Großmeister

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    4. Dezember 2004
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    Kiel
  14. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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    9.778
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    14. September 2003
    Ja klar. Zugang zu Land, Wasser und Saatgut, und dann heißt es jeder für sich und Gott für uns alle und Subsistenzwirtschaft, und bloß keine Überschüsse und keine Arbeitsteilung.
     
  15. dkR

    dkR Forenlegende

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  16. dkR

    dkR Forenlegende

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    2011 geht der Nobelpreis an drei Forscher, die ein in der Öffentlichkeit weitgehend unbekanntes und ignoriertes Feld ermöglicht haben. Innate Immunity.
    Während man vom anderen Zweig des Immunsystems, der adaptiven Immunantwort mit ihren B- und T-Zellen zumindest in der Schule mal was gehört hat, läuft die angeborene Immunität unter "jaja, die gibt´s auch noch".
    Dabei ist die angeborene (ich mag das Wort nicht, daher der englische Begriff, innate) die viel wichtigere, die überhaupt erst eine Immunantwort auslöst.

    Hoffmann und Beutler werden für ihre Entdeckungen geehrt, Toll-like-Receptors, TLRs, eigentlich von Christiane Nüsslein-Volhard in der Embryogenese von Fliegen entdeckt, existieren auch in Wirbeltieren und sind essentiell für eine effektive Immunantwort. Bis jetzt ist ein knappes Dutzend TLRs auf Zellen und in Zellen von Mensch und Maus beschrieben und es wird eifrig weitergeforscht.
    Wohingegen sich B- und T-Zell Antworten gegen bestimme Proteine richten, beschäftigt sich die Innate Immunity eher mit dem Gesamtkonstrukt. TLRs erkennen generelle Unterschiede zwischen Bakterien und vernünftigen Zellen. Zellwandproteine, Geißelproteine, bakterielle DNA/RNA (da wird die Sache etwas tricky, die Basen sind die gleichen. Also funktioniert das ganze über die 3D-Struktur bzw. Sequenz).
    Zusammengefasst werden TLRs (mit einigen anderen Rezeptoren) unter die Pattern recognition receptors , kurz PRR. Ein gerade erst auftauchendes Konzept der PRRs ist die Aktivierung der PRRs nicht nur durch Krankheitserreger sondern auch durch tote eigene Zellen um den Körper ein Problem anzuzeigen. Das System läuft gelegentlich aus dem Ruder und die unschöne Folge sind Autoimmunkrankheiten.
    Zuständig für die Sache mit der Innate Immunity und den PRRs sind die Dendritischen Zellen, so benannt, weil sie im Mikroskop hübsch verästelt aussehen.
    Wobei wir bei Preisträger Nr.3 wären, der diese 1973 entdeckt hat. Ralph Steinman. Auch da hat sich inzwischen einiges getan und aus den dendritischen Zellen sind, je nachdem wie genau man es nimmt, mindestens drei bis einige Dutzend Zellsorten geworden. Alle zuständig für bestimmte Organe oder Krankheitserreger. Auch das Immunsystem betreibt Arbeitsteilung.
    Zurück zu den T-Zellen: Die Aktivierung einer effektiven Immunabwehr, B-, T-Zell Antwort benötigt zunächst dendritische Zellen, die ihm sagen, was es zu tun hat. Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze, Einzeller, Tumor. Dendritische Zellen detektieren das Problem und orchestrieren entsprechend eine Immunantwort.
    Kurz gesagt, die Folgen der Entdeckung dendritischer Zellen und PRR sind so langsam marktreif und reichen von Adjuvantien für Impfstoffe zu neuen Krebstherapien oder Therapien z.B. HIV. Man haut nicht mehr selber mit dem Hammer drauf, man informiert das Immunsystem über das bestehende Problem. Es kümmert sich selber drum.

    Ich finde es immer wieder faszinierend, wie wenig wir über unseren eigenen Körper wissen. Das sind alles Systeme, die in jedem von uns so nebenher ablaufen, meistens merken wir es nicht mal. Dass die Innate Immunity existiert merken wir nur, wenn sie mal mit einem Erreger alleine nicht fertig wird und eine ausgewachsene Immunantwort angeworfen werden muss, man wird krank.
     
  17. dkR

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  18. dkR

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  19. dkR

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    :nerv:

    Golden Rice, eine Sorte die Vitamin-A beinhaltet und somit dem in der dritten Welt weit verbreiteten Vitamin-A Mangel abhilfe schaffen koennte ist eigentlich seit 2002 Marktreif.
    Die tatsaechliche Einfuehrung wird seitdem erfolgreich durch Umweltschutzorganisationen verhindert.
    Jetzt hat mal jemand nachgerechnet um kam zu dem Ergebnis:
    Wesseler et al., Environment and Development Economics
    http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=9136416
    Zusaetzlich dazu von Wiki:
    Vielleicht denkt mal jemand darueber nach, bevor er wieder vor irgendwelchen "unabsehbaren Folgen" warnt und betrachtet stattdessen die absehbaren Folgen seines Handelns.
     
  20. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Boa - wer was über Gene und Co. lernen will: hier ist er/sie richtig. :)

    So aus dem Augenwinkel verfolge ich die Diskussion um Antibiotika. Immer wieder wird davor gewarnt, dass sie zu schnell eingesetzt werden (wo andere Therapien und/oder medizinische Wege (scheinbar?) möglich wären) und das multiresistente Erreger uns noch den Hals kosten könnten. Epidemie reloaded sozusagen. Besonders auf dem Kontinent Afrika greift man schnell zu ihnen.

    Demgegenüber werden fleißig neue Antibiotika entwickelt und auf den Markt gebracht. Neue Antibiotika: Den Vorsprung gegenüber resistenten Bakterien wahren und zugleich Handlungsempfehlungen gegeben, um Antibiotika-Resistenzen zu vermindern.

    Wie siehst du das: Schießt sich die Menschheit in den Fuß? Bleibt die Medizin den Erregern voraus?