Alltäglicher Rassismus

Simple Man

Forenlegende
Registriert
4. November 2004
Beiträge
8.452
Nachdem ich einen Artikel auf Spiegel Online über eine Familie gelesen habe, die aufgrund des alltäglichen Rassismus das thüringische Rudolstadt verlassen musste/wollte, dachte ich ein wenig über alltäglichen Rassismus nach ... also nicht unbedingt extreme Gewalttaten, sondern Kleinigkeiten im alltäglichen Miteinander, die gewisse Vorurteile und - evtl. sogar unbewusste - Abneigungen belegen.

Auch aus meinem eigenen Umfeld fielen mir schon solche Situationen ein ... die seltsamen Blicke auf eine Frau, die ein Kopftuch trägt; Gespräche über die Rückgabe von enteignetem Besitz, in dem angedeutet wurde, dass Juden da ja eh Vorzugsrechte hätten oder wenn mal wieder von "den Türken" gesprochen wurde ...

Habt ihr so etwas schon erlebt? Ist es euch selber passiert, dass ihr unter alltäglichem Rassismus zu leiden hattet? Habt ihr selber evtl. Vorurteile?
Woher kommen dieser Rassismus und diese Vorurteile? Sind sie - teilweise - evtl. sogar gerechtfertigt?

Des Weiteren soll dieser Thread als Sammelthread für Berichte über alltäglichen Rassismus dienen, wie z.B. den oben angesprochenen von Spiegel Online:

Der kleine Jannik wollte sich die Haut mit der Bürste weiß schrubben
 

Winston_Smith

Forenlegende
Registriert
15. März 2003
Beiträge
5.237
Habt ihr selber evtl. Vorurteile?

Ich denke mal, dass so gut wie jeder Vorurteile hat. Dazu gehören auch vermeintlich "gute" Vorurteile: Farbige können tanzen, singen und Basketball spielen (Und noch andere "Vorteile".). Und auch die Fragen an einen farbigen, wo er denn her komme ist schon rassistisch.

Es gibt allerdings auch übertriebene Vorsicht bei dem Thema. Siehe "Negerkuss".

ws
 

NoToM

Erleuchteter
Registriert
13. Januar 2003
Beiträge
1.533
Jeder Mensch hat Vorurteile, wer etwas anderes behauptet, der lügt genau so, wie Menschen die behaupten, dass sie nie lügen...

Voruteile sind (leider?) etwas völlig natürliches, da müssen wir uns nichts vormachen, interessant dazu auch der Wiki-Artikel zum Thema, in dem auch die sozialen, emotionalen und kognitiven Ursachen beleuchtet werden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Vorurteil

Wo genau die Grenze zum Rassismus liegt, ist eine andere Frage. Je nach Definition ist wohl jeder von uns ab und zu ein kleiner Rassist.

Ich denke, die meisten Vorurteile werden in der Kindheit durch das unmittelbare solziale und "vertrauenswürdige" Umfeld geprägt und sind nur schwer wieder abzulegen. Man muss es auf jedenfall ganz bewusst tun und es auch wollen, sonst klappt das nicht.

Albert Schweitzer hat das passend beschrieben:

Die größte Entscheidung Deines Lebens liegt darin,
daß Du Dein Leben ändern kannst,
indem Du Deine Geisteshaltung änderst.
 

Laokoon

Erleuchteter
Registriert
11. August 2004
Beiträge
1.486
Ich denke mal, dass so gut wie jeder Vorurteile hat. Dazu gehören auch vermeintlich "gute" Vorurteile: Farbige können tanzen, singen und Basketball spielen (Und noch andere "Vorteile".). Und auch die Fragen an einen farbigen, wo er denn her komme ist schon rassistisch.

Es gibt allerdings auch übertriebene Vorsicht bei dem Thema. Siehe "Negerkuss".

So sehe ich das auch. Egal wie sehr man sich selbst aufklärt, informiert oder eigene Erfahrungen macht, gibt es trotzdem immer Vorurteile oder ungewollte Missverständisse.

