Gentechnik: Syngentas Verwechslungen und andere Gefahren

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Gentech-Konzern verwechselt eigene Saatgut-Varianten

Bettina Stang 07.04.2005
Kontrollmechanismen versagten über Jahre hinweg
Mais mit Resistenzgen gegen das Antibiotikum Ampicillin wurde in hohen Mengen angepflanzt und verfüttert – an Tiere und Menschen.

"Uns ist da eine Verwechslung passiert", gesteht der Syngenta-Sprecher Markus Payer ein. Vier Jahre lang hat der Biotech-Konzern mit Sitz in der Schweiz Saatgut der nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Mais-Sorte Bt10 angeblich "versehentlich" produziert und dann als Saatgut der – zugelassenen – Sorte Bt11 verkauft.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19836/1.html

Nur ein Einzelfall?

Fälle, in denen gentechnisch verändertes Material sogar im Getreidehandel aus konventionellem Anbau auftauchen, häuften sich – vor allem bei Getreideimporten aus den USA, wo immer mehr gentechnisch veränderte Getreidesorten angebaut und die Kontrollmechanismen eher gelockert anstatt angezogen werden. So kann es beispielsweise schon allein dadurch zu Verunreinigungen kommen, dass konventionelles Saatgut in den gleichen Silos gelagert oder in denselben LKWs transportiert wird, in denen vorher Gen-Getreide lag. Bald werde "die so genannte Wahlfreiheit der Verbraucher" nicht mehr bestehen, warnt Brendel.

[...]

So haben beispielsweise Untersuchungen eines Forschungsinstituts in Mittelamerika ergeben, dass 80 Prozent der untersuchten Proben aus WFP-Lieferungen und US-Importen gentechnisch verändertes Material aufwiesen – ohne das dies ausdrücklich deklariert war. Und schlimmer noch: Das Institut wies auch Beimischungen der Mais-Sorte Star-Link nach, die selbst in den USA seit Jahren schon für den Anbau verboten ist – weil sie im Verdacht steht, [extern] Allergien auszulösen.


Weitere Artikel zum Thema:

Der in der EU illegale Gen-Mais gelangte nach Frankreich und Spanien. Weiter ist nicht bekannt, wie viel des Gen-Mais als Saatgut, Tierfutter oder sogar Speisemais noch in andere Länder exportiert wurde. Syngenta weigert sich die europäischen Importländer bekanntzugeben. Ein Sprecher der EU-Kommission sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von "geschätzten 1000 Tonnen".

"Was bei diesem Skandal offensichtlich wird, ist, dass die Firma Syngenta entweder nicht die volle Kontrolle über ihre Gen-Pflanzenproduktion hat oder ihre begangenen Fehler nicht offenlegen will. Es macht zudem deutlich, dass sie rechtliche Vorschriften nicht interessieren", kritisiert Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenepace. "Beides ist fatal, wenn eine Firma wie Syngenta die Genehmigung erhalten hat, mit Risikotechnologien umgehen zu dürfen. Konsequenz aus einem solchen Verhalten kann nur sein, dass Gentechnik-Firmen mit dieser Vorgeschichte keine Genehmigungen mehr erhalten."
http://www.umweltjournal.de/fp/archiv/AfA_naturkost/8213.php


Greenpeace fordert Syngenta auf, die Liste der Länder, in welche das Bt10-Mais gelangt sei, öffentlich zu kommunizieren. Nur auf diese Weise können allfällig notwendige Massnahmen eingeleitet werden. Dies gedenkt Syngenta, gemäss Pressesprecher Payer, im Laufe der nächsten Wochen zu tun. Jedoch seien nicht alle Informationen für die Öffentlichkeit relevant, schränkt er ein.

Hat Syngenta von Konkurrenz nichts gelernt?

Rund eine Milliarde Dollar hat ein ähnlicher Skandal die US-Nahrungsmittelindustrie gekostet. Im Jahr 2000 wurden Spuren der Aventis-Maissorte StarLink in Taco-Schalen entdeckt. Der Gen-Mais war als Viehfutter, jedoch nicht als Nahrungsmittel zugelassen.
http://www.schweizerbauer.ch/news/aktuell/artikel/20260/artikel.html


Bei so viel guten Nachrichten gibt es natürlich auch beste Prognosen:

Syngenta: Accumulate (Helvea)
Helvea bewertet am 7. April die Aktie des Schweizer Chemieunternehmens Syngenta AG mit dem Rating "Accumulate" und nennt ein Kursziel von 140 CHF.

