Warum sind Christen gegen Muslime?

Selma

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Muslime in deutschen Medien

Negative Darstellung der Muslime in deutschen Medien ist ja vorhanden. Und dies wegen des negativen Verhaltens gegen uns. Und das ist ungerecht, unmenschlich! Verstehen Sie doch, nicht alle von uns sind Verbrecher und Terroristen! Sagen Sie mir bitte, befolgen viele von Ihnen Christen die 10 Gebote? Die Christen plündern, vergewaltigen und töten auch! Wieviel unschuldige Muslime (darunter Frauen und Kinder!) haben christliche Mordskerls umgebracht? Jeden Tag leiden Dutzende Türken und Araber durch Neofaschisten nicht nur hier in Deutschland sondern auch europaweit! Nennen Sie das Nächstenliebe???
 

Malakim

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Wen genau meinen Sie? Nicht alle hier sind Christen. Eigentlich sind die meisten hier wohl eher Agnostiker. Viele Diskussionen hier drehen sich um Fragen rund um Religionskonflikte und diese werden in alle Richtungen diskutiert.

Alles in allem also, falsche Adresse für den Apell. ;)
 

Angel of Seven

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Zudem macht die Bundesrepublik es auf jeden Fall besser als die Türkei oder andere islamisch geprägte Staaten:

Entgegen der in der Türkei nach Artikel 24 der türkischen Verfassung geltenden Religionsfreiheit gibt es zahlreiche Beeinträchtigungen, so das staatliche Verbot, Pfarrer und Religionslehrer auszubilden und Behinderungen beim Bau von christlichen Kirchen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_der_Türkei



:read:
 

haruc

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Naja ich glaub nicht dass man es auf "Die Christen" versus "Die Muslime" reduzieren kann... Es geht vielmehr um einen grundsätzlichen Wertekonflikt zwischen der westlichen Welt und der islamischen Welt. Die jeweils eine Seite sieht die jeweils andere Seite, bzw deren Werte, halt als Bedrohung für die eigene historisch gewachsene (oder teuer erkaufte) und liebgewonnene Ordnung an.

Ich glaub nicht, dass man in der Frage weiter kommt, wenn man sich gegenseitig irgendwelche Verbrechen anrechnet.
 

dkR

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Christenverfolgung ist in einigen muslimischen Ländern wieder Volkssport, das kann man nicht auf "Wertekonflikt zwischen der westlichen Welt und der islamischen Welt" schieben. Das ist kein Clash of cultures, das ist reine reiligiöse Barbarei.
 

Themis

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Wobei man sich schon fragen sollte, was an dieser Barbarei gottgewollt, und was Menschenwerk ist.

Ansonsten finde ich dieses "WIR" gegen "DIE" bescheuert. Klingt zwar etwas pathetisch, aber letztendlich sollte man nie eine Gruppe im Kollektiv endgültig bewerten. Das individuelle zählt.
 

agentP

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Wobei man sich schon fragen sollte, was an dieser Barbarei gottgewollt, und was Menschenwerk ist.

Ich könnte mir vorstellen oft genug ist es die Politik, die diese Barbarei zulässt, unterstützt oder sogar anheizt und ausnutzt.
Politische Führer, gerade aber nicht nur im Nahen Osten haben da z.B. so eine Neigung plötzlich religiös zu werden wenn es eng wird, selbst wenn sie vorher die vorher die Religion jahrelang selber an der kurzen Leine gehalten haben.
 

Malakim

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Themis schrieb:
Wobei man sich schon fragen sollte, was an dieser Barbarei gottgewollt, und was Menschenwerk ist.

Ansonsten finde ich dieses "WIR" gegen "DIE" bescheuert. Klingt zwar etwas pathetisch, aber letztendlich sollte man nie eine Gruppe im Kollektiv endgültig bewerten. Das individuelle zählt.

Nun, Selma (die Threaderstellerin) scheint sich den Konflikt aber sehr zu eigen zu machen. Ist das evtl. ebenfalls ein Unterschied? Weite Teile der westlichen Bevölkerung sind garnicht mehr religiös und steigern sich in den Konflikt nur in Form von Angst, nicht aber in "Wir gegen Die" Gedanken hinein?
 