Manche meint man nicht einmal ernst, sondern spult sie einfach ab, um jemanden zu necken o.ä. .
Je nach Umfeld verändert sich eben die Bedeutungs bzw. Beziehungsebene eines Begriffes. Das bekannteste Beispiel ist "Nigger" in den USA bzw. "Kanake" teilweise bei uns. Beide Begriffe können sowohl beleidigend als auch anerkennend sein, je nachdem wer es wo wie und zu wem sagt.
Vorurteile übernehmen im gewissen Sinne ja eine Schutzfunktion, schließlich ist Vorsicht eine natürliche Überlebenstrategie, ebenso wie Neugier.
Nur darf man seinen Verstand nicht ausschalten. Die meisten Vorurteile fallen oft ja weg, wenn man sich näher mit der jeweiligen Bevölkerungs- bzw. Kulturgruppe auseinandersetzt.
Andere Vorurteile sind möglicherweise begründet, können aber auf bestimmte Umweltfaktoren der jeweiligen Bevölkerungsgruppe zurückgeführt werden. Dann kann man sich entsprechend verhalten, um unangenehmen Situationen vorzubeugen.

Der unbedachte Gebrauch von Worten führt eben oft zu Missverständnissen, und dass ist vielleicht das gefährliche am "alltäglichen Rassimus". Wenn man sich darüber im Klaren ist, was man wo sagen kann und auf welcher Beziehungsbasis man selbst und das Gegenüber miteinander diskutieren, dürften sich die Probleme minimieren.


Schade ist allerdings, dass durch Erziehung und durch auf größere Zusammenhänge übertragene Einzelerfahrungen eben immer weiter Vorurteile bestehen bleiben und in der nächste Generation keimen. Dass ein muslimische Bosniake Vorurteile gegen Serben hat oder ein französischer Greis gegenüber Deutschen, kann man ihnen schlecht verübeln. Dass sie aber entscheidenen Einfluss auf die Blickwinkel ihrer Kinder und Enkel nehmen, ist schade. Denn wenn jene nicht eigene Erfahrungen machen, werden sie ihr "geerbtes" Stereotypenbild sicherlich nicht ändern.
 

Winston_Smith

Forenlegende
Registriert
15. März 2003
Beiträge
5.237
Zu dem Thema hatte ich vor langer Zeit mal ein Gespräch mit einem Freund. Dabei sind wir überein gekommen, dass der berüchtigte Antiamerikanismus der einzige Rassismus ist, der gesellschaftlich zumindest geduldet wird.

Wir haben uns eine Fernsehdiskussion vorgestellt.
Ein Gast sagt: "Neger (oder farbige) können alle gut tanzen."
Der andere sagt: "Amerikaner sind übergewichtig, waffengeil und haben keine Kultur."

Die Aufregung um die erste Aussage wäre um einiges größer und wohl niemand würde dieser Aussage so zustimmen.

Bei der zweiten Aussage sähe das schon anders aus.

Oder nehmen wir hier das Board. Erstere Aussage wäre ein Grund zur Verwarnung. Zweitere wäre zwar doof aber geduldet.

Ergo:
Antiamerikanismus ist der Rassismus der politisch korrekten.

oder?

ws
 

Jadath

Lehrling
Registriert
20. August 2006
Beiträge
43
Ich bezweifle, dass man sich über die erste Aussage aufregen würde, denn das ist vielleicht eine "rassistische" Aussage, aber Aufregung kommt meistens nur zustande, wenn diese Aussage negativ ist. Einer Gruppe zu unterstellen, sie könne gut tanzen, fällt da wohl kaum darunter.

Und auch das zweite Beispiel hinkt, weil so eine Aussage bei fast normalen allen Menschen nur für Gelächter sorgen würde - ernst würde man das kaum nehmen können. Insofern hast du sehr schlechte Beispiele gewählt.

Ausserdem sollte man Aussagen, die auf den ersten Blick rassistisch erscheinen, immer im Zusammenhang mit dem Umfeld sehen, in dem sie getroffen wurden. Wenn ich hier zuhause zu meinem Mitbewohner sage, Schwarze können gut tanzen, wird er mir höchstens etwas vortanzen und mich als "Nazi" anschliessend grinsend zum Stechschritt auffordern, denn er ist Farbiger. Wenn du aber meine oder seine Aussage aus dem Zusammenhang nimmst, wirkt beides übelst rassistisch.
 

