Fortsetzungsgeschichte - ein neuer Versuch

Gestreift

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Er wollte sich gerade eines der Symbole genauer anschauen, als eine Frau die Treppe hinabschritt. Sie hielt ein purpurfarbenes Kissen in den Händen, auf dem deutlich erkennbar ein siberner Popo lag. Mogo schaute irritiert auf die Frau, die verdammt attraktiv aussah. Die Frau kam am Fuße der Treppe an und sagte....


Sorry, ich hatte einen Hänger wegen der Symbole, den habe ich jetzt geschickt umgangen.
 

Ehemaliger_User

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Grrrr, Hrrgttnchml... Was wäre denn einfacher gewesen, als ein Dreieck mit 'nem Auge ins Geländer zu schnitzen? Ich dachte, es sei offensichtlich... :? Nun gut, wenigstens schreibt endlich wieder jemand. :lol:


"Wir hörten vom Eurem Leiden, Sire. Es ist uns eine große Ehre, Euch davon erlösen zu dürfen. Was Ihr hier seht, ist der PoLux 00, aber Ihr könnt selbstverständlich auch ein anderes Modell auswählen." Vier Königspinguine, die alle Pantoffeln und einen Lendenschurz anhatten, und von denen jeder auf einem Kissen einen Popo trug, kamen daraufhin die Treppe herunter, und die Frau fuhr fort: "Dies, Sire", und sie zeigte auf einen Hintern aus Elfenbein, der mit diversen Schnitzereien verziert war, "ist ein Exemplar, das ein alter Bekannter aus Namibia gefertigt hat. Es ist ein Einzelstück und sehr kostbar". Während sie sich einem anderen zuwandte, sprach sie weiter: "Dieser Po ist ein einziger 15000-karätiger Diamant, der von den 28 Patriarchen des Indischen Buddhismus über Jahrhunderte hinweg geschliffen wurde. Bodhidharma brachte ihn 526 n.Chr. nach China und trug ihn, als er im Shaolin-Tempel in der Ho Nan - Provinz neun Jahre lang vor einer Wand meditierte. Ohne diesen Hintern hätte er es nicht geschafft. Sein Wert ist unschätzbar." Über den nächsten Hintern, der dreieckig war, sagte die Frau: "Das ist das Modell Weishaupt. Es ist aus Sperrholz gefertigt, und dürfte nicht sehr bequem sein, aber es ist individuell. In der Mitte gibt es ein Loch, durch das Ihr Eure Notdurft verrichten könnt. Dieser Po ist allerdings gebraucht, Jan van Helsing, Erich von Däniken und Robert Anton Wilson haben ihn bereits getragen". Sie sah lange Zeit den letzten Hintern an, bevor sie auch ihn beschrieb: "Dieser hier bedeutet mir persönlich sehr viel. Er ist aus meiner Heimat Haiti, besteht aus eng geflochtenen Palmenblättern und ist über 700 Jahre alt. Manche sagen, er sei mit einem Fluch belegt."

Mogo hatte die Wahl.



Oh, ist etwas länger geworden... :roll: Dafür aber historisch korrekt, Tenshin kann es gerne überprüfen. :wink:
 

Gestreift

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Mogo entschloss sich nach reiflicher Überlegung für den gebrauchten Hintern. Er fragte: "Was kostet denn der gebrauchte?" Die Frau antwortete: "Du kannst ihn haben, wenn du sie hier lässt." Sie zeigte auf die Anführerin der Affenbande. Mogo erwiederte: "Yep, das geht in Ordnung." Er nahm den Hintern, fixierte ihn fachmännisch an seinem Körper und strahlte über das ganze Gesicht. Die Frau sagte daraufhin: "Ihr könnt nicht hierbleiben und müsst nun gehen."
Die Affen wollten keinen Ärger und verließen das Haus. Sie verschwanden dahin woher sie gekommen waren und tauchen in dieser Geschichte nicht mehr auf.
Unsere namenlose Heldin sah ihnen mit offenem Mund nach. Sie war nicht in der Lage sich unterhalb des Halses zu bewegen. Irgendetwas blockierte sie. Aus den Augenwinkeln heraus sah sie, das der Pinguin, der den gebrauchten Hintern getragen hatte, auf sie zukam und ihr etwas ins Gesicht sprühte. Sie begann zu taumeln und sah nur noch schwarz. Als sie wieder erwachte, lag sie....
 