Monsanto habe starke Ertragszahlen für das zweite Quartal berichtet. Dabei sei der Umsatz um 29 Prozent auf 1,9 Mrd. gestiegen. Das EBIT habe bei 542 Mio. Dollar und der Nettogewinn bei 373 Mio. Dollar gelegen. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sei der Bereich Saatgut gewesen.

Die 2005er Aussaatsaison laufe gut, jetzt sei es wichtig, wie die GM-Plattform von Monsato Marktanteile in den USA und Lateinamerika im zweiten Halbjahr gewonnen habe. DuPont habe letztlich gesagt, dass man mit höheren Umsätzen im Bereich Getreide rechne. Dies widerspreche aber nach Meinung der Analysten den Vorhersagen bezüglich der Aussaat in Europa und Nord-Amerika. Nach Meinung der Analysten gewinne Monsato Marktanteile im wichtigen amerikanischen Saat-Markt und habe die Technologiegebühren erhöht.
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2005-04/artikel-4643469.asp


Hier noch der Thread "Landwirtschaft im Irak - Multis sichern Interessen".


edit @ Mods: da "Gentechnik" unter "Forschung und Entwicklung" aufgeführt ist, sollte vielleicht der Thread in das richtige Forum gehängt werden. Denke bei Medizin immer an "Biologie und Medizin"...
 

Tortenhuber

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und es kam wie es kommen musste ... wenn dann demnächst noch der pollenflug genetischer veränderter lebensmittel (natürlich versehentlich) geschieht ist es wohl endgültig vorbei.

ich frage mich, warum dieser chemiefraß trotzdem nicht günstiger ist, obwohl man doch damit im grunde nur auf günstigeren anbau abziehlt.
 

dkR

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Wozu soll bitte eine AB-Resitente Pflanze gut sein? Oder vielmehr, warum packt man da noch extra ein Gen für rein? :gruebel:
 

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Der verantwortungslose Umgang mit der Gentechnik lässt jedenfalls nichts gutes erwarten...
wahrscheinlich ist es durch die betriebene Form von patentschutz und monopolismus auch bald in vielen Gebieten vorbei mit der traditionellen landwirtschaft...

Hier noch zwei aktuelle Links zu Monsanto:

Monsanto gewinnt Patent-Schlacht

Ein Patent auf ein GVO-Soja der US-Firma Monsanto wurde am 6. April vom Europäischen Patentamt (EPA)fast vollständig bestätigt.

[...]

Greenpeace befürchet nun, dass Monsanto mit der Bestätigung des Patents immer mehr Macht erhält. Der Patentschutz führe zum Zwang, das Monsanto-Spritzmittel Roundup zu benutzen, das den Pflanzen nichts mehr anhaben kann und die Soja-Bauern müssten jährlich neues Saatgut kaufen, schreibt Greenpeace in einer Medienmitteilung.

Ausserdem könnte Monsanto nun auf argentinischem Soja Patentgebühr einfordern, wenn es in Europäischen Häfen ankommt.

"Länder, welche solche "Patente auf Leben" zu liessen, würden ihre Lebensmittelsouveränität aufgeben und das Recht der Farmer beschneiden ihr eigenes Saatgut zu verwenden", zitiert Greenpeace den Präsidenten der Argentinischen Bauern Eduardo Buzzi.

Gemäss Greenpeace würde z.B. in Argentinien praktisch nur noch Roundup-Ready-Soja aus dem Hause Monsanto angebaut. 14,2 Mio. ha Soja baut Argentinien insgesamt an (Vergleich Schweiz: rund 670 ha).
http://www.schweizerbauer.ch/news/aktuell/artikel/2027

Gentechnik - Gigant Monsanto kontrolliert Landwirtschaft -- Argentinischer Bauernverband und Greenpeace warnen vor Patenten auf Saatgut

München (ots) - Einer der größten Bauernverbände Argentiniens, die
Federación Agraria Argentina, und Greenpeace warnen heute vor der
drohenden weltweiten Abhängigkeit der Landwirte von dem
US-Saatgutkonzern Monsanto. Das Europäische Patentamt (EPA) in
München wird am Mittwoch über das bereits 1996 an Monsanto erteilte
Patent EP 546090 auf genmanipulierte Saaten wie Mais, Weizen, Reis
und Soja endgültig entscheiden. In Nord- und Südamerika nutzt
Monsanto seine Saatgut- Patente dazu, Gentechnik am Markt
durchzusetzen und Bauern auszubeuten. Ähnliches droht bald auch den
Landwirten in Europa. Greenpeace fordert daher, Patente auf Saatgut,
Pflanzen und Ernteprodukte weltweit zu verbieten.