Themis

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Nein, das sehe ich etwas anders.

Ob sich Selma etwas zu eigen macht weiss ich nicht, vielleicht ist sie sehr verbittert... ich weiss es nicht.

Aber die Elemente des Konfliktes sind stets ungerichtet, allgegenwärtig und in vielen Köpfen auf allen Seiten tief sitzend vorhanden.
Heitmeyer hat zur "Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" eine Langzeitstudie gemacht... sieht man ja auch hier im Forum immer mal wieder von einigen usern.
Natürlich ist diese Einstellung nicht nur auf Moslems bezogen, aber gerade auf sie bezogen kommt immer mal wieder etwas öffentlich oder persönlich rüber - und sei es verklausuliert, was nicht selten sehr schwerwiegende Folgen hat.

...und noch vor wenigen Beiträgen kam das Beispiel des Schicksals der Christen in den islamisch geprägten Ländern, und solange soetwas wiederspruchslos erfolgen kann, wird auch in der westlichen Welt eine undifferenzierte Unterteilung in "WIR" und "DIE" - ganz egal ob religiös oder nicht - erfolgen, denn warum soll ich mich für etwas in Nigeria oder Saudi-Arabien rechtfertigen, wenn ich hier geboren und hier sozialisiert wurde?
Und solange diese Beispiele aufgeführt werden (Wir dürfen ja bei den Kanaken auch keine Kirchen bauen), solange wird es Selmas geben, die sich trotz ihrer germanisierten Vita geprellt und überrollt fühlen.
Jetzt könnte man einbringen, dass nur derjenige eine Wertschätzung erfährt, der es auch durch sein Handeln verdient, aber wenn ein gefestigtes Bild vorherrscht, dann ist es auch schwierig, da auszubrechen, zumal das Handeln der Menschen in diesem Zusammenhang oft eh nur selektiv wahrgenommen wird, sei es auch nur, weil bestimmte Nachrichten medial wirksamer sind.

Heute heißt es Islamophobie, früher hieß es anders... es ist aber stets eine Facette der selben Ideologie. Sogar das "Du-bist-ja-eine-Ausnahme" gehört dazu... weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
 

agentP

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Weite Teile der westlichen Bevölkerung sind garnicht mehr religiös und steigern sich in den Konflikt nur in Form von Angst, nicht aber in "Wir gegen Die" Gedanken hinein?

Ich verstehe den Unterschied nicht ganz. Damit man vor dem "Anderen" Angst haben kann, braucht es ein "Wir" und "die (Anderen)". Was sich ändert ist womöglich höchstens worüber man das Andere definiert.
Dafür spricht meiner Meinung nach auch, dass das von Land zu Land unterschiedlich ist. Bei uns sind es Muslime. In Osteuropa sind es momentan eher mal wieder die Sinti und Roma, in Ungarn neuerdings zusätzlich noch die Juden, in den USA sind es eher die Zuwanderer aus Lateinamerika, als die muslimischen, die als Projektionsfläche für Ängste dienen.
Das heißt ja nicht per se, dass z.B. Zuwanderung nicht tatsächlich Probleme schafft, aber wenn man nicht sorgfältig auseinander klamüsert, was irrationale Angst vor dem Anderen ist und was tatsächlich problematisch ist, dann wird man keinen sachlichen Diskurs führen können. Und was das betrifft, muss ich sagen interessiert mich auch weniger, ob man in Saudi-Arabien so einen differenzierten Blick hinkriegt, sondern vielmehr, ob die Gesellschaft in der ich lebe ihn hinkriegt.
 

Malakim

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agentP schrieb:
Ich verstehe den Unterschied nicht ganz. Damit man vor dem "Anderen" Angst haben kann, braucht es ein "Wir" und "die (Anderen)". Was sich ändert ist womöglich höchstens worüber man das Andere definiert.
Dafür spricht meiner Meinung nach auch, dass das von Land zu Land unterschiedlich ist. Bei uns sind es Muslime. In Osteuropa sind es momentan eher mal wieder die Sinti und Roma, in Ungarn neuerdings zusätzlich noch die Juden, in den USA sind es eher die Zuwanderer aus Lateinamerika, als die muslimischen, die als Projektionsfläche für Ängste dienen.