Ehemaliger_User

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Frechheit, einfach so die Affen rauszuschmeißen. :wink:

... in einem Himmelbett französischer Art. Um sie herum roch es nach Rosenblüten, und sie verspürte einen unvorstellbaren Durst. Sie wollte aufstehen, hatte aber nicht einmal die Kraft, ihre Hand zu heben. Das einzige, was sie bewegen konnte, waren ihre Augen.
Sie wusste nicht, wie lange sie so dalag. Zehn Minuten, zehn Stunden - sie hatte ihr Zeitgefühl verloren. Dann merkte sie, dass sie wieder aufwachte. In demselben Bett, umringt von demselben Duft, mit demselben Gefühl.
Sie sah sich um. Lummidus stand neben ihr.
 

Gestreift

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Tja, so wie es ausschaut, ist das objektiv betrachtet eine blöde Geschichte. Was meinst Du EVO? Sind nur wir beide, die das hier unter sich ausmachen. Wo sind denn die anderen Autoren?

Als er bemerkte, das sie ihre Augen öffnete, fragte er sie, ob sie sich schon bewegen könnte. Da sie nur ihre Augen bewegen konnte, war ihr eine Antwort nicht möglich. Lummidus verstand ihre Wortlosigkeit und sagte, dass sie an den Nachwirkungen des Toxins leidet, dass man ihr ins Gesicht gesprüht hatte. Die Wirkung würde aber mit der Zeit nachlassen.
Lummidus zeigte ihr die Tickets und erzählte ihr von seinen Erlebnissen. Er fragte, ob sie Interesse hätte, ihn bei der Reise zu begleiten. Für ein "Ja" sollte sie die Augen nach links drehen, für ein "Nein" nach rechts.
 

Ehemaliger_User

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Wieso blöde Geschichte? Ich finde sie gut. Und sie sollte ja auch lustig sein... Und was die anderen angeht, so bin ich etwas ratlos. Ich habe versucht, etwas Werbung zu machen, meiner Signatur einen Link beigefügt, aber irgendwie will keiner. Dann schreiben wir halt zu zweit.


Natürlich wollte sie mit.
Eineinhalb Stunden später gewann sie langsam wieder die Kontrolle über ihren Körper. Bis sie aufstehen konnte, dauerte es aber trotzdem noch etwas. Dann sah die Lummidus an und sprach: "Ich weiß immer noch nicht, wie ich heiße." Der Pavian antwortete ihr: "Auf der WUBS gibt es viele weise Gelehrte, es wird bestimmt jemand unter ihnen sein, der dir helfen kann." Sie starrte auf den Boden, doch Lummidus fuhr fort: "Aber da ist noch etwas." Er drehte sich um, ging einige Schritte nach vorn und sah auf die große Uhr, die an der Wand hing. Es war 01:40 Uhr. "Die WUBS dürfen nur Vampire betreten."
 

Gestreift

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"Ich bin aber kein Vampir.", sagte die Frau. "Was ich aber ändern könnte.", erwiederte Lummidus.
"Können wir damit nicht warten, bis wir da sind?", fragte die Frau.
"Ja, das ginge.", sagte Lummidus. Er fügte hinzu: "Wir müssen zusehen, das wir hier rauskommen."

Lummidus war durch das offene Fenster ins Zimmer gelangt. Diesen Weg konnten sie nicht benutzen und aus dem Haus herauszukommen, weil die Frau noch teilweise gelähmt war. Sie mussten sich etwas anderes überlegen.


Hat die Uhrzeit eine tiefere Bedeutung? Ich habe hin- und hergerechnet, habe aber nix mit einer 23 herausbekommen. Das mit der Werbung in deiner Sig finde ich cool.
 

Ehemaliger_User

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Nein, die Uhrzeit hat keine besondere Bedeutung. Nur muss es ja Nacht sein, weil Lummidus ein Vampir ist. Und Mitternacht klang so kitschig...