„Monsanto will die komplette Landwirtschaft kontrollieren – vom
Acker bis zum Lebensmittel. Saatgut-Patente sind der Schlüssel dazu“,
sagt Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace. Das jetzt
strittige Patent umfasst Gen-Pflanzen, die das firmeneigene
Spritzmittel Roundup überleben. Gegen das Monsanto-Patent hatten
Greenpeace, die Organisation „Kein Patent auf Leben“ sowie die
Konkurrenz-Firma Syngenta Beschwerde eingelegt.

Zwar setzt Monsanto seine Saatgut-Patente in Europa noch nicht um, da hier Gen-Saaten bisher kaum angebaut werden. "Doch ein Blick auf Nord- und Südamerika zeigt, was auch Europa droht: Lizenzgebühren auf Saatgut und Ernteprodukte, Knebelverträge mit den Landwirten, Privatdetektive auf den Feldern, teure Gerichtsverfahren", so Then. In den USA hat Monsanto Landwirte in bereits etwa 100 Fällen wegen angeblicher Patentverletzung verklagt. Monsanto verweigert Bauern zudem ihr Recht, Teile der Ernte kostenfrei wieder auszusäen.
http://www.presseportal.de/story_rss.htx?nr=665210

und noch ein telepolis- Artikel von 1998, in dem einige Praktiken erläutert werden:
Saatgutkonzerne am Weg zum Genmonopol


@dkr: Die entsprechende Sequenz wurde wohl als marker in einer frühen entwicklungssdtufe eingebaut - zumindest für kommerzielle Produkte ist das inzwischen in Europa verboten.
 

dkR

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@dkr: Die entsprechende Sequenz wurde wohl als marker in einer frühen entwicklungssdtufe eingebaut - zumindest für kommerzielle Produkte ist das inzwischen in Europa verboten.
Das sind aber reichlich vorsintflutliche Methoden, den Vektor im Ti-Plasmid noch mit AB-Resistenzen zu überprüfen. Aber ok, das wirds wohl sein.
 

Gurke

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Naja, Gentechnik.
Hat schon sein für und wieder. Stinknormales Saatgut wird auch vorher mit der chemischen Keule behandelt. Die Mittel sind alle nicht unbedingt so gesund, fängt von harmlosen roten Fingern (vom Färbemittel) und falls man wirklich mal was verschlucken sollte, mit rotem Stuhl an und geht bis zu "eh die Haut lößt sich ab und es brennt in der Lunge".
Ist meist auch wasserlößlich, da freun sich die Fische.
Roundup ist wirklich mieses Zeug, weiß gar nicht mehr für was das eigentlich gedacht war, glaube für Mais um das Unkraut klein zu halten. Durfte man jedenfalls nicht in der Nähe von Raps oder Sonnenblumenfeldern anwenden. Aber wenn man es drauf anlegt, soll man alles Grüne damit schwarz bekommen.

Achja, Nestlé setzt massiv auf genveränderte Produkte, falls man da was vermeiden will.
 

Angel of Seven

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Hab beim Zappen einen Bericht gesehen wo ein deutscher Bauer als erster Gen-Mais als Versuch des Anbaus ausprobiert hat. Dieser Mais sollte Schädlingsresistent sein. In Zusammenarbeit mit einer Gen-Firma dessen Name mir leider entfallen ist. Auf jeden Fall bewies er trotzdem ein gewisses Maß an Bauernschläue. Er hat nämlich nicht allen seinen Kühen dieses Zeug verfüttert. Die Kühe die die damit gefüttert wurde starben alle an "Vergiftungserscheinungen".
Nun ist ein ellenlanger Prozeß zugange, die Firma bestreitet natürlich das es an den Mais gelegen hat, ein Gutachten jagt das nächste, man kennt das ja.