In Deiner Antwort ist eigentlich enthalten was ich meinte. Die Gruppen sind unterschiedlich. In der islamisch religiös geprägten Ländern gibt es meiner Meinung nach ein "Wir gegen Die" Gefühl auf religiöser Grundlage, also "Moslems gegen Christen oder/und Juden". In unserem Land gibt es eher ein "Wir die friedliebenden Bürger gegen irgendwelchen Terror". Da werden die Gruppen anders wahrgenommen.


Das heißt ja nicht per se, dass z.B. Zuwanderung nicht tatsächlich Probleme schafft, aber wenn man nicht sorgfältig auseinander klamüsert, was irrationale Angst vor dem Anderen ist und was tatsächlich problematisch ist, dann wird man keinen sachlichen Diskurs führen können. Und was das betrifft, muss ich sagen interessiert mich auch weniger, ob man in Saudi-Arabien so einen differenzierten Blick hinkriegt, sondern vielmehr, ob die Gesellschaft in der ich lebe ihn hinkriegt.


Gute Frage. Auf Angst kann man ja unterschiedliche Dinge aufbauen und das was Du Dir wünschst ist ja die Angst zu überwinden und nicht auszunutzen. Das wir Bürger uns nicht ausnutzen lassen ist meiner Meinung nach am wichtigsten. Ist der Schlüssel Bildung?
 

Benkei

Großmeister
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Namaste!
Selma schrieb:
Negative Darstellung der Muslime in deutschen Medien ist ja vorhanden. Und dies wegen des negativen Verhaltens gegen uns. Und das ist ungerecht, unmenschlich! Verstehen Sie doch, nicht alle von uns sind Verbrecher und Terroristen!
Ich denke das die Medien - nicht nur hier in Deutschland, sondern weltweit - gern mit Schubladenkategorisierung und Archetypen arbeiten - es wird polarisiert!

Leider sieht der unaufgeklärte Westler im Muslim auch immer nur den Befürworter des Terrors: Als das WTC 2001 einstürzte zeigten sie später Bilder jubelnder Muslims im Nahen Osten.

Wenn mal wieder irgendwo in der "westlichen Welt" (Irak, Afghanistan und Pakistan interessieren hier ja nicht wirklich, Ägypten allenfalls da es Urlaubsland ist) ein Terroranschlag mit vermutetem islamistischen Hintergrund stattgefunden hat, dann schüren die Medien gern die Angst und wollen dann auch dasjenige präsentieren, wovor man Angst haben muss - also Terroristen wie damals Bin Laden oder Mullah Omar, oder eben Schläfer (seinen es nun volksstämmige Konvertiten oder scheinsäkularisierte Einwanderer).

Die beiden Schubladen "die friedliebenden Menschen" vs. "die religiös-verblendeten Muslims" sehe ich da schon. Und mir scheint es, dass einige deutsche Muslims diesbezüglich meinen automatisch in die zweite Schublade gesteckt zu werden, was nach meinem Empfinden aber nicht der Fall ist. Denn nicht nur die Nicht-Muslime müssen die Polarisierung der Medien durchschauen und überwinden - auch die Muslims selbst müssen dies tun!


Selma schrieb:
Sagen Sie mir bitte, befolgen viele von Ihnen Christen die 10 Gebote?
Dem heutigen "Christen" geht es gar nicht mehr um die 10 Gebote oder die Bergpredigt.
Der Großteil der Bevölkerung ist säkularisiert und trennt folglich strickt zwischen religiösem und profanem. Das Religiöse findet seinen Platz nur noch in Nischenbereichen wie z. B. bei Ritualen (Taufe, Hochzeit, Beerdigung) oder bei Festen (Weihnachten, Ostern) einschließlich Vorfestzeiten (Advent, Fastenzeit); bei einigen vielleicht auch noch im "Stillen Kämmerlein".
Im Alltag der Menschen sind die demokratischen Gesetze viel wichtiger, da sie das Zusammenleben regeln (Bürgerliches Gesetzbuch, Strafgesetzbuch, Straßenverkehrsordnung, etc.).
Beim menschlichen Zusammenleben hat der eigene Leumund - also was der andere von einem denkt - oftmals mehr Gewicht als irgendein pseudohistorisches, in Stein geblitztes Gebotewerk fragwürdiger Urheberschaft (verzeiht bitte meinen Sarkasmus).

