U T O P I A

Gaara

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So, dieser Thread hier hat zum Thema :
Ein Aussteiger-Dorf. Ganz allgemein und auch praktisch.

Erstmal eine Frage : Was ist Christania ? War auf dieser Seite,
aber Schwedisch habe ich nie gelernt, und ich habe eigentlich nicht mehr als komisch Häuser und einen Krämerladen gesehen.

Und hier eine Aufgabe zu diesem Dorf :
Wie soll man Zahnprobleme lösen ? Wie hat man das denn früher in Asien/Rom/Ägypten etc. gemacht ?

RockRebell schrieb:
leider gibbet immer ein paar
Schwachpunkte. Regenwasser trinken ist vielleicht nicht so prickelnd,
Hmm, also entweder einen Brunnen bauen (bohren) oder an einem Fluss ansiedeln.

Solon schrieb:
Ein richtiges Aussteigerdorf sollte meiner Meinung nach vollständig autark leben können. Dazu gehören z.B. Feld und Vieh, Aggregate und Wasserversorgung, Werkstätten samt Materiallager, Bewaffnung gegen Plünderer usw. Alles andere ist Augenwischerei.
Ich stimme dir absolut zu, bis auf eines : Bewaffnung ist absolut sinnlos. Ist man autark, entwickelt sich die restliche Welt logischerweise weiter.

InsularMind schrieb:
1. Kartoffelgarten : Ein oder zwei größere Felder, auf denen Alle mithelfen, und von Denen alle ernten/ leben? Jeder hilft Jedem damit, was er kann ... Ist doch sinnvoller als die Eigenbrötlerei

2. Die Möglichkeiten der Musikproduktion am PC bzw. Kommunikation Selbstbildung übers Netz würden mir auch fehlen, andererseits kalkuliere ich seit jeher ein, dass das nur begrenzte Jahre möglich sein wird und irgendwann ohnehin zu Ende ist.
Zu 1. Hmm, ich meinte damit eher, dass man auf seinem eigenen Grundstück einen hat, das wäre nämlich effektiver. Andere große Gemüsegarten wären natürlich selbstverständlich (bzw. nötig). Und da gibt es noch ein Problem : Woher Fleisch nehmen ? Oder soll man es wie früher machen und nur eher selten Fleisch essen ?
Zu 2. "Altmodisch" Musik machen ist doch auch nicht schlecht :)
 

Eskapismus

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Es heisst Christiania.

Viele Kumpels von mir waren schon dort. Soweit ich weiss leben die dort autonom (Polizei darf nicht hin) aber nicht total unabhängig. Dort kann man öffentlich Weed usw. kaufen und die Hells Angels wohnen dort. Ist sehr beliebt bei den Touris. Habe gehört, dass Christiania aber schon bald von den Behörden geschlossen wird.
 

Ducknail

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Dein "Bald" dauert schon inzwichen 2 Jahre. Ist nen ewiges hin und her. Außerdem gabs da doch letztes Jahr mächtig Stress wegen den hells angels, weil sich kriminelle auf der Flucht dahin verzogen haben und nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten.
Soweit ich weiß, wollen die Behörde da sämtliche Häuser abreißen, die ohne Baugenehmigung dort errichtet wurden.
 

Eskapismus

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Trasher schrieb:
(Polizei darf nicht hin)
Dieses Dorf ist wirklich ein rechtsfreier Raum? 8O
Angeblich schon. Wir haben auch ein Autonomes Zentrum in Bern ( alte Reithalle). Dort darf die Polizei auch nie rein. Ist aber nicht so toll, unter dem Deckmantel von Autonomie usw. sind ein par Leute da ziemlich am abzocken... (ist lediglich mein Eindruck)
 

RockRebell

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Ok, ich hoffe nicht, dass ich wieder OT poste, wenn ich nichts über Christiania
shribe :p

Thema Ernährung:
Storl hab ich ja schon erwähnt. Meiner Meinung nach sind die Bücher von ihm
´ne Art Pflichtlektüre für jeden, der sich nicht nur autonom, sondern vorallem
erstmal "bewusst gesund" ernähren will.