EnjoyTheSilence

Anwärter
Registriert
8. März 2006
Beiträge
11
Winston_Smith schrieb:
Zu dem Thema hatte ich vor langer Zeit mal ein Gespräch mit einem Freund. Dabei sind wir überein gekommen, dass der berüchtigte Antiamerikanismus der einzige Rassismus ist, der gesellschaftlich zumindest geduldet wird.

Wir haben uns eine Fernsehdiskussion vorgestellt.
Ein Gast sagt: "Neger (oder farbige) können alle gut tanzen."
Der andere sagt: "Amerikaner sind übergewichtig, waffengeil und haben keine Kultur."

Die Aufregung um die erste Aussage wäre um einiges größer und wohl niemand würde dieser Aussage so zustimmen.

Bei der zweiten Aussage sähe das schon anders aus.

Vielleicht solltest du mal dein Verständnis vom Rassenbegriff mal etwas aufpolieren. Der Vergleich hinkt wo er nur kann.

1. Steckt in dem Wort Neger schon eine negative, verachtende Intention. Amerikaner Amerikaner zu nennen, das birgt keinen Rassismus. Du hättest "Yankees" schreiben können, auch wenn das immer noch ein unangemessener Vergleich mit der Bezeichnung "Neger" wäre.

2. Du vergleichst einen allgemeine, positive Aussage (Farbige können gut tanzen) mit einer abwertenden (Amerikaner sind kulturlose, waffenverliebte Fettwämste) Aussage. Was macht das argumentativ für einen Sinn??

Winston_Smith schrieb:
Ergo:
Antiamerikanismus ist der Rassismus der politisch korrekten.

oder?

ws

Noch einmal: Antiamerikanismus wie du ihn schilderst beruht auf Vorurteilen und subjektiver Wahrnehmung von Geschichte und Kultur. Dein Beispielsatz ist ungefähr gleichzusetzen mit dem Vorurteil, Deutsche seien entweder Lederhosen-Weißbier-Trinker oder Neonazis.

Eine Menschengruppe als minderwertig zu bezeichnen (was mit dem Wort Neger geschieht) spielt in einer ganz anderen Liga. Darüberhinaus beziehen sich Vorurteile gegenüber Schwarzen ja auch nicht auf die Einwohner des Staates Tansania oder Kenia, sondern auf alle Schwarzen weltweit, die in völlig unterschiedlichen Kulturen, Nationen und Kontinenten leben.

Antiamerikanismus mit dieser Art des Rassismus gleichzusetzen macht also keinen Sinn und ist darüberhinaus auch noch ein Zeugnis mangelhaften Geschichtsbewusstseins.
 

Winston_Smith

Forenlegende
Registriert
15. März 2003
Beiträge
5.237
1. Steckt in dem Wort Neger schon eine negative, verachtende Intention. Amerikaner Amerikaner zu nennen, das birgt keinen Rassismus. Du hättest "Yankees" schreiben können, auch wenn das immer noch ein unangemessener Vergleich mit der Bezeichnung "Neger" wäre.

Ok, ich gebe Dir natürlich Recht, dass "Neger" eine Beleidigung ansich ist. Inhaltlich macht es aber wenig Unterschied, da aus der Zugehörgkeit zu einer Gruppe (egal ob kulturell oder zu einer "Rasse") auf eine vermeintlich allgemein gültige Eigenschaft geschlossen wird.

2. Du vergleichst einen allgemeine, positive Aussage (Farbige können gut tanzen) mit einer abwertenden (Amerikaner sind kulturlose, waffenverliebte Fettwämste) Aussage. Was macht das argumentativ für einen Sinn??

Hallo?! "Farbige können gut tanzen." ist rassistisch! Egal, ob es evtl. positiv gemeint ist. Wer davon ausgeht, dass jemand etwas sehr beherrscht, weil er eine bestimmte Hautfarbe hat, denkt sehr wohl rassistisch.

Genauso ist natürlich die Annahme, ein ganzes Volk sei kulturlos rassistisch. Zumal es außerdem annimmt, eine andere Kultur sei es nicht würdig, Kultur genannt zu werden. Quasi eine Un-Kultur.