Der typische Westler (so es sowas denn überhaupt gibt) kann folglich die Sichtweise eines Muslims, der dem Koran einen höheren Stellenwert einräumt wie den ordentlichen Gesetzen oder der vorherrschenden Moralvorstellung, nicht nachvollziehen.
Er kann aber ebensowenig die jüdischen Sabbat- und Essensvorschriften nachvollziehen; oder die evangelikale Sexualmoral oder Evolutionslehre.

Selma schrieb:
Die Christen plündern, vergewaltigen und töten auch! Wieviel unschuldige Muslime (darunter Frauen und Kinder!) haben christliche Mordskerls umgebracht? Jeden Tag leiden Dutzende Türken und Araber durch Neofaschisten nicht nur hier in Deutschland sondern auch europaweit! Nennen Sie das Nächstenliebe???
Das ist wiederum das Schubladendenken, welches die türkische Presse gern heranzieht, wenn sie aufzeigen will, dass in Deutschland auch nicht alles "Friede-Freude-Eierkuchen" ist.
Auch von dieser Polarisierung sollte man sich möglichst freimachen.

Ich muss Malakim's Frage deshalb absolut bejahen:
Bildung und umfassende Information sind der Schlüssel!

< gasshô >

Benkei

Salem aleikum!
 

Themis

Erleuchteter
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Malakim schrieb:
Das wir Bürger uns nicht ausnutzen lassen ist meiner Meinung nach am wichtigsten. Ist der Schlüssel Bildung?
Bildung und Austausch, wie ich finde.
Denn erfahrungsgemäß sind irrationale Ängste am größten, je weniger Kontakt man zu Individuen der jeweiligen Gruppe hat (egal ob aus Ost oder West).

@Ein_Liberaler
so interessant der link auch ist, mir ging es eigentlich um die deutschen Moslems und deren fehlende Akzeptanz. Die Weltanschauung der Menschen aus Afghanistan hat unmittelbar keine so große Bedeutung für die deutsche Gesellschaft. Soviel Selbstvertrauen sollte man in Deutschland ruhig haben.

Benkei schrieb:
Leider sieht der unaufgeklärte Westler im Muslim auch immer nur den Befürworter des Terrors: Als das WTC 2001 einstürzte zeigten sie später Bilder jubelnder Muslims im Nahen Osten.
Waren die Bilder damals auf CNN nicht vor dem 11.September entstanden und dann völlig zusammenhangslos als angebliche Reaktion der Palästinenser auf den 11.September gesendet worden? Zumindestens gab es solche Meldungen.

Benkei schrieb:
Die beiden Schubladen "die friedliebenden Menschen" vs. "die religiös-verblendeten Muslims" sehe ich da schon. Und mir scheint es, dass einige deutsche Muslims diesbezüglich meinen automatisch in die zweite Schublade gesteckt zu werden
Oft kriegt man ja noch nicht einmal 2 Schubladen angeboten, einfach weil die Religionskritik, sei sie auch noch so berechtigt, schnell auf einer emotional-persönlichen Ebene geführt wird.
 

cathpeti76

Neuling
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Naja ich glaub nicht dass man es auf "Die Christen" versus "Die Muslime" reduzieren kann... Es geht vielmehr um einen grundsätzlichen Wertekonflikt zwischen der westlichen Welt und der islamischen Welt. Die jeweils eine Seite sieht die jeweils andere Seite assurance invalidité, bzw deren Werte, halt als Bedrohung für die eigene historisch gewachsene (oder teuer erkaufte) und liebgewonnene Ordnung an.

Ich glaub nicht, dass man in der Frage weiter kommt, wenn man sich gegenseitig irgendwelche Verbrechen anrechnet.
Diese beiden Welten, die nie aufgehört haben zu konkurrieren, weil sie beide die Welt dominieren wollen.
 
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