LG


AoS
 

InsularMind

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Wäre schon denkbar, dass hier das "Verwechseln" auch schon pure Berechnung ist, um eine Art "natürliche Bereitung" des zukünftigen Absatzklimas anzufachen -- wenn sich diese Sorten erst in herkömmlichen Zuchten eingemischt zeigen oder teilweise nach draußen sickern kommt das irgendwann zu dem Argument : "Was habt ihr denn, ist doch eh schon Teil der Natur".

Habe dazu mal eine interessante Reportage verfolgt in der es um die Thematik der Schädlichkeit und des Vermischungsfaktors ging. Der Vergiftungsbericht klingt daher schon besorgniserregend, gibt es dafür denn klare Bestätigung, dass es an dem genveränderten Futter selbst lag?

Was mich dazu mal interessieren würde, sind Nachweise der Übertragung und Auswirkung von Anteilen in genetisch verändertem Material im direkten Schritt, also nicht als Vergiftung, sondern als "Einverleiben" von Veränderungen im Verwerter -- das scheint ja DIE große Angst der meisten Leute zu sein, zu denken dass so etwas möglich sei.

Im Allgemeinen stehe ich solchem "Nahrungsmitteltuning" eher pro gegenüber, weil ich die horrenden Visionen nicht ganz nachvollziehen kann und mehr an die Möglichkeiten denke, die sich daraus gegen die Nahrungsmittelverknappung eventuell ergeben ( Schädlingsresistenzen, klimatisch angepasste Sorten, Ertragssteigerung, Wetterschädenminimierung ) Das Problem sehe ich eher im kurzen Zeitprozess, den solche Neuzüchtungen bis zur Unbedenklichkeitsmarke zurücklegen. Ich glaube hier werden lange nicht alle möglichen Probleme bedacht, wie zum Beispiel allergische Reaktionen oder der Bildung von Abwehrgiften, die vielleicht erst in ausgewachsenen Pflanzen entstehen, oder gar erst in Kombination mit etwas Anderem -- vielleicht erst im Verdauungstrakt.

Es soll auch eine Raps- oder Senfsorte geben, von der Hasen und Rehe, die viel davon fressen regelmäßig eingehen. Jedenfalls erzählen sich Jäger das. Fraglich,ob die nicht auch schon zum Genwürfelspiel aus Menschenhand gehört.
 

Gurke

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Die Vermischung der Sorten wird zumindest hierzulande auch ein wenig indirekt von den "langharigen Bombenlegern" angetrieben.
Da Versuchsfelder immer mal wieder niedergetrammpelt wurden, zog man einfach übliche Kulturen um die genveränderte Saat, damit man es von aussen nicht so schnell sieht.
 

Angel of Seven

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InsularMind schrieb:
Es soll auch eine Raps- oder Senfsorte geben, von der Hasen und Rehe, die viel davon fressen regelmäßig eingehen. Jedenfalls erzählen sich Jäger das. Fraglich,ob die nicht auch schon zum Genwürfelspiel aus Menschenhand gehört.

Das war glaube ich dieser 00-Raps, eine Züchtung wo die Bitterstoffe getilgt wurden. Aufgrund dieser Bitterstoffe fressen Rehe gar keinen Raps, ist auch besser so den sie sterben daran. Als der Bitterstoff nicht mehr da war kam es zu Vegiftungen bei den Tieren die ihn dann fraßen.

Bei der Gentechnik ist das Problem das Pflanzen gezüchtet werden die natürlich nur der Industrie Vorteile bringen.

ZB.: die Gentomate die nach Wochen immer noch frisch aussieht, wo aber die Vitamine den natürlichen Verfallsprozeß nicht überleben. Sie sieht frisch aus, ist sie aber nicht mehr.

ZB.: Getreidesorten wo man die Körner zur keiner zweiten Aussaat mehr gebrauchen kann. Gerade arme Länder können es sich nicht leisten jedes Jahr neues Saatgut einzukaufen. Müßten sie aber dann, weil die geernteten Körner nicht mehr zum Anbau verwendet werden können.

Irgendwie habe ich den Eindruck das die Vorteile der natürlichen Pflanzen gentechnisch ausgemerzt werden um höheren Profit zu erzielen.
Das eine Frucht nicht frisch aussieht weil sie es nicht mehr ist, ist ein Vorteil für den Verbraucher.