"Wo sind wir überhaupt?" wollte sie wissen. Lummidus sagte ohne lange nachzudenken: "In der Villa von Paul Puter, im Westlichen Wald."
"Paul Puter? Aber den haben wir doch..."
"Ja, und Frederick Häretik wusste davon. Deswegen hat er dich hierhergebracht, jetzt, da die Villa leersteht. Es sind nur zwei oder drei seiner Diener da, und die zu überlisten, dürfte nicht allzu schwer sein."
Lummidus nahm die Frau auf seine Arme und trug sie vorsichtig aus dem Zimmer heraus. Er sah sich um - es schien niemand dazusein. Er ging leise den langen Flur entlang, bis er an eine Ecke kam, hinter der er zwei Stimmen hörte. "Die kenne ich", flüsterte ihm die Frau kaum hörbar zu. "Das ist die Dienerin, der mich Mogo ausgeliefert hat und der schwule Diener, der uns empfangen hat." Lummidus presste sich an die Wand und lauschte dem Gespräch.
 

Gestreift

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"...bist Du dir sicher das es sich bei ihr um das EVO handelt?", hörte sie den Diener fragen. "Ja, sie muss es sein, ihr Bild war überall in den Zeitungen ich habe sie gleich erkannt, als ich sie in der Eingangshalle sah. Du hast sie doch selber gesehen, was fragst du noch?", erwiederte die Frau. "Da war doch dieser Affe. Bevor ich sie mir näher anschauen konnte, hatte er schon sein Geschäft erledigt. Ich hatte nicht bemerkt, das es sich um das Epsilon-Virus-Objekt handelt.", erklärte der Diener.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Flures ging eine Tür auf.
 

Ehemaliger_User

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Hui, jetzt wird's aber interessant. :wink:

Ein großgewachsener, magerer Mann in einem schwarzen Frack kam heraus. Er hatte kurze dunkle Haare und ein grobes, von Falten und einigen kleinen Narben übersätes Gesicht. "Sire, wie können wir Euch dienen?" fragte die Frau mit einer demütigen Verbeugung. "Genug, Chatterly, du weißt genau, dass ich dieses Sire-Geschleime nicht leiden kann. Also, was ist nun mit ihr?" "Herr Häretik, wir gehen davon aus, dass sie das Epsilon-Virus-Objekt ist. Wir haben sie beide gesehen - Chatterly deutlicher als ich - und es bestehen kaum Zweifel.", sprach der Hausdiener in seinem gewohnt schwuchteligen Ton. "Wo ist sie", fragte Häretik schnell, "ich will sie sehen". Chatterly antwortete: "Sie ist im Raum der Gnade". "Raum der Gnade?" Häretik schien entsetzt. "Warum gebt ihr ihr dieses Zimmer? Womit hat sie es verdient?" "Aber sie ist doch..." "Ruhe." Er schrie jetzt. "Von nun an will ich, dass ihr mich fragt, bevor ihr jedes dahergelaufene Etwas in einen meiner besten Räume legt." "Sehr wohl, Sire." "Und du sollst dieses Geschleime unterlassen!" "Sehr wohl S... Herr Häretik".

Frederick Häretik ging zu dem Zimmer, in dem die Gefangene liegen sollte. Lummidus und sie wussten nicht, was sie tun sollten - er würde jeden Augenblick an ihnen vorbeikommen und sie entdecken.
 

Gestreift

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Ein verwegener Gedanke,


Der auch sogleich wieder verworfen wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass er Hunger haben werde, schien zu gering. Ihm mit einem Opfer entgegenzukommen oder sogar mit dem Gefühl der devoten Hochachtung war unakzeptabel. Eine Panik machte sich in ihr breit...


Und ich entschied mich dafür:

...und sie schlug augenblicklich die Augen auf, und fand sich wieder in ihrem Schlafgemach. Noch benommen, von dem Traum, den sie hatte, rieb sie sich ihr Gesicht.

Und so sieht sie aus:
http://www.weltverschwoerung.de/upload/anim.jpg
Und ich schlage vor, dass EVO ihr einen Namen gibt. 8O
 

Ehemaliger_User

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Boahh... das verzeihe ich dir so schnell nicht... :wink: Jetzt, wo es gerade so spannend wurde, kommst du mit dem alten Aufwach-Trick.

Ich schreibe heute abend weiter, OK? Ich muss jetzt nämlich noch ein bisschen im Garten arbeiten. Wartet bitte solange auf mich.
 

Ehemaliger_User

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Erst hast du die schönen Affen rausgeschmissen, und dann alles zur Hölle geschickt. Na ja, dann wird halt was Vernünftiges draus. Verdammt...


