Earthlings

Benkei

Großmeister
Mitglied seit
10. September 2004
Beiträge
535
Propagandistisch und auch grausam ist der Film, keine Frage. Aber muss man Kinder immer vor Grausamkeiten behüten, selbst wenn sie die Realität wiederspiegeln?

Ich denke reele Grausamkeit gehört dargestellt, nur so kann man sie überwinden. Auch Kinder sollten schon früh beginnen zu lernen, dass es nicht die "Friede-Freude-Eierkuchen-Welt" ist, in der wir leben. Erziehung mit Samthandschuhe versagt spätestens dann, wenn dem Kind das Geld fürs Pausenbrot "abgezogen" wird.

Was den Stierkampf anbelangt, so sehe ich das Argument "Kultur" für nichtig an. Mit diesem Argument kommen auch die Japaner an, wenn es um den Wal-/Delphinfang geht. Nur weil es "Kultur" ist, muss doch nicht zwanghaft an Alten Übeln festgehalten werden. Auch für "Kultur" muss doch der gute alte Paulus-Spruch gelten: "Drum prüft aber alles; und das Gute behaltet."
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Zehnjährige sollte man auf jeden Fall vor so ekelhaften und grausamen Bildern behüten, wie sie dieser Film gezielt einsetzt. Meine Meinung.

Das heißt nicht, daß man sie als weltfremde Toren aufwachsen lassen soll. Am besten, sie gehen mal mit auf die Jagd.

Den Walfang halte ich für mit dem Stierkampf schlecht vergleichbar. Er ist eine industrialisirte Schlächterei ohne kulturelle Bedeutung, das Fleisch ist kaum abzusetzen. Wenn er sich allerdings rentierte, hätte ich auch nicht unbedingt etwas dagegen.

Im übrigen meine ich, daß wir einander nicht so viele Vorschriften machen sollten. Wenn die Spanier oder einige Spanier am Stierkampf festhalten wollen, müssen wir ihnen nicht gleich eine zwanghafte Störung unterstellen.
 

Benkei

Großmeister
Mitglied seit
10. September 2004
Beiträge
535
Ein_Liberaler schrieb:
Zehnjährige sollte man auf jeden Fall vor so ekelhaften und grausamen Bildern behüten, wie sie dieser Film gezielt einsetzt. Meine Meinung.

Das heißt nicht, daß man sie als weltfremde Toren aufwachsen lassen soll. Am besten, sie gehen mal mit auf die Jagd.
Von weltfremden Toren war ja nicht die Rede. Es kann bestimmt nichts schaden, wenn einem schon früh die Augen geöffnet werden, ob dieser "ach so heilen Welt".

Deinen letzten Satz fasse ich mal als Ironie auf.

Ein_Liberaler schrieb:
Den Walfang halte ich für mit dem Stierkampf schlecht vergleichbar. Er ist eine industrialisirte Schlächterei ohne kulturelle Bedeutung, das Fleisch ist kaum abzusetzen. Wenn er sich allerdings rentierte, hätte ich auch nicht unbedingt etwas dagegen.
"Erst wenn der letzte Baum gerodet ist,
Wenn der letzte Fluß vergiftet ist,
Wenn der letzte Fisch gefangen ist,
Dann werdet ihr feststellen,. daß man Geld nicht essen kann.
"

Ein_Liberaler schrieb:
Im übrigen meine ich, daß wir einander nicht so viele Vorschriften machen sollten.
Vorschriften, Verbote und Verträge sind teilweise das einzige, womit man unethische Menschen in ihre Schranken weisen kann. Erst wenn ihnen damit gedroht wird, in ihre eigene Freiheit oder ihren Geldbeutel einzugreifen, hören sie auf damit andere(s) zu ihrem persönlichen Nutzen auszubeuten.

Ein_Liberaler schrieb:
Wenn die Spanier oder einige Spanier am Stierkampf festhalten wollen, müssen wir ihnen nicht gleich eine zwanghafte Störung unterstellen.
Von zwanghafter Störung habe ich nichts gesagt.
Ich halte eine derartige Unterhaltungsform nur für verwerflich.
Das ist meine Meinung zu diesem Thema, mit der der Spanier wohl leben muss; ich muss ja auch damit leben, dass er das anders sieht.
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Benkei schrieb:
Deinen letzten Satz fasse ich mal als Ironie auf.
Fälschlich.
"Erst wenn der letzte Baum gerodet ist,
Wenn der letzte Fluß vergiftet ist,
Wenn der letzte Fisch gefangen ist,
Dann werdet ihr feststellen,. daß man Geld nicht essen kann.
"
Hab ich was von Ausrotten geschrieben? Wenn es genug Wale gibt, jemand sie essen will und er eine Möglichkeit findet, sie auf halbweg anständige Weise zu töten - warum nicht