LG


AoS
 

dkR

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ZB.: die Gentomate die nach Wochen immer noch frisch aussieht, wo aber die Vitamine den natürlichen Verfallsprozeß nicht überleben. Sie sieht frisch aus, ist sie aber nicht mehr.

ZB.: Getreidesorten wo man die Körner zur keiner zweiten Aussaat mehr gebrauchen kann. Gerade arme Länder können es sich nicht leisten jedes Jahr neues Saatgut einzukaufen. Müßten sie aber dann, weil die geernteten Körner nicht mehr zum Anbau verwendet werden können.
Die Gentomate war ein flop, antisensing funktioniert nicht wirklich toll. Wenns funktionert, sieh sie nicht nur frisch aus, sie ist es auch. Mich ärgert es immer, wenn meine Erdbeeren nach 2 Tagen im Kühlschrank aussehen, als hätte ich sie grad ausm Müll gepult. Warte mal bis die nächste Stufe des Gensilencing "marktreif" ist. :twisted:

Das beispiel mit dem nicht fertilen Saatgut wird gerne genommen, so wie du das tust. Andererseits regen sich gentechnik Gegner auf, es könnten sich ja veränderte Pflanzen in der Umwelt verbreitet werden, was durch solche Mechanismen einfach und effektiv verhindert wird. Entscheidet euch mal... Durch konsequentes Negieren der Vorteile kommt die Menschheit auch nicht weiter.

Irgendwie habe ich den Eindruck das die Vorteile der natürlichen Pflanzen gentechnisch ausgemerzt werden um höheren Profit zu erzielen.
Man merzt keine Vorteile aus, man kombiniert Vorteile mehrerer Sorten in einer. Das ganze kostet halt ne Stange Geld, das auch irgendwo wieder hereinkommen muß.
Bei der Gentechnik ist das Problem das Pflanzen gezüchtet werden die natürlich nur der Industrie Vorteile bringen.
Schonmal was von "Teststadium" und Grundlagenforschung gehört? z.B. wäre Gentechnik eine praktikable Lösung mittelfristig (~50 Jahre) den Hunger in der Welt drastisch zu bekämpfen.
 

Angel of Seven

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dkR schrieb:
Die Gentomate war ein flop, antisensing funktioniert nicht wirklich toll. Wenns funktionert, sieh sie nicht nur frisch aus, sie ist es auch. Mich ärgert es immer, wenn meine Erdbeeren nach 2 Tagen im Kühlschrank aussehen, als hätte ich sie grad ausm Müll gepult. Warte mal bis die nächste Stufe des Gensilencing "marktreif" ist. :twisted:

Die Erdbeere ist eine Saison-Frucht, da jetzt keine Erdbeerenzeit ist wird die arme Frucht durch halb Europa gekarrt bis sie in deinen Kühlschrank landet. Deswegen ist sie nicht lange frisch.
Aber ich verstehe schon, der Glühwein im August schmeckt auch ziemlich fad, die Weihnachtsplätzchen am Strand beim Sonnenbaden sind pappig, da kann man mit Gentechnik bestimmt auch noch was machen. :D


Das beispiel mit dem nicht fertilen Saatgut wird gerne genommen, so wie du das tust. Andererseits regen sich gentechnik Gegner auf, es könnten sich ja veränderte Pflanzen in der Umwelt verbreitet werden, was durch solche Mechanismen einfach und effektiv verhindert wird. Entscheidet euch mal... Durch konsequentes Negieren der Vorteile kommt die Menschheit auch nicht weiter.

Nun,.. ich habe mich ehrlich gesagt nicht besonders viel mit der Thematik auseinandergesetzt, aber das hier jetzt alles durcheinandergeschmissen wird, dafür reichts noch. Ich glaube nicht das sich Pflanzen die sich durch Bestäubung, Wind usw.. verbreiten zu den Getreidesorten zählen wo man dieses fertile Saatgutprinzip (nennt man das so?) anwendet.

Man merzt keine Vorteile aus, man kombiniert Vorteile mehrerer Sorten in einer. Das ganze kostet halt ne Stange Geld, das auch irgendwo wieder hereinkommen muß.

Warum sterben dann die Kühe wenn sie Gen-Mais fressen? Was sind das für Vorteile die da kombiniert werden?