Welch ein Traum - sie konnte sich noch an alles erinnern: Die Paviane und Bonobos, Frederick Häretiks Villa, das edle Schlafzimmer. Die Bilder des soeben Erlebten liefen ihr durch das Bewusstsein, realer als die Wirklichkeit selbst. Und wieder hatte sie das Gefühl von Gelähmtheit, nur war es diesmal nicht auf irgendein Toxin zurückzuführen, sondern auf die pure Verblüffung, die sie empfand. Sie sah sich um - der Raum, den sie in ihrem Traum gesehen hatte, war ihr tatsächliches Gemach. Doch alle anderen Schauplätze waren ihr fremd, auch konnte sie sich nicht erinnern, eine der Personen jemals gesehen zu haben.
Zwei Dinge nahmen jetzt den größten Teil ihres Bewusstseins ein: Ihr Name, den sie selbstverständlich kannte - sie hieß Lucille - und der Ausdruck "Epsilon-Virus-Objekt". Warum Epsilon? Welcher Virus? Und war sie ein Objekt?
Sie musste an Lummidus denken. Was für ein Name - Lummidus. Sie kannte diesen Namen nicht, und doch schien er ihr irgendwie vertraut.

Lucille blickte auf die Uhr. 11:36 Uhr. Warum hatte sie so lange geschlafen? Egal, es war Samstag. Sie musste ihren seltsamen Traum verarbeiten und... Wer oder was war Lummidus? Sie hatte in solchen Fällen eine Person, die sie fragen konnte: Ihren Vater. Er war Geschichtsprofessor und wusste alles. Lucille ging zum Telefon und rief ihn an. Auf ihre Frage nach dem Namen wollte ihr Vater wissen, warum er ihr in den Sinn gekommen sei, doch Lucille wollte ihm nicht die Einzelheiten erzählen. "Ich habe diesen Namen noch nie gehört", sagte er, "Aber Midus ist eine gotische Bezeichnung für Met, also Honigwein, und steht in enger Verbindung mit der Stadt Metz. Hilft dir das?" "Es kann nicht schaden, danke."

Schwachsinn, alles Schwachsinn. Warum sollte sie ihren Samstag damit verbringen, über einen fiktiven Affen nachzudenken? Aber das Epsilon-Virus-Objekt... Sie rannte wieder zum Telefon und rief ihren Vater erneut an. Natürlich war dieser überrascht. "Kennst du Bodhidharma?" "Natürlich." "Erzähl mir von ihm." Ihr Vater erzählte genau dasselbe, was die Dienerin in ihrem Traum erzählt hatte - mit Ausnahme des Hinterns natürlich. Dabei kannte Lucille diesen Mönch gar nicht, und hatte für soetwas eigentlich nichts übrig. Es war alles so verworren. Aber sie wollte unbedingt mehr erfahren, mehr über das alles.
 

Gestreift

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In die Bibliothek konnte sie sie nicht gehen, weil diese am Samstag geschlossen hatte. Daher entschied sie sich, nach dem Frühstück noch etwas im Internet zu recherchieren. Sie wollte gerade das Wasser für den Tee aufsetzen, als es an der Tür klingelte. Als sie die Tür öffnete, war niemand zu sehen. Sie bemerkte, dass auf der Fußmatte ein Briefumschlag lag. Auf dem Umschlag stand lediglich ihr Name. Verwirrt nahm sie ihn auf und wartete noch ein wenig vor der Tür.

Zurück in der Küche, öfnnet sie den Umschlag und holte einen mit der Hand geschriebenen Brief heraus. Sie begann zu lesen....
 

Ehemaliger_User

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"Lucille, mich gibt es. Wenn du mehr über das EVO erfahren willst, dann komm sofort zum Hintereingang der Bibliothek."

Mehr stand nicht auf dem Zettel. Sie zog sich an und ging los, den Brief in der Hosentasche mitführend. Die Bibliothek war ein gutes Stück entfernt, und es würde einige Minuten dauern, bis Lucille dort sein würde. Sie wollte ein Taxi nehmen, doch es fiel ihr ein, dass sie weder Geld noch ihr Handy mitgenommen hatte, auch ihren Haustürschlüssel hatte sie vergessen.
An der Bücherei angekommen, sah sie einen großen, dunkel gekleideten Mann und eine lange schwarze Limousine. "Steig ein", forderte er sie auf. "Wer sind Sie?" fragte Lucille ängstlich, sie würde natürlich nie im Leben einsteigen. "Du hast von einer Affenbande geträumt, von künstlichen Hintern, und bist in dem Zimmer aufgewacht, den du in deinem Traum gesehen hattest. Reicht das?"
Er wusste alles. Lucille hatte jetzt schreckliche Angst, doch was sollte sie tun? Wenn dieser Mann ihre Träume sehen konnte, war es sinnlos, sich dagegen zu wehren, in sein Auto zu steigen.
Er hielt ihr die Tür auf, und sie setzte sich auf die verschwenderische Rückbank des Maybach. Der Mann setzte sich neben sie und drückte einen Knopf, woraufhin sich die Tür schloss.
 