Vorschriften, Verbote und Verträge sind teilweise das einzige, womit man unethische Menschen in ihre Schranken weisen kann. Erst wenn ihnen damit gedroht wird, in ihre eigene Freiheit oder ihren Geldbeutel einzugreifen, hören sie auf damit andere(s) zu ihrem persönlichen Nutzen auszubeuten.
Wie kann man Verbote und Verträge in einem Atemzug nennen? Was die Ausbeutung angeht - seine Kohlegrue mag jeder nach Belieben ausbeuten, Sklaverei ist ein Verbrechen.

Von zwanghafter Störung habe ich nichts gesagt.
Aber von Zwanghaftigkeit.
 

Booth

Erleuchteter
Mitglied seit
19. Oktober 2003
Beiträge
1.951
Ein_Liberaler schrieb:
Hab ich was von Ausrotten geschrieben? Wenn es genug Wale gibt, jemand sie essen will und er eine Möglichkeit findet, sie auf halbweg anständige Weise zu töten - warum nicht
Weil der Wal sicher Einspruch erheben würde, wenn er könnte.

Aber wie schon oben erwähnt - zur Zeit interessiert einen erheblichen Teil der Menschen ja in vielfältiger Art nichtmal ein Einspruch eines Artgenossen.
Wie kann man Verbote und Verträge in einem Atemzug nennen?
Ne Menge Verträge, die über eine längere Zeitdauer laufen, beinhalten irgendwelche Verbote - Arbeitsverträge, Mietverträge, Leasingverträge, Nutzungsverträge (von Lizenzen), etc

gruß
Booth
 

TheFreeman

Großmeister
Mitglied seit
20. Juni 2003
Beiträge
542
Ich bin entschiedener Gegner des Tötens vom Aussterben bedrohter Arten. (Habe sogar schon für den Regenwald gespendet.) Und ich bin der Meinung, dass einige Dinge in Sachen Tierhaltung und Schlachtung wesentlich humaner laufen könnten. Aber ich esse sehr gern Fleisch, egal was man mir für Filme vorführt, denn ich bin mir darüber bewußt, was in Schlachthöfen etc. passiert. Dafür kaufe ich keine Eier aus Legebatterien...

Btw...
Der Mensch isst Fleisch seit vielen hunderttausend Jahren, die darin enthaltenen Proteine waren sogar maßgeblich daran beteiligt, dass unsere Vorfahren überleben konnten.

Gruß,
Freeman
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Booth schrieb:
Weil der Wal sicher Einspruch erheben würde, wenn er könnte.
Hühner, Schweine und Kühe würden sicher auch gegen einiges Einspruch erheben, wenn sie könnten. Und der Witz ist: Wenn sie es könnten, müßten wir es sogar respektieren.

Aber wie schon oben erwähnt - zur Zeit interessiert einen erheblichen Teil der Menschen ja in vielfältiger Art nichtmal ein Einspruch eines Artgenossen.
Menschen haben Rechte, Tiere nicht.

Ne Menge Verträge, die über eine längere Zeitdauer laufen, beinhalten irgendwelche Verbote - Arbeitsverträge, Mietverträge, Leasingverträge, Nutzungsverträge (von Lizenzen), etc
Das sind Klauseln, auf die sich die Parteien geeinigt haben, keine einseitig erlassenen Verbote. Hätte Benkei die gemeint, häte er nicht Verträge und Verbote erwähnen müssen.
 

Booth

Erleuchteter
Mitglied seit
19. Oktober 2003
Beiträge
1.951
Ein_Liberaler schrieb:
Hühner, Schweine und Kühe würden sicher auch gegen einiges Einspruch erheben, wenn sie könnten. Und der Witz ist: Wenn sie es könnten, müßten wir es sogar respektieren.
Ja selbstverständlich würden auch Kühe und Scheine und Hühner Einspruch erheben, wenn sie könnten.
Und wieso "müssten" wir es sogar respektieren, wenn sie könnten. Wir respektieren es ja auch nicht grundsätzlich bei der eigenen Spezies. Du und ich schon... aber von den 6 Mrd insgesamt doch eine erhebliche Menge nicht.
Menschen haben Rechte, Tiere nicht.
Da wir hier ja im Philosophie-Bereich sind... ;)

Ein Recht ist kein Naturgesetz. Ein Recht ist letztlich eine "willkürliche" Zuordnung, die wir Menschen treffen. Natürlich nicht ganz so willkürlich, denn der Grund ist der, daß wir unserer selbst bewusst sind, also ein Kant einen Imperativ entwickeln konnte, der das simple Prinzip ausdrückt, daß man anderen nicht etwas zufügen sollte, was man selber auch nicht so dolle findet. Dieses "Recht" lässt sich aber auch auf andere Spezies ausweiten.