Schonmal was von "Teststadium" und Grundlagenforschung gehört? z.B. wäre Gentechnik eine praktikable Lösung mittelfristig (~50 Jahre) den Hunger in der Welt drastisch zu bekämpfen.

Wie naiv muß man sein um zu glauben das Großfirmen ala´ Bayer Gentechnik unterstützen, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen? :twisted:


LG


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dkR

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Wenn man bedenkt, dass die DNA erst 1952 "bewiesen" wurde, und die Gentechnik als solche erst mitte der 70er erfunden wurde, sind die Fortschritte doch enorm. Wie lange haben andere Schlüßeltechnologien gebraucht um sich durchzusetzten? Bzw. bis sie problemlos eingesetzt wurden? Das Auto, Radio etc. Mal schaun, was in 20 jahren so möglich ist.
Wie naiv muß man sein um zu glauben das Großfirmen ala´ Bayer Gentechnik unterstützen, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen?
Dazu muß man extrem naiv sein. Jeder Konzern muß Geld verdienen, hast du den Hauch einer Ahnung, was Gentechnik kostet? Wenn sich das überhaupt in Großen Stil jemand leisten kann, dann so große Konzerne, die Teilweise auch ihre Arbeitsmaterialien selbst herstellen nd dadurch jede Menge sparen können.
Was glaubst du, was es für ein PR-Erfolg wäre, wenn Bayer sowas machen würde? Und wenn die Technologie da ist, warum nicht z.B. UNO finanziert eine entsprechende Aktion unternehmen? Das lohnt sich sicher. Aber jetzt schlägt wohl wieder die "sämtliche Konzerne sind gewissenlose Verbrechervereine und wollen nur Geld auf Kosten der Menschheit und der Umwelt verdienen"-Einstellung durch. Ich finde die auf ihre Art mindestens genauso naiv, wie was du mir unterstellst.
So langsam komm ich mir vor, wie ne Gebetsmühle. Nur weil es Risiken gibts, gleich sämtliche Vorteile zu leugnen ist auch nicht so wirklich prickelnd.

Warum sterben dann die Kühe wenn sie Gen-Mais fressen? Was sind das für Vorteile die da kombiniert werden?
Tja, Schädlingsbekämpfung im Großformat? :O_O:
Wie gsagt, die ganze Sache steckt quasi in den Kinderschuhen, und die effektivste Möglichkeit solhe Wechselwirkungen herauszufinden ist es einfach auzuprobieren Hört sich zynisch an, ist aber so. Wenn man weiß, warum die kühe sterben, kann man das nächstes Mal vermeiden. Hast du dazu ne Quelle?
 

Angel of Seven

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dkR schrieb:
Tja, Schädlingsbekämpfung im Großformat? :O_O:

:lol: :lol: :lol:

Wie gsagt, die ganze Sache steckt quasi in den Kinderschuhen, und die effektivste Möglichkeit solhe Wechselwirkungen herauszufinden ist es einfach auzuprobieren Hört sich zynisch an, ist aber so.

Stimmt,...... hat bei der Atombombe ja auch prima hingehauen!

Wenn man weiß, warum die kühe sterben, kann man das nächstes Mal vermeiden. Hast du dazu ne Quelle?

http://www.hamburger-illustrierte.de/content/htm/tic/2003/12/08/200312081237.html


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interessanter Artikel:
Abgeblitzt

Brigitte Zarzer 14.04.2005

Die EU-Kommission hält gentech-freie Zonen für rechtswidrig, doch viele Regionen wollen Brüssel die Stirn bieten

Wettbewerb geht vor. So zumindest sieht es die EU-Kommission im Fall des Einsatzes grüner Gentechnik. Bei einem Treffen mit Vertretern sogenannter gentechfreier Regionen, erklärte Kommissarin Fischer-Boel, dass die EU gesetzliche Verbote des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht akzeptieren werde. Ein österreichisches Bundesland macht dennoch die Probe aufs Exempel.

[...]

Die Regionen wissen aber, dass sie einen gewichtigen Gegner haben: die EU-Kommission und die bisher erlassenen Gesetze. Als Vertreter von 30 gentech-freien Regionen kürzlich nach Brüssel reisten, wurde das wieder einmal klar. Auch die neue EU-Agrarkommissarin, die Dänin Mariann Fischer-Boel, weicht von der bisherigen Position der EU-Kommission nicht ab. Danach würden gentech-freie Zonen gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoßen, welches besagt, dass für alle Mitgliedstaaten, also auch für Regionen, die gleichen Marktbedingungen gelten müssen.