Die Nahrung, die es zum grossen Teil heute zu kaufen gibt, ist das Ergebniss
von tausenden von Jahren der Auslese, und einigen Jahrzehnten der Dummheit.
Ich weiss, ich stelle hier nahezu die gesamte moderne industrielle Nahrungs-
mittelerzeugung in Frage.
Dazu sollte man wissen, dass die Agrarfrüchte nicht nach Nährstoffgehalt,
individueller Bodenbeschaffenheit und örtlichen Wetterverhältnissen/Klima
ausgewählt wird, sondern nach Grösse und Schönheit. Nahezu das gesamte
Saatgut ist nicht vermehrungsfähig, will heissen, aus dem Getreide, dass
der Bauer vom Grosshändler kauft, wird in der zweiten Generation nicht
mehr als "Unkraut" sein - Unkraut kommt in der Natur nicht vor, jede Pflanze,
die "naturbelassen" ist, hat ihren Zweck, sei es als Anzeigepflanze für die
Bodenart/Bodenbeschaffenheit oder als unabdingbarer Symbiont für die
"Nutzpflanzen". "Unkraut" ist eine menschliche Erfindung.

Das bedeutet, dass in "unserem" Dorf solches Saatgut nicht zu gebrauchen
ist, und eine "Rückzüchtung" von modernen Saaten zu ursprünglichen Arten
ist schwierig. Es gibt aber Quellen, von denen man noch "die alten Arten"
beziehen kann. Wichtig ist ausserdem, Fruchtfolgen einzuhalten, das heisst,
Monokulturen müssen vermieden werden, da sie den Boden einseitig auslaugen,
was im Endeffekt Kunstdüngergaben erzwingt. Kunstdünger aber vergiftet
den Boden, zerstört einige Mikroorganismen im Boden, die für gesundes
Wachstum sind, wäscht Mineralien aus und verändert den Boden dahingehend,
dass er sich verfestigt. Verfestigter Boden hat zuwenig Sauerstoff, kann
Mineralien nicht mehr halten, bzw. bindet sie derart im Boden, dass die
Pflanzen sie nur noch schlecht aufnehmen können und die Fähigkeit, Wasser
zu speichern, geht verloren. Zudem belastet Kunstdünger ganz massiv das
Grundwasser, welches wir dann dringend brauchen werden.

So, jetzt werden mich einige als Spinner bezeichnen :)
Was aber nicht unbedingt falsch ist :wink:

Ok, mal gucken, wie es hier weitergeht....

Gruss

der Rebell
 

Gaara

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Jetz ma konkret : Was sind denn effiziente Früchte (ne ich meine Gemüse) ?
 

RockRebell

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@Gaara:
Umh... was genau meinst Du mit effizient?
Es kommt ja nicht nur auf den Nährstoffgehalt der Pflanzen an, sondern auch
auf die Qualität des Bodens etc...

Noch´n Nachtrag: Bei einem solchen Vorhaben ist es glaub ich das wichtigste,
dass die Versorgung steht, also Nahrung, Medizin (Kräuter), Trinkwasser.

Was dann - Energieversorgung? Kommunikation?

Gruss

der Rebell
 

InsularMind

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Hehe, klar geht Musikmachen auch oldfashioned, wenn nicht sogar besser, allemal interessanter, und in der Natur wird alles zum Instrument, wenn man gern Klänge schürft.

Uii, also wenn Christiania sich inzwischen so entwickelt hat.... aber die Seite zeigt wiederum ein freundlicheres Bild.
Wahrscheinlich gibt es die Gegner und die Befürworter - Seiten mit jeweils eigener Meinungskultur -- man müsste mal hinfahren und nachsehen.
Sie scheinen sich immer mehr den üblichen Zivilisationswerten zu zuneigen, na ja.

