Ein neues Logo für die Agentur für Arbeit oder Elfeinhalb Jahre Arbeit für einen Ein-Euro-Jobber

Ask1 Redaktion

Geselle
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"Der neue Auftritt verspricht mehr Leistung. Arbeitssuchende werden schneller und freundlicher bedient, Arbeitgeber bekommen passende Vermittlungsvorschläge" so der Chef der Nürnberger Behörde gegenüber der Bild-Zeitung.

Das neue Logo, dass in der Erstellung rund 100.000 Euro gekostet haben soll, wird nach Einschätzung von Marketingexperten wohl doch eher eine stolze Summe von 10 Millionen Euro verschlingen, wie in der Rheinischen Post zu lesen ist. Immerhin ist es ja nicht damit getan, dass diese geringfügige Änderung am Logo der Agentur für Arbeit einfach auf allen zukünftigen Dokumenten dieser Behörde auftauchen wird. Nein, da sind ja auch die diversen Fassadenbeschriftungen, Tischaufsteller, Klingel- und Namensschilder, die alle einer Erneuerung bedürfen. Nun - und schon jetzt fürchte ich mich vor den Updatekosten des frischen, neuen Internetauftritts, der ja an sich schon einen eigenständigen Skandal darstellt, da er bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag verschlungen hat - ein Preis, den zu formulieren sich wohl keine der regionalen Webagenturen auch nur im Ansatz gewagt hätte.

Laut Handelsblatt gibt es auch Kritik aus dem Regierungslager zu diesem neuen Logo. So ist etwa Thea Dückert, Fraktionsvize der Grünen der Ansicht, dass dieses Logo in den Menschen Erwartungen wecke, die das noch im Umbau begriffene Amt bisher nicht leisten könnte. Interessanterweise vermittelt Frau Dückert hier den Eindruck, dieses schlichte Verändern des ursprünglichen Logos würde überhaupt irgendetwas anderes wecken als Verständnislosigkeit. Immerhin, als gelernter Webdesigner würde ich mich nicht trauen, für diese simple Überarbeitung des Logos mehr als 10 bis 20 Euro zu verlangen - ist doch der Arbeitsaufwand nicht höher als etwa 10 Minuten.

In Zeiten, in denen sich Menschen darüber austauschen, wie man am besten ein Paar Tage im Monat ohne Essen überbrückt, erscheint es mir als vermessen anzunehmen, dieses neue Logo und die entstehenden Kosten würden so etwas wie „Hoffnung“ und „Erwartung“ wecken. Viel eher werden die Menschen, denen immer wieder und unermüdlich erzählt wird, wie knapp Gelder doch sind, und dass sie doch bitte schön Verzicht üben sollen, einen gewissen Zorn verspüren und ganz gewiss Unverständnis äussern.