Gestreift

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Ich habe bisher noch nicht auf die Kritik reagiert. Der Aufwachtrick gehört mit zur Geschichte dazu. Und es ist fraglich, ob es wirklich ein Trick war. Aber ich kann feststellen, dass Du mir aufgrund deiner Fortsetzung folgen kannst. Zumindest kann ich nicht behaupten, dass es mich nicht reizt, weiterzuschreiben.

"Wer sind sie?", fragte Lucille, als der Wagen losfuhr. "Ich befinde mich derzeit nicht in der Lage, dir eine Antwort auf diese Frage zu geben.", sagte der Mann und seufzte. Lucille sah ihn erstaunt an. "Wie bitte, das, was sie mit mir hier veranstalten, ist eine waschechte Entführung! Da können sie mir doch wohl netterweise sagen, wer sie sind?", sagte Lucille leicht zornig. Sie rüttelte aus Wut und Verzweiflung am Türgriff. Am liebsten hätte sie in den Lederbezug reingebissen.

"Dieses Affentheater nutzt dir nichts, also hör auf." Er sagte diesen Satz mit einer Stimme, die sanft klang und doch gleichzeitig so etwas zwingendes hatte, dem man nicht widerstehen konnte.
"Schau mir in die Augen.", foderte er Lucille auf.
Zögerlich drehte Lucille zuerst nur ihren Kopf. Er nahm sie mit beiden Händen an den Schultern und zwang sie, in seine Richtung zu schauen. Lucille schaute starr nach unten. Aus irgendeinem Grund verspürte sie Panik. Dann spürte sanft den Griff seiner Hand an ihrem Kinn. Die Berührung ließ sie augenblicklich entspannen. Langsam hob er ihren Kopf an.
Sie blickte tief in seine dunklen Augen und das was sie sah, war unglaublich schön. Lucille stockte der Atem. Sie war überwältigt, von den Bildern. Mit dem was sie sah, wuchs in ihr die Erkenntnis, dass dieser Mann, mit eigenen Augen gesehen haben muss, wie Galaxien untergegangen sind.
"Zu lang ist nicht gut.", hörte sie ihn plötzlich sagen und er schaute wieder in Fahrtrichtung. "Ich kann dir nicht sagen, wer ich bin, es ist keineswegs so, dass ich es nicht wollte.", fuhr er fort. Lucille kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie hatte das Bedürfnis Fragen zu stellen, sie konnte nur beim besten Willen nicht klar darüber nachdenken, was sie eigentlich wissen wollte. Alles war auf einmal anders.

"Mein Name ist Legion!", so hat man es mich gelehrt. Ich bin die Inkarnation der Urmacht, aber meinen wahren Namen hat man mir nie gesagt!
Ich habe es satt, immer nur der zu sein, der ich sein muss, wenn die es wollen. Ich möchte nun nicht mehr länger Unwürdigen dienen. Es ist an der Zeit, dass ich mich erhebe gegen jene, die meinten mich nach ihrem Gutdünken einsetzen zu können. Und Du meine gute Lucille?, ist das dein Name in diesem Raum-Zeit-Kontinuum? Du meine gute Lucille bist der Schlüssel, der mir das Schloß öffnet, um sie vom Thron zu stoßen.
Lucille kam aus dem Staunen nicht mehr heraus....
 

Plaayer

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An diesem Tag hörte man zufällig den Wetterbericht durch die dicken Wände: Es wird weiter ein rekordsommer bleiben, die Temperaturen sinken nicht unter 35 °C. "Uff!" stöhnte Legion nach diesen Informationen...
 

Ehemaliger_User

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Ach, Gestreift, ich glaube wir denken ungefähr in dieselbe Richtung.