Was die Getreidearten angeht, da war bei der Fliege - Sendung mal ne kleine Familie zu Gast, die so ne Art Samen - Erhaltungs - Farm betreiben, da könnte man sich schon wirklich taugliche Ausgangsbasen herholen.
Die leben auch relativ natürlich -- natürlicher geht es eigentlich kaum.
Im Bayrischen gibts auch so ne Art Saatgut - Hof, wo die Keimeigenschaften und die Ergiebigkeit im Zusammenhang mit Widerstandsfähigkeit erforscht wird, da gibts bestimmte Auslegemethoden, wonach man die besten Saatkörner aus einer Ähre herauslesen kann, um die dann zur Weiterzucht herzunehmen.

Zum Regenwasser : Sicher, ein naher Bach oder ein See / Brunnen wäre nicht übel, Regenwasser reicht dann wohl auch nicht hin, wenn man Pflanzen bewässern soll ( dafür ist es oft eh zu versaut ) und/der Tiere tränken muss --- schon wenn man Schweine oder Rinder hielte, die brauchen sehr viel Wasser.
Aber Regenwasser könnte man eventuell filtern, reinigen, über einen Sand & Torffilter laufen lassen --- Materialien, die wiederum natürlich sind

Stimmt@ Rock Rebell , die meisten hochgezüchteten Kulturpflanzen sind entweder Kastraten oder verlieren innerhalb weniger Generationen ihre ganze Kraft.
Hab das mit Weizen mal versucht, aber man muss auch Acht geben, welche Böden man hat und welche Getreideart dort am Besten klarkommt, bzw. wie man die Abfolge der Saaten über die Jahre anlegt.
Mais scheint recht beständig zu bleiben, es gibt eben kleinere Kolben mit der Zeit, und wenn man roten oder schwarzen Mais einkreuzt scheint er weniger anfällig für Pilze zu sein -- aber sowas sollte man schon ein bisschen tiefergehender auskundschaften, bevor man ganze Felder anlegt, oder ?

@Gaara
Mit pflanzlicher Nahrung könnte man nen Großteil abdecken, eigentlich wächst hier schon Etliches an Getreide, Gemüse, auch grade an Obst wie Zwetschen, Äpfel, Birnen oder Beeren -- man müsste sich übers Konservieren kundig machen.
Für Fleisch kommt eben die Tierhaltung ins Spiel, was zusätzlich Münder zu füttern und zusätzlich viel Arbeit heißt.
Da sind Schafe oder Ziegen dann genügsamer und widerstandsfähiger als Schweine oder Rinder, bei denen ja das Hochzuchtproblem wieder da wäre -- es sei denn man nimmt alte Rassen her, Hinterwäldler - Kühe oder kreuzt Wildschweine ein --- klingt abenteuerlich, passiert bei freilaufenden Tieren manchmal sogar ohne dass man 'kuppelt' :wink:

Gesundheitsprobleme sind natürlich Sachen, die man nicht unbedingt selber lösen können wird, es sei denn man entscheidet für sich, dies hinzunehmen, so wie Naturvölker das machen, aber bei schweren Verletzungen oder Krankheitsfällen ist es ratsamer, dem Arzt nicht zu sehr zu entrücken.
Na gut, wer Nehberg durch hat, kann sich kleinere Probleme auch selber beheben -- na ja aber das sagt sich immer so leicht.
Einen Zahn ohne Narkose zu entfernen -- macht das lieber nicht selbst, es geht zwar, mit Geduld, Hartnäckigkeit, Kenntnis vom eigenen Kiefer und Tränenfestheit, aber die Schmerzen sind höllisch!
Davor was rauchen könnte behilflich sein :)
Eine Art*Krankenhaustopf* begründen, also falls man jetzt nicht extrem ohne Geld leben möchte -- oder aber es lassen sich Welche zum Dorfschamanen ( E.M.T. ) ausbilden, möglicherweise könnte ja die ein oder andere Krankenschwester dazustossen.
Energiegewinnung? Windräder ? Solar ? Wasserkraft -- zwei ältere Frauen lebten hier in der Nähe mit Strom aus Wasserkraft in einer alten Mühle seit Jahrzehnten.
Eine Art Generator müsste sich doch umsetzen lassen -- da sind die technisch Begabten gefragt.
Man könnte Energiegewinnung mit dem Auslauf der Kuh verbinden oder mit Fitness - Geräten -- na ja, ein bisschen sehr utopisch wahrscheinlich :?