Antiamerikanismus mit dieser Art des Rassismus gleichzusetzen macht also keinen Sinn und ist darüberhinaus auch noch ein Zeugnis mangelhaften Geschichtsbewusstseins.

Das Mußt du mir bitte noch mal erklären. Meinst Du die frühe Geschichte der Volkskunde, in dessen Ausstellungen der wilde, potente, musikalische Afrikaner vorgeführt wurde?

edit:
Eine Menschengruppe als minderwertig zu bezeichnen (was mit dem Wort Neger geschieht) spielt in einer ganz anderen Liga.

Nein. Es ist das Gleiche, wie einem Volk die Kultur absprechen zu wollen bzw. dessen Kultur als minderwertig/nicht existent zu bezeichen.

ws
 

EnjoyTheSilence

Anwärter
Registriert
8. März 2006
Beiträge
11
Winston_Smith schrieb:
1. Steckt in dem Wort Neger schon eine negative, verachtende Intention. Amerikaner Amerikaner zu nennen, das birgt keinen Rassismus. Du hättest "Yankees" schreiben können, auch wenn das immer noch ein unangemessener Vergleich mit der Bezeichnung "Neger" wäre.

Ok, ich gebe Dir natürlich Recht, dass "Neger" eine Beleidigung ansich ist. Inhaltlich macht es aber wenig Unterschied, da aus der Zugehörgkeit zu einer Gruppe (egal ob kulturell oder zu einer "Rasse") auf eine vermeintlich allgemein gültige Eigenschaft geschlossen wird.

Generell sicherlich richtig, wenn es hier um die Definition von Vorurteilen gehen würde. Es geht aber gezielt um Rassismus und (auch unberechtigte und überzogene) Kulturkritik fällt nicht in diesen Bereich.

Winston_Smith schrieb:
2. Du vergleichst einen allgemeine, positive Aussage (Farbige können gut tanzen) mit einer abwertenden (Amerikaner sind kulturlose, waffenverliebte Fettwämste) Aussage. Was macht das argumentativ für einen Sinn??

Hallo?! "Farbige können gut tanzen." ist rassistisch! Egal, ob es evtl. positiv gemeint ist. Wer davon ausgeht, dass jemand etwas sehr beherrscht, weil er eine bestimmte Hautfarbe hat, denkt sehr wohl rassistisch.

Genauso ist natürlich die Annahme, ein ganzes Volk sei kulturlos rassistisch. Zumal es außerdem annimmt, eine andere Kultur sei es nicht würdig, Kultur genannt zu werden. Quasi eine Un-Kultur.

Hallo! Ich habe nie behauptet die Aussage "Farbige können gut tanzen" sei nicht rassistisch. Kulturkritk oder Diskriminierung eines Staates fällt jedoch nicht in die Kategorie Rassismus. Nebenbei glaube ich auch nicht, dass Amerikaner je mit derartigen Auswüchsen von Diskriminierung leben mussten oder müssen wie farbige Menschen.

Winston_Smith schrieb:
Antiamerikanismus mit dieser Art des Rassismus gleichzusetzen macht also keinen Sinn und ist darüberhinaus auch noch ein Zeugnis mangelhaften Geschichtsbewusstseins.

Das Mußt du mir bitte noch mal erklären. Meinst Du die frühe Geschichte der Volkskunde, in dessen Ausstellungen der wilde, potente, musikalische Afrikaner vorgeführt wurde?

Völlig am Thema vorbei diese Aussage, vollkommen und in seiner Gänze.

Wurden Amerikaner je in großem Maße verfolgt, zusammengefercht, versklavt, misshandelt und aufgrund phenotypischer Merkmale diskriminiert? Dir scheint immer noch nicht klar zu sein was Rassismus bedeutet...

Winston_Smith schrieb:
Eine Menschengruppe als minderwertig zu bezeichnen (was mit dem Wort Neger geschieht) spielt in einer ganz anderen Liga.

Nein. Es ist das Gleiche, wie einem Volk die Kultur absprechen zu wollen bzw. dessen Kultur als minderwertig/nicht existent zu bezeichen.