Aber aus meiner Sicht ist eben jede konkretere Diskussion darüber sinnlos, wenn wir Menschen es nichtmal hinbekommen, daß dieses Recht uneingeschränkt innerhalb der eigenen Spezies gilt.

Das sind Klauseln, auf die sich die Parteien geeinigt haben, keine einseitig erlassenen Verbote. Hätte Benkei die gemeint, häte er nicht Verträge und Verbote erwähnen müssen.
Doch - na klar. Denn viele Details in vielen Verträgen kennen manche Vertragspartner gar nicht. Von einer "Einigung" zu reden ist typisches BWL-Geschwätz. Es bedeutet, daß prinzipiell ein Vertragspartner in der Lage wäre, diese Klauseln nachzulesen. Aber viele Klauseln liest man doch gar nicht. Für viele Produkte gibt es ja auch gar keine wirkliche Alternative.

Klar - Du kannst sagen, daß Du ohne fließend Wasser, ohne Strom oder auch ohne modernes Kommunikationsgerät leben willst. Aber Du kannst auch sagen, daß Du die deutsche Staatsbürgerschaft ablehnst, und nach Tahiti ziehen willst.

Die angebliche Vertragsfreiheit gilt vielleicht in einigen Bereichen noch, wo wirklich zwei Menschen einen Vertrag aushandeln. Aber oft genug bietet ja eine Firma oder eine Institution einen Vertrag an einzelne Menschen an. Verhandelt wird da nicht, bzw es gibt die Verhandlungsoptionen des "friss" oder des "stirb". Die gibts in der Natur aber ja auch ;)

gruß
Booth
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Booth schrieb:
Ja selbstverständlich würden auch Kühe und Scheine und Hühner Einspruch erheben, wenn sie könnten.
Und wieso "müssten" wir es sogar respektieren, wenn sie könnten. Wir respektieren es ja auch nicht grundsätzlich bei der eigenen Spezies. Du und ich schon... aber von den 6 Mrd insgesamt doch eine erhebliche Menge nicht.
Jetzt argumentierst Du aber nicht stringent. Wir müßten, wenn Hühner usw. ihre Rechte und Ansprüche formulieren könnten, so wie wir bei unserer eigenen Spezies müssen. Daß wir oft nicht tun, was wir müssen, hat darauf, daß wir müssen, keinenEinfluß.

Menschen haben Rechte, Tiere nicht.
Da wir hier ja im Philosophie-Bereich sind... ;)

Ein Recht ist kein Naturgesetz. Ein Recht ist letztlich eine "willkürliche" Zuordnung, die wir Menschen treffen.
Man kann auch den Standpunkt vertreten, daß es ein Naturrecht gibt, das nicht willkürlich festgelegt, sondern entdeckt wird. Beispielsweise bin ich der Ansicht, daß Sklaverei nie rechtmäßig war, auch wenn sie Gesetz war.

Natürlich nicht ganz so willkürlich, denn der Grund ist der, daß wir unserer selbst bewusst sind, also ein Kant einen Imperativ entwickeln konnte, der das simple Prinzip ausdrückt, daß man anderen nicht etwas zufügen sollte, was man selber auch nicht so dolle findet. Dieses "Recht" lässt sich aber auch auf andere Spezies ausweiten.
Das ist nach meiner Ansicht gar kein Recht, sondern ein moralisches Gebot. Und eines, das sich schlecht durchhalten läßt. Letztlich zeigt sich nämlich, daß wir es auf eine Spezies umso eher anwenden, je ähnlicher sie uns ist, keinesfalls aber universal, denn wir sind zur Photosythese nunmal nicht fähig.

Aber aus meiner Sicht ist eben jede konkretere Diskussion darüber sinnlos, wenn wir Menschen es nichtmal hinbekommen, daß dieses Recht uneingeschränkt innerhalb der eigenen Spezies gilt.
Akademisch vielleicht, aber doch nicht sinnlos.