Von dem "mehr" an Leistung, das der neue Auftritt der Behörde laut BA-Chef Weise vermitteln soll; von der neuen Freundlichkeit und den sagenumwobenen passenden Vermittlungsvorschlägen merken zumindest die Hilfesuchenden nicht viel. Wobei sich sicherlich so mancher Arbeitgeber freuen wird, wenn hochqualifizierte Arbeitnehmer zum nahezu-Nulltarif als Praktikanten verfügbar sind.
Das neue Logo vermittelt den meisten Menschen wohl am ehesten, dass sie hier auf gut Deutsch „verarscht“ werden.
So gesehen scheint der ganze Vorgang des Redesigns des Markenzeichens der Agentur auch wie die Faust aufs Auge zu passen.
Hier werden Gelder ohne Sinn und Verstand verbraten die dann wieder fehlen, wenn ein Mensch, der immerhin jahrelang in eine Versicherung eingezahlt hat, seine Leistung abrufen muss.
Anstatt Leistung erwarten den Arbeitslosen eher Schikanen. Das fängt an bei den Zwangsvorschlägen, sich doch bei Personaldienstleistungsagenturen zu bewerben, deren hauptsächliches Bestreben es wohl in einem großen Teil der Fälle zu sein scheint, das "Humanmaterial" optimal auszubeuten; geht über die Termine, die oft genug eher kontrollierender Natur sind, morgens um 7 (damit der Arbeitslose mal zu vernünftigen Zeiten aufsteht), am besten zwischen zwei Feiertagen (der Arbeitslose hat die Stadt nicht zu verlassen, der wird doch nicht etwa irgendwo hingefahren sein, um sich zu entspannen?) Und das alles nur, damit sich der vielzitierte Arbeitslose dann im Warteraum amüsieren kann, bevor endlich der ach so wichtige Termin stattfindet, in dem man dann erfährt, dass das Amt leider im Moment gar nichts für einen tun kann.
Die Schikanen enden wohl aber nicht bei so neuen und innovativen Ideen, wie den Fragebogen zum sozialen Umfeld der Hilfesuchenden. Hier wird der Bruch der Intimsphäre geplant zu dem vorgeblichen Zweck, den Armen, teils ja schlicht kranken und deswegen nicht vermittelbaren Menschen, zu helfen. Wieder einmal wird hier das Bild vom Arbeitslosen propagiert, der ja vermittelt werden könnte, wenn er sich doch nur mehr Mühe geben würde; wenn er nur eben nicht in schadhafte soziale Netzwerke eingebunden wäre; wenn er nur kein Suchtproblem hätte.
Es handele sich nur um Langzeitarbeitslose mit massiven Schwierigkeiten, die eine Arbeitsvermittlung erschwerten, wie etwa Suchtprobleme, sagte BA-Sprecherin Ilona Mirtschin.Derartiges liest man also auf der weiter oben im Absatz verlinkten Site des ZDF-Nachrichtenformats „Heute“. Mir als Leser drängt sich der Eindruck auf, es müsse sich um eine sehr große Klientel dieser Art handeln, wenn nun solche „rettenden Maßnahmen“ plakativ ankündigt werden müssen. Das scheint mir auch der primäre Zweck dieser Ankündigung zu sein, eben diesen Eindruck zu hinterlassen. Doch das Problem in Deutschland ist doch, dass wir eine Zahl von offiziell 5 Millionen Arbeitslosen haben (Die „Financial Times Deutschland“ berichtete am 04.02.05 von einer wohl tatsächlichen Zahl von 8 Millionen Arbeitslosen im Lande) und einfach nicht genügend Jobs. Menschen, die sehr bemüht sind, einen Job zu finden, bekommen eben keinen und haben ausser Unkosten für die Bewerbungen nichts gehabt. Aber anstatt einzugestehen, dass man letztendlich machtlos ist, versucht man es wieder und wieder auf diejenigen abzuwälzen, die ja unter der Misere ohnehin schon zu leiden haben.
In Anbetracht leerer Haushaltskassen von den Kommunen bis hinauf zum Bund und der damit verbundenen Sparmaßnahmen wirft sich überdies - um wieder auf den eigentlichen Anlass dieses Kommentars zurück zu kommen - die Frage auf, ob es nicht sinnvollere Verwendungsmöglichkeiten für öffentliche Gelder gegeben hätte. Ob es nun die Gewerkschaft der Polizei ist, die den bundesweiten Sparkurs beklagt, oder die Feuerwehr, die zunehmend in immer mehr Städten zu Tode gespart wird, überall finden sich Schäden durch die massive Sparpolitik.

Wieder einmal mehr erweist sich die Behörde aus Nürnberg - wie schon im Skandal um die Umstrukturierung vom „Arbeitsamt“ hin zur Agentur für Arbeit - als ein Hort sinnloser Investitionen. Schon damals hätte man für einen Bruchteil der Kosten Lösungen von regionalen Anbietern erstellen lassen können und man hätte dabei ganz nebenbei noch die ein oder andere Webagentur im Raum Franken retten können. Wer weiss schon, wieviele - inzwischen arbeitslose - Webspezialisten, von denen jeder natürlich auch in der Lage gewesen wäre, im Rahmen etwa einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme dieses geradezu lächerlich simple und bizarr teure Logo zum Kuscheltarif zu erstellen, ihren Job hätten behalten können.