Dann führe mir doch bitte mal vor in welchen Punkten Rassismus gegen Farbige gleichzusetzen ist mit der Verunglimpfung einer Kultur.

Kritik an der amerikanischen Kultur (sollte diese sich überhaupt auf einen Nenner bringen lassen) mag berechtigt sein oder nicht. Diese Kritik oder meinetwegen auch Diskriminierung gründet sich aber auf Statistiken (z.B. beim Thema Übergewicht), Medien und Tatsachen, die auf die gesamte Bevölkerung Amerikas projeziert werden. Das mag ungerecht sein. Es sind halt Vorurteile. Dennoch hat dieser Anti-Amerikanismus wenigstens einen inhaltlichen Standpunkt, der nicht besagt, dass Amerikaner von Geburt an minderwertig oder kulturlos sind.

Rassisten behaupten aber, dass Menschen afrikanischer Abstammung von Geburt an minderwertig zu sein. Hier geht es darum einer riesigen Gruppe die MENSCHENWÜRDE und GLEICHBERECHTIGUNG abzusprechen!!

Wer den Unterschied immer noch nicht versteht, dem kann ich auch nicht weiter helfen.
 
G

Guest

Guest
Die Vorstellung das Wort Neger sei eine Beleidigung halte ich für ein Vorurteil.
 

EnjoyTheSilence

Anwärter
Registriert
8. März 2006
Beiträge
11
shechinah schrieb:
Die Vorstellung das Wort Neger sei eine Beleidigung halte ich für ein Vorurteil.

Dann wird das Vorurteil über dich wohl lauten: "Summiert die Schlagwörter einer Diskussion immer zu einem urkomischen, ironischen Sprüchsken."

Wirkt smart und steigert die Coolnessskala um +5%

Congrats! :wink:
 

Winston_Smith

Forenlegende
Registriert
15. März 2003
Beiträge
5.237

Alleine schon der Begriff disqualifiziert Dich für eine Diskussion. Pseudowisseneschaftliche Erkennnisse bzgl. einer Kultur bzw. Veranlagung usw. dient nicht einer Diskussion unter erwachsenen, aufgeklärten Menschen. Echt nicht.

Kulturkritik... Mir wird fast schlecht.

Kritik an der amerikanischen Kultur (sollte diese sich überhaupt auf einen Nenner bringen lassen) mag berechtigt sein oder nicht.

Und auch hier hälst Du dir wieder die Tür offen, ob es vielleicht sogar berechtigt wäre, die US-Kultur zu "kritisieren"...

Anti-Amerikanismus wenigstens einen inhaltlichen Standpunkt...

Bitte?! Es ist für Dich also wissenschaftlich nachweisbar, dass US-Amerikaner kulturlos sind?! Bitte sage mir, dass ich Dich falsch verstanden habe.


Wurden Amerikaner je in großem Maße verfolgt, zusammengefercht, versklavt, misshandelt und aufgrund phenotypischer Merkmale diskriminiert?

Ich habe nie gegenteiliges behauptet. Dennoch ist Antiamerikanismus zutiefst rassistisch.

Persönlich wurde ich einer Gesellschaft, die regelmäßig Nobelpreisträger, hervorbringt, Billy Joel, die Beastie Boys, Korn usw. und das MuMa geschaffen hat, nicht als kulturlos bezeichnen. Das sehen viele anderes. Ich aber nicht. Punkt.

Vielleicht können wir uns darauf einigen: "Schwarze können alle tanzen" und "Amis sind fett und haben keine Kultur" ist Rassismus. Ok?