Doch - na klar. Denn viele Details in vielen Verträgen kennen manche Vertragspartner gar nicht. Von einer "Einigung" zu reden ist typisches BWL-Geschwätz. Es bedeutet, daß prinzipiell ein Vertragspartner in der Lage wäre, diese Klauseln nachzulesen. Aber viele Klauseln liest man doch gar nicht. Für viele Produkte gibt es ja auch gar keine wirkliche Alternative.

Klar - Du kannst sagen, daß Du ohne fließend Wasser, ohne Strom oder auch ohne modernes Kommunikationsgerät leben willst. Aber Du kannst auch sagen, daß Du die deutsche Staatsbürgerschaft ablehnst, und nach Tahiti ziehen willst.

Die angebliche Vertragsfreiheit gilt vielleicht in einigen Bereichen noch, wo wirklich zwei Menschen einen Vertrag aushandeln. Aber oft genug bietet ja eine Firma oder eine Institution einen Vertrag an einzelne Menschen an. Verhandelt wird da nicht, bzw es gibt die Verhandlungsoptionen des "friss" oder des "stirb". Die gibts in der Natur aber ja auch.
Ohne Strom- und Wasservertrag nach dem Friß-oder-stirb-Prinzip auszukommen, wäre in der Tat sehr aufwendig. Aber auch da finden Verhandlungen statt, nur eben zwischen den Anbietern und Verbänden und Vertretern oder eventuell der Regierung.
 

Benkei

Großmeister
Mitglied seit
10. September 2004
Beiträge
535
Booth schrieb:
Ein_Liberaler schrieb:
Das sind Klauseln, auf die sich die Parteien geeinigt haben, keine einseitig erlassenen Verbote. Hätte Benkei die gemeint, häte er nicht Verträge und Verbote erwähnen müssen.
Doch - na klar. Denn viele Details in vielen Verträgen kennen manche Vertragspartner gar nicht. Von einer "Einigung" zu reden ist typisches BWL-Geschwätz. Es bedeutet, daß prinzipiell ein Vertragspartner in der Lage wäre, diese Klauseln nachzulesen. Aber viele Klauseln liest man doch gar nicht. Für viele Produkte gibt es ja auch gar keine wirkliche Alternative.
Verträge bezog sich einerseits auf herkömmliche Verträge (wie die, die die Vertreter der US-Regierung mit den Indianern geschlossen und dann immer wieder gebrochen haben), an die aber auch die Rechtsnachfolger noch gebunden sind; sprich: Standard-Vertrag, der Erbe übernimmt die Rechte und Pflichten des Erblassers.

Andererseits aber auch auf zwischenstaatliche Verträge wie die EU-Vertäge oder das Kyoto-Protokoll, die noch durch nationales Recht ratifiziert werden müssen aber trotzdem als höheres Recht schon Geltungsmaßstab haben können.
 

Schattenspiegel

Großmeister
Mitglied seit
11. April 2002
Beiträge
839
Hallo,

den Film sah ich bereits vor längerer Zeit.
Bilder schockieren das weiss man und nutzt es sicher auch aus.
Deshalb die propagandistische Art und Vergleiche mit dem Holocaust.

Tiere als Wesen respektiere und achte ich ebenso wie Menschen.
Die Art und Weise der gewissenlose Umgang mit Tieren als blosse
Lieferanten von Fleisch usw. ist das was mich gestört hat.

Tiere haben wie wir Gefühle ich gehe mal so weit zu behaupten
dass sie im Gegensatz zu uns eher eine gemeinschaftliche Seele haben.

Man kann sie essen, dazu muss man sie töten.
So weit ok.
Die Bedingungen sind es die auch für Tiere unverständlich erscheinen.

Human zu sein ist nicht nur der liebevolle Umgang mit der gleichen Art , für mich auch der mit Tieren.
Sie leben noch instinktiv und spüren für sich was "gut" ist.

Ich glaube als der Mensch anfing Mitgefühl zu entwickeln übernahm er auch eine Verantwortung.
Er kann sich mit rein instinktivem verhalten nicht mehr herausreden.

Man kann sich ruhig im Klaren darüber sein dass wir eher durch Zufall?
an der Spitze der sogenannten Nahrungskette stehen.
Auch Tiere sinnlos zu quälen und ihnen das Bewusstsein abzusprechen...

Nun ja das reiht sich ein in verhaltensweisen die wir unseren Mitmenschen gegenüber an den Tag legen.

Ein fehler den Peta zb me. nach macht ist dieses krampfhafte kämpfen.

Mal sehen wie sich dieses Thema noch entwickelt.

gespannt
S.
 
Oben