[...]

Wie immer diese Schlacht David gegen Goliath ausgeht, das Urteil wird für alle anderen gentech-freien Regionen richtungsweisend sein. [...]
weiter:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19877/1.html

nimmt jemand wetten an? :roll:
 

InsularMind

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Tja, man vergisst zu gerne, dass es die Firmen im Hintergrund nicht drauf anlegen mit neuen Möglichkeiten das Leben der Menschen zu verbessern sondern erstrangig Profit zu machen :(

Infertiles Saatgut -- meint ihr Kastraten ?

Danke für den Kuhgeschichten - Link @ AOS jetzt wird das schon verständlicher. Wohl setzt man sich doch hoffentlich damit auseinander, die Giftigkeit solcher Eiweiße zu mindern.
Die Probleme sehe ich schon auch -- wenn die Produkte so beschaffen sind, dass Natur und Verbraucher quasi erst eine Immunisierungsentwicklung durchmachen müssen ist es auch nicht das Wahre. Wir Säuger sind nun mal keine Kartoffelkäfer.
 

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Noch ein aktueller Artikel zu Monsanto - dieses Mal ist der Schauplatz Nordamerika:

Haltet den Dieb?

Brigitte Zarzer 26.04.2005
Der Gentech-Multi Monsanto drangsaliert, bespitzelt oder verklagt US-Bauern und erwirtschaftet damit Millionen Dollar an Zusatzeinnahmen
Die aggressive Durchsetzungspolitik von Patentrechten hat Monsanto schon mehrmals in die Schlagzeilen gebracht. Das US-Zentrum für Nahrungsmittelsicherheit ([extern] CFS) legte nach ausführlichen Recherchen jetzt einen Bericht zu den fragwürdigen Methoden Monsantos vor. Danach erreicht allein die Gesamtsumme aller dokumentierten Gerichtsurteile, die dem Konzern aufgrund von Klagen zugesprochen wurde, eine Höhe von über 15 Millionen Dollar. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19923/1.html

"Kein Bauer kann sich vor Monsantos langem Arm sicher sein. Bauern wurden verklagt, nachdem ihr Feld durch Pollen von gentechnischen Pflanzen eines anderen Landwirts verunreinigt wurde, wenn gentechnisches Saatgut einer vorjährigen Kultur auf Feldern, auf denen im Folgejahr keine gentechnischen Sorten angebaut wurden, keimte und selbst dann, wenn die Bauern zwar nie Monsantos Saatgut-Vertrag unterschrieben hatten, aber trotzdem das patentierte Pflanzensaatgut aussäten."
(Bericht des CFS [Center for Food Safety]– deutsche Übersetzung von Barbara Schiller im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft)

Gerechtfertigt wird das mit einigen Fällen, in denen angeblich Monsanto-Saatgut mutwillig ohne Vertrag ausgesät wurde...


Some of the lawsuits were filed against farmers who planted biotech seeds without paying Monsanto, as required in their contracts with the company. But some others were sued simply because biotech crops had drifted into their fields and sprung up amid their crops, the study alleged.
http://www.agribusinesscenter.org/headlines.cfm?id=743

Da hat wahrscheinlich der ein oder andere schon Mitleid mit dem armen Biotech-Unternehmen und sieht als nächste Schlagzeile "Umsatzeinbrüche bei Monsanto - die 40 Saatgut-Räuber...?


Monsanto kann Gewinn mehr als verdoppeln und übertrifft Erwartungen
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2005-04/artikel-4638948.asp
 

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Und einen kleinen Vorgeschmack auf die biopolitischen Subsidiaritätsvorstellungen in Brüssel gibt es auch schon mal:

EU-Kreise: Brüssel will in Deutschland verbotenen Genmais zulassen

Die EU-Kommission will einen in Deutschland verbotenen Genmais freigeben. Dabei handelt es sich um den Lebensmittelmais Bt-176 des Schweizer Agrokonzerns Syngenta, wie am Montag aus EU-Kreisen verlautete. Einen entsprechenden Schritt will die EU-Kommission am Dienstag vorschlagen. Insgesamt sollen acht gentechnisch veränderte Mais- und Sojaarten neu für den EU-Markt zugelassen werden, die in insgesamt fünf EU-Staaten verboten sind. Als wahrscheinlich gilt aber, dass der Umweltministerrat die Freigabe bei seinem Treffen im Juni abwiegelt.
rheinpfalz
 