ws
 

erdal5

Meister
Registriert
19. Dezember 2004
Beiträge
339
was ist denn "MuMa"? :?!?:
KORN ist für dich "kultur"? au backe... aber mal abgesehen davon, sind die "amis" natürlich ein kulturelles völkchen, das wunderbare menschen en masse hervorgebracht hat, darüber brauchen wir nicht streiten.
äh, natürlich ist es berechtigt, die amerikanische kultur zu kritisieren, wenn man mag. ich meine, darüber reden wir doch eigentlich in jedem fred auf diesem board, das jeder das recht hat, über alles und jeden herzuziehen.
und ich stimme enjoythesilence in einigen punkten zu, das die vorurteile gegen sie (die hier vorgebracht wurden), nicht annähernd so schlimm sind, wie einen schwarzen/afro-amerikaner/farbigen etc. einen "Neger" zu nennen.
@shechinach: erstaunlich, das einige es einfach nicht kapieren oder kapieren wollen: ja, die genaue bedeutung des wortes "neger" mag an sich nicht rassistsich sein, ABER wenn eben diese leute diesen begriff als rassistisch sehen, dann macht deine spitzfindigkeit keinen sinn. für sie ist es rassistisch, also sollte man es nicht benutzen.
aber ich glaube, wir sind ein bißchen OT, ich dachte, in diesem fred geht es über den alltäglichen rassismus, den "wir" hier erleben.
wobei eigentlich nur die ausländer gemeint sein können, aber so viele gibt es auf diesem board wohl nicht, oder?
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Registriert
14. September 2003
Beiträge
9.777
Stimmt, auf die repräsentativen 19 oder 20 % User "mit Migrationshintergrund" scheinen wir nicht zu kommen. Wissen kann man's natürlich nicht.

Nebenbei: Hast Du die Signatur schon lange? Die ist mir nie aufgefallen. Die Fahne war einer der Anklagepunkte im Prozeß gegen Johanna - das war nämlich ein viereckiges Banner, und zum Bannerritter war die Jungfrau natürlich nie erhoben worden.
 

SentByGod

Ehrenmitglied
Registriert
10. April 2002
Beiträge
2.189
"Amerikaner sind übergewichtig, waffengeil und haben keine Kultur."

Was ist daran rassistisch? Sind die Bewohner des nordamerikanischen Kontinents seit neuestem eine eigenständige Menschengattung?

Es ist lediglich die Pauschalisierung einer gesellschaftskritischen Meinung.

"Neger (oder farbige) können alle gut tanzen."

Diese Formulierung ist rassistisch. Wobei noch die Punkte des Pauschal- und Vorurteils erfüllt werden.
 

Marc

Großmeister
Registriert
31. Dezember 2003
Beiträge
989
SentByGod schrieb:
"Amerikaner sind übergewichtig, waffengeil und haben keine Kultur."
Was ist daran rassistisch? Sind die Bewohner des nordamerikanischen Kontinents seit neuestem eine eigenständige Menschengattung?
Der Begriff "Rasse" ist wissenschaftlich nicht mehr aktuell.
Und laut UN-Definition ist Rassismus:
„jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung
...
 

Marc

Großmeister
Registriert
31. Dezember 2003
Beiträge
989
SentByGod schrieb:
[...]der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende [...]

Wo liegt den die Abstammung und der nationale Ursprung Nordamerikas?

europäische Siedler... :read:
Und der Ursprung der europäischen Siedler , bzw. aller Menschen liegt in Afrika oder im Garten Eden, je nach Sichtweise. Schon klar. :lol:
Wenn jemand nach Eigenschaften wie Herkunft oder Nationalität beurteilt wird, dann spielt es für mich nicht wirklich eine Rolle ob die Vorfahren dieser Person vor 200 Jahren in einem anderen Land lebten.
 

SentByGod

Ehrenmitglied
Registriert
10. April 2002
Beiträge
2.189
Du musst aber zugeben das sich die 200 Jahre, im Vergleich zur z.B. Out-of-Africa-Hypothese: 50000-150000 Jahre, als verschwindent klein betrachten lässt.

Da kann man schonmal einen Unterschied d'raus machen. :rofl:
 

Marc

Großmeister
Registriert
31. Dezember 2003
Beiträge
989
SentByGod schrieb:
Du musst aber zugeben das sich die 200 Jahre, im Vergleich zur z.B. Out-of-Africa-Hypothese: 50000-150000 Jahre, als verschwindent klein betrachten lässt.

Da kann man schonmal einen Unterschied d'raus machen. :rofl:
Aber eine Gemeinsamkeit bleibt.
Man schreibt Personen die man nicht persönlich kennt, auf Grund bestimmer Eigenschaften wie z.B. Hautfarbe, Nationalität und/oder Geburtsort im breiten Umfang bestimmte andere Eigenschaften zu.
 

Ähnliche Beiträge

Oben