Wer mag dieses neue Wahrzeichen der Agentur für Arbeit wohl erstellt haben? Noch wichtiger, wer hat der Behörde die Gelder für so einen Wahnsinn freigegeben? Und wer um Himmels Willen hat sich innerhalb der Agentur dazu hinreißen lassen, diesem Entwurf den Zuschlag zu geben?
In Ausübung meines Berufes hab ich auch schon das ein oder andere Logo erstellt. Der Vorgang ist in aller Regel folgender:
Ein Kunde erteilt den Auftrag, gibt einige Hinweise, wie das neue Kleinod aussehen soll; man macht dem Kunden schon im Gespräch den einen oder anderen Vorschlag und geht dann zurück ins heimische Büro - und macht sich Gedanken. Nach einigem Überlegen setzt man sich an den Rechner und liefert ein, zwei Entwürfe. Diese werden dem Kunden vorgestellt, es wird von Seiten des Kunden Kritik geübt, wenn er nicht gleich wunschlos glücklich ist, und man erstellt im Zweifelsfall aufgrund der Kritik einen neuen Entwurf; diesmal mit einiger Wahrscheinlichkeit schon den endgültigen, denn man hat ja jetzt schon eine recht präzise Vorstellung von dem, was der Kunde will.
Ja, ich vermute, meine bisherigen Kunden hätten mich mit meinem eigenen Laptop verprügelt, hätte ich ihnen - anstatt etwas neues zu entwerfen - einfach eine Minimalmodifikation ihres alten Designs gefliefert. Es sei denn natürlich, der Kunde hätte sich nichts anderes gewünscht. Doch wenn der Kunde nur eine solche Minimalmodifikation eines schon bestehenden Motivs wünscht, ist er meist nicht bereit den Preis zu zahlen, den eine komplette Neuentwicklung kosten würde.
Wie kommen also im Falle der Nürnberger Behörde diese enormen Kosten zustande?
100 000 Euro sind eine enorme Summe, auch 30 000 wären eine enorme Summe und im Falle dieses Logos wären selbst 50 Euro ein Wucherpreis.
Offenbar ist man in der Behörde weltfremd genug, um solche Preise für normal und akzeptabel zu halten.
Wie kann das sein?
Zeigt sich in diesem Verschleudern öffentlicher Mittel nicht schon eine kriminelle Qualität?
Die Bundesagentur legt Wert darauf, daß in den 100 000 Euro Entwicklungskosten mehr stecke als nur das renovierte "A" - zum Beispiel ein neues Farbleitsystem für Broschüren. Informationen für Arbeitsuchende sind orange, für Arbeitgeber blau. Auch hier gilt das Budget nur für die Idee, nicht für die Umsetzung.schreibt etwa die Welt am Sonntag. Doch was hat es eigentlich mit der Idee des Farbleitsystems auf sich? Ist das eine so revolutionäre Innovation? Lassen sich damit die enormen Kosten rechtfertigen? Das Logo an und für sich kann ja schwerlich als eine neue Idee bezeichnet werden - und das Copyright sollte bereits bei der Agentur für Arbeit gelegen haben.
Eindrücke eines <noch> nicht arbeitslosen Webdesigners
 

Rivale-von-Nogar

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Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich mittlerweile von der Berufsunfähigkeitsrente lebe und mit diesem Scheißverein nichts mehr zu tun habe. Wie man da teilweise behandelt wird – also wirklich – unter aller Sau

Arbeitssuchende werden schneller und freundlicher bedient,
lol also das wäre mir ja was ganz was neues, dass ich von denen schon mal schnell und vor allem freundlich bedient worden wäre. Im Gegenteil. Ich hatte zum Beispiel mal eine Arbeitsvermittlerin, die schickte mir lauter Vermittlungsvorschläge zu, von Firmen die bis zu 50 km von meinem Wohnort entfernt waren.



Ich bewarb mich aber trotzdem überall, aber es meldete sich auch niemand zurück, bis auf einen einzigen Chef. Der meldete sich telefonisch zurück und teilte mir mit, dass er mich nicht einstellen wird, weil 50 km viel zu weit sind und das er sich für einen Bewerber aus seiner Gegend entschieden hat.



Dann war der Fall für mich erst mal erledigt. Doch ich wohne ja in einer sehr dünn besiedelten Gegend wo jeder jeden kennt und eines Tages sagte meine Schwester ganz vorwurfvoll, dass Sie über 5 Ecken Kontakt zu meiner Arbeitsvermittlerin hätte. Ich sagte dann zu ihr: „Warum sagst du das jetzt so vorwurfsvoll? Schließlich habe ich mir ja nicht das geringste zu Schulden kommen lassen.“



Darauf antwortete meine Schwester: „Da wird aber deine Arbeitsvermittlerin anderer Ansicht sein.“ und dann meinte Sie noch: „Ich will deine Arbeitsvermittlerin jetzt gar nicht großartig verpfeifen, also sag du selber es mir, was du schon wieder gemacht hast – Ich will es von dir hören.“



Daraufhin sagte ich zu meiner Schwester: „Dann richte meiner Arbeitsvermittlerin einen schönen Gruß von mir aus – wenn Sie schon Ihre Schweigepflicht bricht, dann soll Sie wenigstens bei der Wahrheit bleiben. Ich habe mir nämlich wirklich nichts zu Schulden kommen lassen. Ich wüsste jetzt wirklich nicht, was ich angeblich gemacht haben soll und richte Ihr weiter einen schönen Gruß von mir aus, wenn Sie irgendein Problem mit mir hat, dann soll Sie einen Termin mit mir vereinbaren und soll es mir dann ins Gesicht sagen.“