Garten -- ja, eigentlich doch Jede so, wie sie/er mag und dann halt die gemeinschaftlichen Felder, oder die Herde, der Streuobsthain oder so.
In einem Dorf könnte man damit rechnen, dass so einige spezialisierte Talente ihre Kunst einbringen, und wenn Jeder auf ein paar wenigen Gebieten wirklich gut ist, müsste sowas machbar sein, fragt sich nur, wie
treibt man ein herrenloses Dorf auf?

Na ja, das klingt alles wunderschön und ist doch schwierig so umzusetzen -- man muss damit klarkommen können, dass alles anders sein wird, als man sich das votrstellt, und nicht alles so ausarbeiten kann, wie man es gerne hätte -- auf dem Boden bleiben und mit realistischen Erwartungen vorgehen, sonst kanns ins Auge gehen.

Dann sollte man vielleicht so etwas wie einen 'Stammesrat' oder einfache Versammlungen einberufen, von Zeit zu Zeit, wo man sich über Projekte, Ideen und allgemein austauschen kann, ich schätze das ergäbe sich von alleine, wohl auch die Basis von Regeln zur für alle sinnvollen Gemeinschaft oder so etwas, und jeder sollte so sein dürfen, wie er ist, spirituell, wenn spirituell, zurückhaltend, wenn so usw, oder was meint ihr zu einer Art 'Gemeinschaftscodex' , wenn man das so nennen könnte?
Oder wäre Euch das schon wieder zu 'durchgeackert' dann?
Ich denke dabei nur an eigentlich selbstverständliche Dinge.
 

Gaara

Erleuchteter
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Schön und vielen Dank, dass du dir Gedanken gemacht hast. Natürlich müsste/muss man vor der Erbauung eines solchen Dorfes ziemlich ziemlich viel planen, bzw alles planen. Bei der Ernährung ist natürlich fraglich, was man im Winter essen soll, da sind die Früchte nämlich gefroren (oder auch nicht wenn es Erderwärmung gibt :wink: ), was soll man da tun ? Sauerkraut und Kartoffeln lagern + Früchte/Gemüse einmachen (hast du ja schon gesagt) ?
Brot sollte auch sehr wichtig in der Ernährung sein, das könnte man dann im Winter natürlich nicht backen, ausser man hätte Mehlvorräte. Man müsste einfach sehen, wie andere Naturvölker (ich denke an Asien, Afrika, Amerika) durchgekommen sind, da gibt es sicher viele geniale "Tricks", denn bei uns, hatte man sich ja herzlich wenig um das Volk gekümmert. Das mit dem Zahnarzt ist auch ein Problem, was sich vielleicht löst, wenn man nicht dauernd mit Zucker vollgestopft wird.
Sollte es zu kriminellen Fällen kommen (was, was ich glaube, in einem Dorf doch eher unüblich ist), so sollten alle im Dorf mitentscheiden was passiert. Allerdings sollte die Todesstrafe, egal bei welchem Vergehen, nicht erlaubt sein. Es könnte, pro Woche, eine Versammlung der Bevölkerung geben, in der jeder der welche hat, Ideen vortragen kann.
Mit der Medizin sollte man sich auch bei den Naturvölkern erkundigen.
Energie, die Idee mit dem "Fitnesscenter" ist mir auch gekommen, das könnte ja ein Beruf werden. Aber man sollte es lieber mit der effizientesten und sichersten (es soll ja nicht dauernd ausgetauscht werden) Methode zur Energiegewinnung kombinieren.
Ausserdem sollte auch so wenig Energie wie möglich benutzt werden.
Evt. sogar nur für Gebäude wie Krankenhaus.
Fernsehen würde ich nicht einführen, ebensowenig wie Computer (oder auch nur ein Dorfcomputer, der möglichst wenig Energie verbraucht, vielleicht ein P90 oder so).
Wo man das Dorf platzieren soll ? Hmm, mir schweben da so Länder wie Schweden, Norwegen, Finnland, Kasachstan, Länder im Osten, vielleicht China, oder sogar eine Insel in Indonesien vor, wo es eben viel Platz gibt.
 

forcemagick

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hmmm.. dass sich in solche projekte dann leute wie die hells-angels zurückziehen und ihren lustigen bandenkrieg mitbringen ist bedauerlich.... das macht deutlich, dass es unter umständen doch nötig ist sich vor sowas zu schützen
 

InsularMind

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Danke@Gaara, ich mach mir gern Gedanken, wäre aber sehr auf weitere Ausführungen der Ideen auch vom Rock - Rebell gespannt !