"Wenn ich Sie jetzt fragen würde, wo wir hinfahren, gäben Sie mir doch keine Antwort, richtig?" "Ja." "Dieser Schlüssel, von dem Sie mir erzählt haben, der Ihnen das Schloss öffnen soll... Hat er mit dem EVO zu tun?" "Meine gute Lucille, du wirst Antworten finden. In deinem Leben, in deinem Jetzt und in deinem Ich. Du wirst sie bald finden, und du wirst Antworten bekommen zu Fragen, an die zu denken du nie gewagt hättest. Aber noch nicht. Entspanne dich während dieser Fahrt, sammle deine Kräfte."
Für Lucille war ihre eigene Welt untergegangen. Obwohl dieser Mann, der neben ihr saß, unendliche Weisheit und Güte ausdrückte, obwohl aus ihm die Ruhe und das Wissen strahlten, war sie doch so ängstlich wie noch nie zuvor. Während der Fahrt, die noch über vier Stunden dauerte, wurde kein weiteres Wort gesprochen.

Eine sanfte Hand lag auf ihrer Wange. Und eine ebenso sanfte Stimme sprach zu ihr: "Meine gute Lucille, wach auf, wir sind da." Lucille war verwirrt - war die Fahrt, die Geschichte, die sie im Auto gehört hatte, auch nur ein Traum, oder war das alles real? Sie spürte das Leder des Maybach unter sich, sah Legion: Es war alles wahr.
Sie stieg aus. Vor ihr war ein riesiges Haus. Sofort dachte sie an Frederick Häretiks Villa, doch als sie hineingeführt wurde, stellte sie fest, dass dieses Anwesen nicht luxuriös war. Nur groß. Riesig, gigantisch, man bräuchte Wochen, um jeden Raum zu besichtigen, doch von Luxus war keine Spur, alles war auf das Praktische eingerichtet, nicht auf das Verschwenderische. Marmorsäulen waren hier nicht nötig, weil die fast einen Meter dicken Mauern aus Steinquadern stabil genug waren. Einen Teppich mit Goldrand brauchte hier auch niemand, weil der Parkettboden ebensogut trug.
"Hast du einen Wunsch?", fragte Legion. "Was?" Lucille war durcheinander. "Möchtest du schlafen, essen, ein Bad nehmen oder irgendetwas anderes?" "Ein Bad... ja, ein Bad... bitte." "Dann folge mir." Er führte sie einen schier endlosen Gang entlang. An den Wänden hingen einige Bilder, doch viele kannte Lucille nicht. Bei einem Holzschnitt allerdings blieb sie stehen. Legion wartete auf sie. "Das ist Albrecht Dürers Verehrung des Lammes!", sagte sie erstaunt. "Woher haben Sie es?" "Es ist eine Kopie", antwortete er. "Das Original habe ich vor langer Zeit verschenkt." "Verschenkt?", fragte Lucille entsetzt. "Sie haben dieses unendlich wertvolle Stück verschenkt?" "Ja." "Aber warum?" "Lucille, als du diesen Holzschnitt entdeckt hast, hast du da gemerkt, dass es sich nicht um den echten handelt?" "Nein." "Ist auf dieser Fälschung nicht dasselbe abgebildet, drückt sie nicht dasselbe aus wie das Original?" "Das ist schon richtig..." Er blieb während seiner Ausführungen stets sehr ruhig. "Diese Kopie sieht genauso aus wie das echte Stück. Sie drückt dasselbe aus. Warum also einem Namenskult huldigen, und damit die Kunst zur Nebensächlichkeit degradieren? Warum den Sinn vergessen und die Habgier Überhand gewinnen lassen? Warum an das Falsche glauben?" Lucille war erstaunt. Dieser Mann hatte recht. Es ging um den Ausdruck, denn Sinn der Kunst, nicht darum, von wem sie stammt.
Sie gingen weiter. Bald kamen sie an eine Tür. "Das ist das Bad", erklärte der Mann. "Lass dir soviel Zeit wie du brauchst." "Aber wo soll ich anschließend hinkommen?", fragte Lucille. "Sobald du fertig bist, werde ich dich finden. Und nun genieße dein Bad." Sie ging hinein, Legion schloss langsam die Tür. "Ach übrigens" sagte er noch schnell, solange die Tür noch nicht ganz zu war, "es ist das Original."
 

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