Kurz darauf bekam ich dann tatsächlich einen Termin. Als ich dort dann erschien, fing Sie (Also meine Arbeitsvermittlerin) gleich lautstark zu schreien an: „Ich habe Ihnen doch vor kurzen erst so viele Vermittlungsvorschläge zugeschickt, was wollen Sie denn überhaupt noch hier?“ Daraufhin antwortete ich ganz ruhig: „Ja weil es leider nirgends geklappt hat.“



Darauf antwortete Sie ganz aufgebracht: „Ja dir ist aber hoffentlich schon klar, dass 50 km bis zum Arbeitsplatz zumutbar ist?“ Darauf antwortete ich wiederum: „Ja selbstverständlich ist mir das klar, aber wenn sich einfach niemand zurückmeldet, bis auf einen und ich von diesen eine Absage bekomme, weil ausschließlich er der Ansicht ist, dass 50 km zu weit ist und er sich für einen Bewerber aus seiner Gegend entschieden hat, dann kann doch ich nichts dafür.“



Daraufhin hat die dann erst richtig damit angefangen, mich recht dumm anzumachen, was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Das war nur eine von vielen Erfahrungen, die ich mit diesen Herrschaften gemacht habe.
 

streicher

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Daraufhin hat die dann erst richtig damit angefangen, mich recht dumm anzumachen, was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Das war nur eine von vielen Erfahrungen, die ich mit diesen Herrschaften gemacht habe.
In dieser Situation stand ich noch nicht.
Aber ein Freund von mir war längere Zeit arbeitslos. Bei seinen ersten Termine hatte er kein Glück mit der zuständigen Mitarbeiterin, die ihm wohl deutlich machte, dass sie nicht viel Initiative von ihm erwarten würde. Die Ironie zeigte, dass sie recht hatte.

Ich konnte ihn nochmals überreden, als es für ihn finanziell echt eng wurde. Und diesmal war von Anfang an ein besseres Klima. Aber er meinte es mit der Arbeitssuche auch ernster. Es klappte auch. Als er zwischendurch nochmals suchend war, ging er auch gleich wieder zum Arbeitsamt.
 

Rivale-von-Nogar

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Aber ein Freund von mir war längere Zeit arbeitslos. Bei seinen ersten Termine hatte er kein Glück mit der zuständigen Mitarbeiterin, die ihm wohl deutlich machte, dass sie nicht viel Initiative von ihm erwarten würde. Die Ironie zeigte, dass sie recht hatte.
Aber diese besagte Mitarbeiterin hatte das vorher überhaupt nicht wissen können, dass von deinem Freund nicht viel Initiative ausgehen würde. Ein weiterer Beweis dafür, dass von Haus aus alle Arbeitslosen in einen Topf geworfen werden.

Darum habe ich auch einen solchen Hass auf die Bundesagentur für Arbeit und auf das Jobcenter. Denn ich konnte mich noch so Vorbildhaft verhalten, ich wurde immer wie der letzte Assi behandelt.

Ich konnte ihn nochmals überreden, als es für ihn finanziell echt eng wurde.
Wieso wurde es finanziell eng für Ihn? Hartz4 steht einem doch zu, wenn man nichts hat.
 

streicher

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Aber diese besagte Mitarbeiterin hatte das vorher überhaupt nicht wissen können, dass von deinem Freund nicht viel Initiative ausgehen würde. Ein weiterer Beweis dafür, dass von Haus aus alle Arbeitslosen in einen Topf geworfen werden.
Ja, ihr Verhalten hat ihn zusätzlich entmutigt. Allerdings war es für ihn schon eine riesige Überwindung, überhaupt hinzugehen: er hat auch nichts Positives erwartet. Das war für das Gespräch auch nicht gerade nutzbringend.