Insel in Indonesien *g* voll Beach-Life - mäßig 8)

Na ja solange Leo Di Caprio nicht dabei ist --- Leute wie er würden alles vermasseln.

Schweden / Finland / Irland oder südamerikanische Länder / Australien / Neuseeland, ja -- wobei ein Land ohne Winter eben eine große Erleichterung bedeutet.
Französisch Guyana ?
Das ist noch EU - Territorium !


Kriminalität ist natürlich einer der ernstesten Faktoren, die zu befürchten sind. Wenn sowas sich ausartet --- 100%ig könnte man das natürlich auch nie verhindern, auch wenn sich die möglichen Dorfmitglieder bestimmt sorgsam zusammenfinden werden, und man eigentlich denken müsste, es bedarf keiner Kriminalität, denn Jeder hilft Jedem und Jeder kann Jeden um Rat fragen ect .
Bei 'niederen' Vergehen Gesprächstherapien,drüber reden, erklären und einleuchtend rüberbringen, warum zum Beispiel unnötig ist, dass einer Brot klaut oder so ?
Bei ernsthaften Vergehen, die mit Gewalt gegen Personen zusammenhängen, oder Personen großen Sachschaden ( Brandstiftung etwa ) beibringen wäre wohl Ausschluss aus der Gemeinschaft zu bedenken --- bzw. wird das ohnehin erfolgen, da so ne Art Wahrung der gemeinschaftlichen 'Familienregeln' oder wie man das nennen will doch nötig ist.

Auch die Christianiter erlauben zum Beispiel keine 'harten' Drogen wie H oder Koks --- irgendwie müssen sie also Leute ernannt haben die dafür sorgen dass so n Zeug draußen bleibt.

Die Hells - Angels oder die Banditos muss man nicht unbedingt beherbergen, der Ansicht bin ich eigentlich schon auch.
Beim *Jeder so, wie er will* hatte ich eigentlich auch menschenverachtende Tendenzen ausgeklammert.... Nazigeister, Rassisten und Solche --- also zumindest würde ich lieber multikulti bis freigeistmäßig vergesellschaftet leben.

Ja, Ernährung ist eben ähnlich bedingt wie in frühen Siedlervölkern, die sehr auf Vorräte setzen, Vorräte und nochmals Vorräte, Kornkammer, Mühle, konservierende Methoden, Dörrobst, Trockenfleisch,Geräuchertes,Gepökeltes,Eingewecktes.
Pflanzlich gibt es da noch Etliches, was nicht Jeder von uns kennt, und was man essen kann, bzw. sich anbauen liesse.
Tiere für Milch wär natürlich zu erwägen -- wieder Ziegen oder Schafe, da hier auch noch Wolle abfällt = angenehm warme & robuste Kleidung.

Na ja, leisten kann ich mir das nie -- selbst ein eigenes Stück Land wohl eher nicht, wenn vom Geld abhängig, zahlt man jahraus, jahrein Rechnungen und bekommt nie viel auf die Seite, und irgendwann ist man alt.
So, wie den Schenkern, würd's mir eher ergehen, denn das mit dem Dorf ist eher was für Habende, und einschmeicheln / einschmarotzen würde ich mich nicht wollen :wink:
 

Laurin

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anm. Mod


es ist sehr seltsam, gaara, dass du im eröffnungspost vbereits zitate anbringst....solldas heißen, diesen tread gibt es schon????


verweis darauf wäre schön

Laurin
 

hapatree

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auch wenn dieses thema schon so alt ist,
dass es niemand mehr lesen wird,
möchte ich doch einige dinge korrigieren.