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Ein paar Meldungen:

Embattled professor gets tenure
UC Berkeley reverses position in biologist's case; fate of retaliation lawsuit uncertain
By Michelle Maitre, STAFF WRITER

A UC Berkeley assistant professor and outspoken biotechnology critic who sued because he was denied tenure has been granted the permanent post following a second review of his case.
The professor, Ignacio Chapela, did not return calls for comment Friday, but he called the decision granting him tenure "extraordinary news" in a letter posted on his Web site, www.pulseofscience.org.

"This decision is a clear message of vindication not only of myself, but also of the innumerable individual and collective efforts put into this process by all of you," Chapela wrote in a letter addressed to friends and colleagues.

Chapela, a microbial biologist who joined the university in 1995, earned support from numerous students and professors as his tenure case dragged.

Chapela sued the University of California in April, saying his original tenure bid was denied in 2003 because he spoke against a five-year, $25 million research deal UC Berkeley signed in 1998 with Novartis, a multinational biotech business now called Syngenta.

The lawsuit, which claims retaliation, discrimination and fraud, said a panel that voted against tenure was influenced by a member with financial ties to Novartis. A university spokeswoman said a review found no evidence of conflict of interest.

The biologist came up for tenure in 2001, the same year he co-authored a controversial Nature article that said evidence of genetically altered crops had been found in native corn in remote Mexico. Nature later retracted the article and said evidence to justify its findings was lacking.
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EU- Lebensmittelbehörde: Anbau von Syngenta-Gentechmais unbedenklich
20.05.2005 15:33

BRÜSSEL/BASEL - Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat den Anbau des Gentechmaises Bt-11 von Syngenta als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

Es gebe keine Hinweise, dass der Bt-11-Mais und daraus hergestellte Produkte der menschlichen Gesundheit, Tieren oder der Umwelt schadeten, teilte die EFSA mit. Die Zustimmung der EFSA stellt nur den ersten Schritt für eine mögliche Anbauerlaubnis des Genmais in der EU dar.
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Mexican legislators open the door to genetic privatisation

During the media screen generated by the presidential succesion, on the 27th of April the Mexican Senator opened the door to the privatisation of genetic resources by means of the unanimous approval of the "Initiative of federal law for access and exploitation of biological and genetic resources", which will no doubt gravely affect, amongst other things, the food sovereignty of Mexico, as in the case of corn which has already been contaminated from its center of origin.

This is a legal proposal originally presented by senator Jorge Nordhausen of the far-right and governing Partido Accion Nacional (PAN) party in 2001 and was suspended in 2004. Amongst his "motives" Nordhausen put forward that: (...) For living beings and their derivatives to be transformed into resources with economic and social value, the constant contribution of relevant knowledge is necessary.
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:read:


Revealed: health fears over secret study into GM food

Rats fed GM corn due for sale in Britain developed abnormalities in blood and kidneys

By Geoffrey Lean, Environment Editor
22 May 2005


Rats fed on a diet rich in genetically modified corn developed abnormalities to internal organs and changes to their blood, raising fears that human health could be affected by eating GM food.

The Independent on Sunday can today reveal details of secret research carried out by Monsanto, the GM food giant, which shows that rats fed the modified corn had smaller kidneys and variations in the composition of their blood.

According to the confidential 1,139-page report, these health problems were absent from another batch of rodents fed non-GM food as part of the research project.

The disclosures come as European countries, including Britain, prepare to vote on whether the GM-modified corn should go on sale to the public.
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Ebenfalls lesenswert:
When fed to rats it affected their kidneys and blood counts. So what might it do to humans? We think you should be told

The secret research we reveal today raises the potential health risks of genetically modified foods. Here, environment editor Geoffrey Lean, who has led this paper's campaign on GM technology for the past six years, examines the new evidence. And he asks the questions that must concern us all: why is Monsanto, the company trying to sell GM corn to Britain and Europe, so reluctant to publish the full results of its alarming tests on lab rats? Why are our leaders so keen to buy the unproven technology against the wishes of consumers? And why is the man who first raised these concerns six years ago shunned by the scientific establishment and his former political masters?
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