Wieso wurde es finanziell eng für Ihn? Hartz4 steht einem doch zu, wenn man nichts hat.
Und das war das Eigenartige. Ihm habe ich auch gesagt, dass ihm Arbeitslosengeld zustand. Mit nicht nachvollziehbaren Argumenten lehnte er es ab, sich darum zu bemühen, obwohl er es vorher versprochen hatte. Das hatte schon die Farbe von Depression.
 

gaia

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Also- man muss ja unterscheiden zwischen Jobcenter und Arbeitsamt. In meiner Stadt sind das zwei verschiedene Häuser.
Zum Arbeitsamt geht jemand der gekündigt wurde und die nötige Zeit davor gearbeitet hat und auch seinen Teil an AV geleistet hat.
Jobcenter ist ein Sammelbecken für alle, die keine Sozialhilfe bekommen. Oder die Unterstützung bei der Abdeckung des Lebensbedarfs brauchen, weil sie zu wenig Einkommen haben.
Das muss aber bewiesen werden- und das "Einkommen"darf auch nicht höher sein, als der errechnete Regelsatz. Man ist da auch in ständiger Beweispflicht, was sicher auch eine Depression begünstigt( je nachdem wie die SachberarbeiterIN mit dem Klienten umgeht).
Der Fehler liegt für mich da im ganzen System- das man also Zwei- Klassen Arbeitslosigkeit eingeführt hat.
Dabei gehts mir nicht darum, dass Leistungen weniger werden, wenn jemand der arbeiten KANN, das einfach nicht will, sondern um ein pauschales aburteilen von Langzeitarbeitslosen.
Außerdem sollten Leute die- aus berechtigten Grund Unterstützung brauchen, aber weder arbeiten können oder eben nicht genug verdienen, nicht zu einem Jobcenter geschickt werden. Ich finde das völlig blödsinnig, weil es um Grundsicherung geht.
 
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Rivale-von-Nogar

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Und das war das Eigenartige. Ihm habe ich auch gesagt, dass ihm Arbeitslosengeld zustand. Mit nicht nachvollziehbaren Argumenten lehnte er es ab, sich darum zu bemühen, obwohl er es vorher versprochen hatte. Das hatte schon die Farbe von Depression.
Also ich habe schon immer auf mein Recht behaart. Im Gegenteil, ich war obendrein immer ziemlich sauer, weil die mich immer mit so wenig abgespeist haben und habe immer vergeblich versucht zusätzlich noch was zu beantragen. Aber es wurde alles abgelehnt und ich bekam immer nur die Grundsicherung, sobald ich wieder mal in Hartz4 hinein rutschte.

Also- man muss ja unterscheiden zwischen Jobcenter und Arbeitsamt. In meiner Stadt sind das zwei verschiedene Häuser.
Ja bei mir ist das auch so. Ich wohne in einem kleineren Dorf und in der nächstgrößeren Stadt gibt es auch 2 verschiedene Häuser. Immer wenn ich innerhalb von 24 Monaten länger als 12 Monate gearbeitet habe, wurde ich von Arbeitslosengeld2 auf Arbeitslosengeld1 hinauf gestuft und es war dann wieder das eine Haus für mich zuständig (Bundesagentur für Arbeit)...

...und immer wenn ich mal länger als 6 Monate arbeitslos war, wurde ich von Arbeitslosengeld1 auf Arbeitslosengeld2 wieder hinunter gestuft und es war dann wieder das andere Haus für mich zuständig (Jobcenter). Weil einen unbefristeten Vollzeitjob gab es in meiner Gegend nie. Darum habe ich mir als Alternative zur Dauerarbeitslosigkeit immer einen Aushilfsjob und Gelegenheitsjob nach den anderen gesucht und darum war das bei mir immer so ein auf und ab.
 

gaia

Meister
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Ja bei mir ist das auch so. Ich wohne in einem kleineren Dorf und in der nächstgrößeren Stadt gibt es auch 2 verschiedene Häuser. Immer wenn ich innerhalb von 24 Monaten länger als 12 Monate gearbeitet habe, wurde ich von Arbeitslosengeld2 auf Arbeitslosengeld1 hinauf gestuft und es war dann wieder das eine Haus für mich zuständig (Bundesagentur für Arbeit)...

...und immer wenn ich mal länger als 6 Monate arbeitslos war, wurde ich von Arbeitslosengeld1 auf Arbeitslosengeld2 wieder hinunter gestuft und es war dann wieder das andere Haus für mich zuständig (Jobcenter). Weil einen unbefristeten Vollzeitjob gab es in meiner Gegend nie. Darum habe ich mir als Alternative zur Dauerarbeitslosigkeit immer einen Aushilfsjob und Gelegenheitsjob nach den anderen gesucht und darum war das bei mir immer so ein auf und ab.
Bürokratie eben. Und sowas kann denen einen oder anderen stark deprimieren, weil jemanden ständig bewusst gemacht wird, das man jetzt zu den anderen gehört, die die es nicht auf die Reihe gekriegt haben und daher auch nicht zu den besseren Arbeitslosen gehören.
Naja....
 
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