zu den bandenkriegen auf christiania:
die gibts seit den späten 70ern nicht mehr,
da zu der zeit die zugehörigkeit zu rockergruppen untersagt wurde,
ebenso wie harte drogen. es gibt einige regeln, bei deren nichtbeachtung bei kleineren delikten lokalverbot gilt, bei gröberen verstössen wird man jedoch an die kopenhagener polizei ausgeliefert.

die polizei darf hin.
schon seit entstehung der gemeinde, die ich vor 4 wochen zum letzten mal besuchte,
patroullieren kopenhagener polizisten dort, es gelten
die gleichen gesetze wie in kopenhagen,
bloss lässt sich das nicht so leicht kontrollieren.
ausserdem haben sich dort alle abgesprochen,
wenn die polizei kommt ruft jeder "øst", (dänisch für "käse").

aber es stimmt, die regierung hat schon lange vor, das ding zu schliessen, obwohl fast ganz dänemark dagegen ist.
 

paul20dd

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Ich frage mich wie ihr das in so einer "Kommune" zwischenmenschlich hinbekommt, gerade wenn es aussteiger aus den Grossstaedten sind.. ich kenne einige Leute die sich wuenschen solch eine Idee auf dem Land umzusetzen und genauso viele Projekte die wegens sektenartiger Ausartung gescheitert sind... der Gedanke abseits vom "Globalen Dorf" reizt mich aber trotzdem
 

vonderOder

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24. November 2004
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www.citysam.de/kopenhagen/tivoli-kopenhagen.htm schreibt:
Einen Stadtteil, den man in Kopenhagen unbedingt gesehen haben sollte, ist Christianshavn. Herrlich restaurierte Häuser, die sich akkurat entlang des Kanals aufreihen vermitteln den Besuchern einen Hauch von Amsterdam. Zum Stadtteil Christianshavn gehört das Viertel Christiana. 1971 gründete sich hier eine unabhängige Gesellschaft - sprich ein eigener kleiner Freistaat.
Nachdem das Viertel anfangs unter massiver Kritik der Bevölkerung stand, ist es heute weitgehend akzeptiert. Lassen Sie es sich nicht nehmen, einen Eindruck vom Hippie-Freistaat zu bekommen.
und
www.skandinavien.de/Laender-Regionen/Daenemark/DK-Kopenhagen.html
meint:
Der "Freistaat" Christiania wurde... mit der Besetzung des verlassenen Militärgeländes auf Amager gegründet. Nach langem Kampf mit den Behörden ist Christiana heute aus den Schlagzeilen verschwunden, und es wird allgemein toleriert.
hapatree schrieb:
auch wenn dieses thema schon so alt ist,
dass es niemand mehr lesen wird,
möchte ich doch einige dinge korrigieren.

zu den bandenkriegen auf christiania:
die gibts seit den späten 70ern nicht mehr,
da zu der zeit die zugehörigkeit zu rockergruppen untersagt wurde,
ebenso wie harte drogen. es gibt einige regeln, bei deren nichtbeachtung bei kleineren delikten lokalverbot gilt, bei gröberen verstössen wird man jedoch an die kopenhagener polizei ausgeliefert.
Bandenkrieg vielleicht nicht mehr, aber Zoff doch bestimmt ab und an.
http://shortnews.stern.de/shownews.cfm?id=512280
13.04.04
Kopenhagen-Christiana: Polizei versucht Rückzug nach vierstündiger Straßenschlacht
Im 'Freistaat Christiana' in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen kam es am heutigen Dienstag zu mehrstündigen Straßenschlachten.
Als Auslöser für die Ausschreitungen gilt Polizeiangaben zufolge eine Festnahme, sowie ein Ball, der einem Beamten ins Gesicht geworfen wurde.
Ca. 100 Jugendliche, die zum Teil auch aus anderen Bezirken hinzustießen, sowie 100 Polizisten waren in die Straßenschlacht verwickelt.
Zurzeit hat die Polizei die Lage unter Kontrolle und versucht sich zurückzuziehen.
an sonsten nix neues, und zu existieren scheint der "Freistaat" wohl auch noch.
 
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